Geschichte, Auftrag, Struktur

Denkmalförderung

Erhaltungspflicht des Denkmaleigentümers

Der Eigentümer oder Besitzer eines Kulturdenkmals hat nach dem Gesetz zum Schutz der Kulturdenkmale (Denkmalschutzgesetz - DSchG) die Verpflichtung, "sein Denkmal im Rahmen des Zumutbaren zu erhalten und pfleglich zu behandeln". Finanzielle Unterstützung erhalten die Eigentümer und Besitzer von Kulturdenkmalen durch Förderprogramme und Steuererleichterungen. Bei der Förderung wird zwischen Zuwendungen des Landes, von Stiftungen und des Bundes unterschieden.

Zuwendungen des Landes

Foto der Burgruine Hornberg
Burgruine Hornberg.

Die Denkmalförderung des Landes trägt durch Gewährung von Zuwendungen nach Maßgabe der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel dazu bei, diese Lasten, die im Interesse der Allgemeinheit auferlegt sind, teilweise auszugleichen (§ 6 DSchG). Die Verwaltungsvorschrift des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft vom 26. November 2012 (VwV-Denkmalförderung) regelt die Einzelheiten zu der Gewährung von Zuwendungen zur Erhaltung und Pflege von Kulturdenkmalen.

 

Zuwendungen können Sie als Eigentümer, Besitzer oder sonstiger zur Bauunterhaltung eines Kulturdenkmals Verpflichteten erhalten.

Zuwendungsvoraussetzungen

Sie können einen Zuschuss erhalten, wenn

  • die Maßnahme den denkmalpflegerischen Erfordernissen entspricht
  • die Maßnahme mit dem Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart (LAD) abgestimmt ist
  • alle notwendigen Genehmigungen oder Zustimmungen (zum Beispiel Baugenehmigung, denkmalschutzrechtliche Genehmigung) vorliegen und
  • die zuwendungsfähigen Ausgaben bei Gemeinden, Kirchen,… als Eigentümer oder Besitzer 30.000 Euro und bei sonstigen Personen (Private) 3000 Euro übersteigen.

Art und Umfang der Zuwendung

Foto einer restaurierten Mühle
Eichbachmühle in Tennenbronn.

Zuwendungsfähig sind Ausgaben an Kulturdenkmalen, die im Rahmen von Sicherungs-, Instandsetzungs- und Unterhaltungsmaßnahmen an Kulturdenkmalen allein oder überwiegend aus Gründen der Denkmalpflege erforderlich werden, soweit sie die üblichen Ausgaben bei vergleichbaren nicht geschützten Objekten übersteigen.


Die Höhe der Zuwendung orientiert sich am Interesse des Landes an der Durchführung der Maßnahme. Das Landesamt für Denkmalpflege bewertet dazu unter anderem die Bedeutung des Denkmals, die Dringlichkeit beziehungsweise Notwendigkeit der Maßnahme, die Maßnahme im Hinblick auf die Erhaltung der historischen Substanz sowie die denkmalgerechte und handwerklich solide Ausführung der Maßnahme (Punktebewertung).

Der Fördersatz beträgt bei Zuwendungen an Private die Hälfte und an Gemeinden, Kirchen ein Drittel der zuwendungsfähigen Ausgaben. Die Gesamtsanierungskosten können dabei erheblich über den zuwendungsfähigen Ausgaben liegen.

Verfahrensablauf

Beratung einer Denkmaleigentümerin
Beratung einer Denkmaleigentümerin in Bad Wimpfen.

Vor einer Antragstellung ist es besonders wichtig, sich durch kompetente Fachleute des Landesamtes für Denkmalpflege beraten zu lassen. Bitte vereinbaren Sie ein erstes kostenloses Beratungsgespräch, das in der Regel vor Ort stattfindet, in dem die weitere Vorgehensweise besprochen werden kann.

 

Der Zuwendungsantrag ist bis zum 1. Oktober vor dem Jahr, in dem das Projekt in das Förderprogramm aufgenommen werden soll, schriftlich an das Landesamt für Denkmalpflege zu richten. Dem Antrag sind weitere Unterlagen beizufügen, dazu gehören insbesondere Baupläne, beschriftete Fotos, Maßnahmen- und Leistungsbeschreibungen, gewerkebezogene Kostenberechnungen, Kosten- und Finanzierungsplan der Gesamtmaßnahme sowie bau- oder denkmalschutzrechtliche Genehmigungen.

 

Bitte beachten Sie, dass Sie mit der Ausführung der Maßnahme erst nach der Erteilung der Bewilligung einer Zuwendung beginnen dürfen.

 

Über die Aufnahme eines Förderantrags in das Denkmalförderprogramm des Landes entscheidet auf Vorschlag des Landesamtes für Denkmalpflege das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg in seiner Funktion als oberste Denkmalschutzbehörde.

Weitere finanzielle Hilfen

Foto von Zuschussformularen
Privateigentümer können Zuschüsse beantragen.

Neben der staatlichen Denkmalförderung unterstützen die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und die Denkmalstiftung Baden-Württemberg Eigentümer und Besitzer bei der Erhaltung und Pflege ihrer Kulturdenkmale. Beide Stiftungen werden vor allem dort tätig, wo die staatliche Denkmalpflege nicht oder nur eingeschränkt helfen kann. Darüber hinaus wird ein besonderes bürgerschaftliches Engagement unterstützt.

 

Die Stiftungen werden bei ihren Entscheidungen über die Förderanträge durch die Landesdenkmalpflege fachlich beraten, besonders hinsichtlich einer Förderwürdigkeit und -dringlichkeit. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an das Landesamt für Denkmalpflege.

 

Der Bund engagiert sich ebenfalls für den Denkmalschutz. Er hat dabei insbesondere die national wertvollen Kulturdenkmale im Blick. Mit seinen Förderungen ergänzt er das Engagement der Bundesländer, die wegen der föderalen Struktur in Deutschland vorrangig für den Denkmalschutz zuständig sind.

 

Sowohl bei dem auf Dauer angelegten Denkmalpflegeprogramm als auch bei den verschiedenen Sonderprogrammen der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) erfolgt die Beratung und Koordinierung durch das Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an das Landesamt für Denkmalpflege.

Steuerliche Erleichterungen

Foto des gotischen Chors einer Kirche
Chor der Stadtkirche in Marbach.

Neben der unmittelbaren Förderung durch Zuwendungen ist die Erhaltung von Bau- und Kulturdenkmalen unter bestimmten Voraussetzungen auch steuerlich begünstigt (§§7i, 10f, 10g und 11b Einkommensteuergesetz (EStG). Ergänzende Informationen sind in den Bescheinigungsrichtlinien - Denkmalschutz und in einem Merkblatt des Wirtschaftsministeriums enthalten.

 

Die Steuervergünstigungen können durchaus zu höheren finanziellen Entlastungen bei Erhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen führen als eine Förderung.

 

Um steuerliche Vergünstigungen nach den §§ 7i, 10f und 11b EStG in Anspruch nehmen zu können, müssen Sie Ihrem Finanzamt eine besondere Bescheinigung der unteren Denkmalschutzbehörde (Gemeinde oder Landratsamt) vorlegen. Die Bescheinigungen nach § 10g EStG werden durch das Landesamt für Denkmalpflege erteilt. Die Bescheinigungen gelten als Nachweis für die Denkmaleigenschaft und die Erforderlichkeit der Aufwendungen.

 

Über weitere steuerliche Vergünstigungen, beispielsweise bei der Erbschafts- und Schenkungssteuer oder der Grundsteuer informieren die zuständigen Finanzbehörden.

    Adresse Antragstellung

    Landesamt für Denkmalpflege

    im Regierungspräsidium Stuttgart

    Berliner Straße 12

    73728 Esslingen a.N.

    Terminvereinbarung

    0711/90445-109