Denkmale

UNESCO-Welterbestätte Kloster Maulbronn: Die Erforschung des Wassersystems

Luftbild Kloster Maulbronn
Luftbild der Klosterlandschaft Maulbronn mit dem Roßweiher im Vordergrund

Die Klosteranlage Maulbronn ist 1993 mit ihrem weit ins Umland ausgreifenden Wassersystem aus Teichen und Gräben von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt worden. Aus der Vielzahl der Klöster ragt es mit seiner geschlossenen historischen Architektur und der gut erhaltenen Kulturlandschaft heraus.

Seit September 2014 untersucht die Denkmalpflege das Umfeld des Klosters Maulbronn mit seinem ehemaligen Wassersystem, das aus etwa 20 Teichen und den mit ihnen verbundenen Wassergräben bestand. In einem zweijährigen Projekt sollen wichtige Fragen nach der Größe, Funktion und Entwicklung des Wassersystems geklärt und das heutige Gefährdungspotenzial für dieses bedeutende Kulturdenkmal ermittelt werden.

Schutz, Pflege und Forschung am Weltkulturerbe

3D-Modell Maulbronner Tal
Überhöhtes 3D-Modell vom Klostertal

In den 1980er Jahren führte das Landesdenkmalamt erstmals Untersuchungen zum Maulbronner Wassersystem durchgeführt und publizierte die Ergebnisse 1989 mit der ersten Bestandsaufnahme und Kartierungsskizze. Seitdem sind verschiedene Projekte und Untersuchungen im Zusammenhang mit der Klosterlandschaft, darunter eine geographische Diplomarbeit, eine Kulturlandschaftsanalyse und viele vereinzelte baubegleitende archäologische Maßnahmen erfolgt. Nach der Welterbekonvention besteht eine Grundforderung zu weiterführender Entwicklung und Erforschung der Welterbestätten, die im Rahmen regelmäßiger Berichte bei der UNESCO nachgewiesen werden müssen. Daher ist in Zusammenarbeit mit der Stadt und den regionalen Behörden eine landschaftsplanerische Gesamtperspektive für die Klosterlandschaft Maulbronn erarbeitet worden, wobei ein Maßnahmenkonzept zum Schutz und Erhalt des historischen Wasserbewirtschaftungssystem höchste Priorität hat.

Alte Karten und neue Methoden

Das Wassersystem beim Kloster mit dem Tiefen See
Das Wassersystem beim Kloster mit dem Tiefen See

Voraussetzung für ein detailliertes Schutz- und Pflegekonzept ist die Erforschung des historischen Wassersystems mit seinen etwa 20 Teichen vor allem für die Fischzucht und dem mit ihnen verbundenen Netz aus über 150 km langen Sammel- und Transportgräben. Auf der Grundlage der bisherigen Forschungen und aktueller Laserscandaten vom Kloster und seiner Umgebung erfolgte in einem ersten Schritt eine detaillierte Bestandsaufnahme. Derzeit laufen gewässerkundliche Analysen der Teilsysteme, wobei Methoden z.B. aus der Biotopkartierung des  Naturschutzes angewendet werden. In einem weiteren Schritt werden historische Karten und Schriftquellen aus dem Hauptstaatsarchiv Stuttgart ausgewertet. Ergänzt werden die Ergebnisse durch archäologische Profilschnitte an den Wassergräben und pollenanalytische Untersuchungen an den Teichen.

Das Wassersystem am ehemaligen Oberen See im Hilsenbeuertal
Das Wassersystem am ehemaligen Oberen See im Hilsenbeuertal
Der ehemalige Obere See mit Quellfassung
Der ehemalige Obere See mit Quellfassung
Quellfassung am Oberen See von 1902
Quellfassung am Oberen See von 1902

Blick in die Zukunft ‒ Schutz- und Pflegemaßnahmen

Die Ergebnisse des Forschungsprojektes und dokumentierte Schadensbilder werden Voraussetzung für weitere Schutzmaßnahmen und Grundlage für ein umfassendes Pflegekonzept sein. Darüber hinaus sollen die Erfahrungen aus der interdisziplinären Zusammenarbeit und den neuen methodischen Ansätzen des Projektes in die denkmalpflegerische Arbeit einfließen und auf ähnliche Denkmallandschaften übertragen werden.

Projektverantwortliche

Volkmar Eidloth
Landesamt für Denkmalpflege
Berliner Straße 12
73728 Esslingen am Neckar
volkmar.eidloth(at)rps.bwl.de
+49 (0711) 90 44 51 73
Antje Gillich
Landesamt für Denkmalpflege
Moltkestraße 74
76133 Karlsruhe
antje.gillich(at)rps.bwl.de
+49 (0721) 92 64 85 3
Antje Gillich
Landesamt für Denkmalpflege
Berliner Straße 12
73728 Esslingen am Neckar
antje.gillich(at)rps.bwl.de
+49 (0711) 90 44 10 8

Weitere Informationen und Links

Nähere und aktuelle Informationen zur Klosterlandschaft Maulbronn erhalten Sie auch auf der Homepage der UNESCO und der der Stiftung Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg.

 

Website der Deutschen Unesco-Kommision e.V.

Website der Stiftung Staatliche Schlösser und Gärten (Maulbronn)