Veranstaltung

Hemmenhofener Hauskolloquium - Von Fischen, Fallen und Faschinen - "Pfahlbauten" des 7. Jhs v. Chr. im südlichen Federseeried

- 05.02.26

10:30 Uhr bis 12:00 Uhr (Check-In ab 10:15 Uhr)

Seit den 1920er Jahren geistern eisenzeitliche Fundstellen aus dem südlichen Federseeried durch die einschlägige Literatur. Die in Tagesfrist im Bereich des maschinell betriebenen Torfabbaus "ausgegrabenen" Fundplätze wurden als Landestellen am vorgeschichtlichen Federbach angesprochen, eine summarische funktionale Zuweisung, die im Grunde anhand der veröffentlichten aus liegendem und vertikalem Pfahlwerk bestehenden Befundkomplexe kaum nachzuvollziehen war. In den 1980er Jahren begab sich der damals im Dendrolabor in Hemmenhofen arbeitende Franz Herzig in den weiter nördlich gelegenen Riedflächen auf die Spur dieser Fundstellen, denn auch hier hatte man in den 1920er Jahren wohl im Torfstich Funde gemacht. An mehreren Stellen konnte Herzig tatsächlich früheisenzeitliche Gefäßkeramik bergen, ohne dass ein konkreter Befundzusammenhang in den Profilen der frisch aufgefrästen Entwässerungsgräben erkennbar gewesen wäre. Um dem Charakter dieser eisenzeitlichen Fundstellen auf die Spur zu kommen und ihre Ausdehnung und ihre Zustand abzuklären, führte das Landesdenkmalamt schließlich zwischen 1993 und 2000 Sondierungen in dem weitläufigen, sich über mehr als 500 m entlang dem sogenannten "Federbachbett" erstreckenden Fundareal durch. Nach mühsamen, kleinflächig angelegten Sondierungen und annähernd 800 Bohrungen ließ sich  letztlich durch die flächigen Öffnung einer der Fundstellen ihr funktionaler Charakter entschlüsseln. Die aufgedeckten, trichterförmig auf kleinflächige Behausungen zulaufende faschinenartige Leitwerke waren zweifelsohne im Kontext des Fischfanges zu verorten. Vergleichbare trichterförmig angeordnete Leitwerke sind typischerweise in Fischfallen unterschiedlicher Bauweise anzutreffen. Den in großer Zahl vorhandenen Fischresten nach zu urteilen (über 90% Hechtreste) dürfte die Anlage dem Hechtfang gedient haben. Die Auswertung der Befunde und Funde aus den Fundstellen am Bruckgraben steht nunmehr vor ihrem Abschluss, die Ergebnisse sind Gegenstand des angekündigten Vortrages.

Dozent:
Dr. Joachim Köninger, TerraMare, Freiburg

Veranstalter:
Landesamt für Denkmalpflege (LAD), Fachbereich Feuchtbodenarchäologie, Hemmenhofen

Rückfragen und dauerhafte Aufnahme in den Hauskolloquiums-Verteiler:
jasmin.schadmehri(at)rps.bwl.de
Tel. +49 7735 / 93 777 112

Meeting:
https://zoom.us/j/95104902350?pwd=mtBMYLbRhW4tBmfb9mZaj6M18YKXNn.1
Meeting-ID: 951 0490 2350
Kenncode: 918328