Publikationen und Service

Veranstaltung

Hemmenhofener Hauskolloquium: Isotope in Getreidekörnern

10:30-12:00 Uhr

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Archäologie-Interessierte,

wir freuen uns sehr, diesen Winter wieder ein Hauskolloquium anbieten zu können, das ein spannendes und interdisziplinäres Programm im Angebot hat.

Aufgrund der Corona-Situation konnte die Live-Veranstaltung letzten Winter nicht durchgeführt werden. Wir haben es allerdings sehr kurzfristig geschafft, den letzten vorgesehenen Vortag als Zoom-Konferenz zu führen. Es haben sich gleich über 40 Personen aus Deutschland, der Schweiz und Österreich eingewählt. Das hat uns ermutigt, diesen Winter ein komplettes Programm digital durchzuführen. Wenn es die Situation zulässt, werden wir in Zukunft versuchen, hybride Veranstaltungen (analog und digital) anzubieten, so dass die Interessierten aus der Region persönlich anwesend sein können, aber auch Gäste aus weiterer Entfernung eine Möglichkeit haben, zuzuhören.

Diesen Winter wird die Veranstaltung allerdings per Zoom stattfinden. Einer der Vorteile der digitalen Version ist, dass beliebig viele Personen teilnehmen können, weshalb Sie die Einladung mit dem Zoom-Link auch gerne weiterleiten dürfen. Falls jemand dauerhaft in unseren Hauskolloquiums-Verteiler aufgenommen werden möchte, bitte die Kontaktdaten an Frau Schadmehri senden.

Der Zoom-Link ist als Serien-Veranstaltung angelegt, d.h. dieser eine Link gilt für alle Termine. Er wird jeweils 15 Minuten vorher aktiviert. Wenn Sie schon Zoom installiert haben, sollten Sie über den blauen Knopf „Launch Meeting“ direkt in die Veranstaltung kommen. Wenn Sie die Software zum ersten Mal benutzen, rechnen Sie einige Minuten ein, bis alles läuft. Für Gäste, die von einem LAD-Rechner aus zuhören wollen, ist zu beachten, dass die Option „Join from your browser“ gewählt werden muss, da die Zoom-Software auf diesen Geräten nicht installiert werden kann. Bitte beachten Sie auch, dass es aus rechtlichen Gründen nicht erlaubt ist, die Veranstaltung aufzuzeichnen, ohne dass der/die Referent*in dem vorher zugestimmt hat.

Wir freuen uns auf eine rege Teilnahme und interessante Diskussionen.

Mit besten Grüßen

Renate Ebersbach, Julia Goldhammer, Elena Marinova-Wolff und Oliver Nelle

 


Frank Schlütz, Abteilung Palynologie und Klimadynamik, Albrecht-von-Haller-Institut für Pflanzenwissenschaften, Georg-August-Universität, Göttingen: Isotope in Getreidekörnern – ein Schlüssel zur Wirtschaftsweise und sozio-ökonomischen Differenzierung in der Vergangenheit

Getreidefunde aus archäologischen Grabungen bezeugen was die Menschen früher zu ihrer Ernährung angebaut haben. Neben den Unkräutern der Anbauflächen stellen neuerdings auch die Isotopengehalte verkohlter Getreidekörner ein wichtiges Archiv für die Art und Weise des damaligen Getreideanbaus dar.

In günstigen Fällen ist abzuschätzen, ob gemeinsam im Grabungsmaterial gefundene Getreidearten auch zusammen auf demselben Feld standen, also ein Mischanbau stattfand, oder ob die Körner erst später miteinander vermengt wurden. Die Isotope von Kohlenstoff und Stickstoff gewähren nämlich Einblicke in die unterschiedliche Qualität der Böden und die Wasserverfügbarkeit während der Kornreife. Auch eröffnen Isotopenanalysen einen Weg Rückschlüsse auf die relative Höhe von Ernteerträgen zu ziehen und sind für die Rekonstruktion von Nahrungsnetzen eigentlich unerlässlich.

Darüber hinaus können Unterschiede in der Isotopenzusammensetzung wichtige Rückschlüsse auf die einstigen sozio-ökonomischen Verhältnisse innerhalb einer untersuchten Siedlung erlauben. So lässt sich zeigen, welche Haushalte Zugang zu den besseren Böden hatten und inwiefern eine Änderung der Bodenqualität, zur Aufgabe einer Siedlung beigetragen haben kann.

Im Vortrag wird der Referent die hier skizzierten Erkenntnismöglichkeiten anhand von eigenen Beispielen aus unterschiedlichen Naturräumen und Zeitperioden (Slowakei/Bronzezeit, Nordseeküste/Mittelalter) darlegen. Zuvor sollen aber zunächst die Grundlagen für das Verständnis von Isotopen erörtert werden, was auch erste Messergebnisse aus noch laufenden Anbauversuchen von alten Getreidearten miteinschließt.

 

Am ZOOM-Meeting teilnehmen

 

https://zoom.us/j/99600133226?pwd=K0pONXNZVTVHaGZ5WjdMWnhiR01tZz09

Meeting-ID: 996 0013 3226

Kenncode: 567085

Veranstalter

Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart

Ansprechpartner

Jasmin Schadmehri
Tel. +49 7735 / 93 777 112