10:30 Uhr bis 12:00 Uhr (Check-In ab 10:15 Uhr)
Im Jahr 2024 wurde in der Nähe von Riedlingen, Südwestdeutschland, im oberen Donauraum eine vollständig erhaltene Grabkammer aus Holz ausgegraben. In einem heutigen Maisfeld, in einer Art Feuchtgebiet mit Nähe zum Grundwasser, waren die Decke, alle Wände und der Boden aus Eichenbalken und -brettern noch im Boden vorhanden und die Kammer einst von einem Hügel bedeckt. An einigen Hölzern waren sogar noch das Splintholz und die Rinde vorhanden, was eine dendrochronologische Datierung der Fällzeiten ermöglichte: Sowohl im Winter 585/584 v. Chr. als auch im Sommer 584 v. Chr. wurden Eichen gefällt, um die Grabkammer zu bauen, die später geplündert wurde und danach fast keine Funde mehr enthielt. Die derzeitige dendrochronologische Analyse der meisten Holzbalken, die nun ausgegraben und für die Konservierung in Polyethylenglykol vorbereitet werden, hat zum Ziel, die Anzahl der benötigten Bäume sowie die ökologischen Bedingungen der Bäume zu ermitteln und so zur wirtschaftlichen und ökologischen Rekonstruktion dieser eisenzeitlichen Landschaft in der Nähe der zentralen keltischen Siedlung Heuneburg sowie der Existenz einer Vielzahl weiterer Grabhügel beizutragen. Der Vortrag informiert über diese neue Fundstätte und die Ergebnisse der dendroarchäologischen Untersuchungen im Kontext einer intensiv genutzten eisenzeitlichen Landschaft.
Dozent:
Dr. Oliver Nelle, Landesamt für Denkmalpflege
Veranstalter:
Landesamt für Denkmalpflege (LAD), Fachbereich Feuchtbodenarchäologie, Hemmenhofen
Rückfragen und dauerhafte Aufnahme in den Hauskolloquiums-Verteiler:
jasmin.schadmehri(at)rps.bwl.de
Tel. +49 7735 / 93 777 112
Meeting:
https://zoom.us/j/95104902350?pwd=mtBMYLbRhW4tBmfb9mZaj6M18YKXNn.1
Meeting-ID: 951 0490 2350
Kenncode: 918328

