Publikationen und Service

Kolloquium
Die Reformatorenfenster von Ludwig Mittermaier in der Evangelischen Stadtkirche Ravensburg

Datum 23.11.2017 bis 24.11.2017
In Ravensburg hat sich ein deutschlandweit einzigartiger Fensterzyklus in der Evangelischen Stadtkirche erhalten. Im Auftrag der Kirchengemeinde entstanden 1861 in der Werkstatt von Ludwig Mittermaier aus Lauingen sieben großformatige Fenster mit den Darstellungen wichtiger Vertreter der Reformation. Die Entwürfe zu den vier Reformatoren Johannes Brenz, Martin Luther, Philipp Melanchthon und Ulrich Zwingli wurden von Gustav König aus München gezeichnet. Die Vorlagen für die weltlichen Herrscher König Gustav II. Adolf von Schweden, Kurfürst Friedrich III. von Sachsen, genannt Friedrich der Weise, und Herzog Christoph von Württemberg stammen dagegen von Carl Christian Andreae aus Dresden. Als Teil der ehemals vollständigen Neuverglasung der Kirche zeugen die Fenster bis heute vom Ausdruck des protestantischen Selbstverständnisses im 19. Jahrhundert.
Dieser Fensterzyklus, der sieben kirchliche und weltliche Vertreter der Reformation zeigt, ist bundesweit einzigartig in seiner Ikonographie: lebensgroße ganzfigurige Darstellungen im Zentrum fünf Meter hoher Glasfenster. Die Ergebnisse des Forschungsprojektes der Ravensburger Reformatorenfenster werden in der ab 20 .Oktober 2017 laufenden Ausstellung einer breiten Öffentlichkeit präsentiert und im Rahmen des Kolloquiums vorgestellt.
Nach einer Einführung in die regionale Geschichte der Reformation und der Luther-Rezeption im 19. Jahrhundert, widmet sich der Abendvortrag der vielfältigen Denkmallandschaft, die bis heute von den Auswirkungen dieses Umbruchs im 16. Jahrhundert zeugen. Am zweiten Tag sind die Fenster das zentrale Thema der Tagung. Das theologische Programm und die Bau- und Nutzungsgeschichte der Kirche, die unmittelbar mit der Entstehung der Reformatorenfenster zusammenhängt, werden erläutert. Drei weitere Vorträge widmen sich dem denkmalpflegerischen Umgang mit den Ravensburger Fenstern. Neben der Qualität des Bestandes geht es dabei auch um restauratorische Fragestellungen, die anhand der durchgeführten Musterrestaurierung vorgestellt werden. Abgerundet wird der Themenblock mit dem Bericht über das studentische Projekt zur Erfassung der im 20. Jahrhundert ausgebauten Mittermaier-Scheiben. Der letzte Teil des Kolloquiums verlässt Ravensburg und widmet sich zum einem dem Gesamtwerk Ludwig Mittermaiers. Zum anderen soll anhand des Überblicks zur Glasmalerei des 19. Jahrhunderts gezeigt werden, dass neben der Mittermaier Werkstatt zahlreiche weitere Firmen in Baden-Württemberg qualitativ hochwertige Verglasungen schufen. Das Kolloquium endet mit der Finissage zur parallel laufenden Ausstellung „gemalt und ins glas geschmolzen“ in der evangelischen Stadtkirche Ravensburg.
Hinweise Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, von der Stadt Ravensburg, vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau– Oberste Denkmalschutzbehörde und von der Ev. Stadtkirche Ravensburg.
Veranstalter Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart
Veranstaltungsort Schwörsaal im Waaghaus
Marienplatz 28
88212 Ravensburg


Zur Routenplanung über Google Maps
Ansprechpartner Dunja Kielmann
dunja.kielmann@rps.bwl.de