Publikationen und Service

Historische Ortsanalyse „Tettnang“ (Bodenseekreis)

Offizielle Übergabe durch das Landesamt für Denkmalpflege am Mittwoch, 23. Oktober 2019, 16:00 Uhr, im Rathaus Tettnang

Presseeinladung Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

die Historische Ortsanalyse für Tettnang wurde fertig gestellt. Im Rahmen einer Gemeinderatssitzung übergibt das Landesamt für Denkmalpflege dieses neue Planungsinstrument der städtebaulichen Denkmalpflege an den Bürgermeister Bruno Walter im Rathaus in Tettnang.

 

Wir laden Sie als Pressevertreterin beziehungsweise als Pressevertreter herzlich zum Übergabe der Historischen Ortsanalyse ein. Kommen Sie am

 

Mittwoch, 23. Oktober 2019,

16:00 Uhr, ins Rathaus,

Montfortstraße 7, 88069 Tettnang

 

Wir freuen uns auf Ihr Kommen.

 

Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Lisa Schlager

Pressereferentin

Pressestelle Regierungspräsidium Stuttgart, 0711/904-10002

 

Hintergrundinformationen:

Das Landesamt für Denkmalpflege hat inzwischen über 50 Wertepläne und 80 Historische Ortsanalysen für gesamtanlagenwürdige und erhaltenswerte Stadt- und Ortskerne des Landes erstellt. In diesen Fachplänen wird die Vielzahl, Vielfalt, Individualität und Qualität der Siedlungslandschaft in Baden-Württemberg gewürdigt. Mit dem Planwerk werden nun auch die denkmalpflegerischen Werte der Altstadt Tettnang präzise erfasst, aktualisiert und anschaulich dargestellt. Mit ihrer Lage auf einem vorspringenden Moränenrücken entfaltet die Stadtsilhouette einschließlich des fernwirksamen Neuen Schlosses eine beachtliche Auswirkung. Trotz der massiven Zerstörungen, die die beiden letzten großen Stadtbrände in den Jahren 1800 und 1849 anrichteten, besitzt die von Wiederaufbauten geprägte Altstadt erhaltenswerten Charakter. Schon 882 erstmals erwähnt, gewann der Ort ab 1260 als Residenz derer von Montfort zunehmend an Bedeutung, wurde jedoch im Thronstreit zwischen Friedrich dem Schönen von Habsburg und König Ludwig von Bayern im Jahr 1322 vollständig zerstört. Tettnang wurde anschließend befestigt und mit einem breiten Straßenmarkt als zentrale Achse ausgestattet wieder aufgebaut, beidseits jeweils gesäumt von Häuserzeilen. Im 16. Jahrhundert hatte man im Rahmen der städtischen Verdichtung den Straßenmarkt mit einer neuen Bauzeile bebaut und damit die zentrale Achse in die heutige Montfort- und Schulstraße aufgeteilt. Drei Schlösser prägen bis heute das Stadtbild, das Torschloss am nordöstlichen Ende des Straßenmarktes, das Alte Schloss und heutige Rathaus am südwestlichen Ende sowie das Neue Schloss, das man westlich des Alten Schlosses von 1712 bis 1720 als große barocke Anlage neu errichtete. Die Kosten für den Wiederaufbau nach einem Brand im Jahr 1753 waren beträchtlich, die überschuldete Grafschaft Montfort und damit auch die Stadt Tettnang mussten 1780 schließlich an das Haus Habsburg übergeben werden. Tettnang büßte zwar seine Funktion als Residenzstadt ein, doch seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert prosperierte die Stadt erneut. Bis heute kann man in Tettnang all diese prägenden Epochen gut ablesen, von der Geschichte als Residenzstadt beginnend über die Phasen der brandbedingten Wiederaufbauten bis hin zur jüngsten Wachstumsphase ab dem 19. Jahrhundert. Die Intention der Historischen Ortsanalysen und Wertepläne ist eine ganzheitliche Darstellung des kulturellen Erbes: Hier werden nicht nur die Kulturdenkmale, sondern auch deren wesentlicher Kontext mit erhaltenswerten Gebäuden, Straßenzügen, Plätzen und Grünflächen dokumentiert. In Texten, Karten und Fotos werden alle Elemente, die den historischen, schützenswerten Stadtkern prägen, beschrieben und bewertet. Als städtebaulich-historischer Fachbeitrag des Landesamts für Denkmalpflege ermöglicht er für die tägliche Praxis einen unkomplizierten und schnellen Datenzugriff und steht damit allen am Planen und Bauen in der Altstadt beteiligten Behörden und Personen tagesaktuell zur Verfügung.