Publikationen und Service

Erinnerung: Einladung zur Denkmalreise mit Wirtschaftsstaatssekretärin Katrin Schütz vom 2. bis 5. September 2019

Pressemitteilung Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

 

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

Baden-Württemberg verfügt über eine sehr reiche Kulturlandschaft. Zu dieser zählen unter anderem sechs Welterbstätten, mehr als 96.000 Bau- und Kunstdenkmale sowie 82.000 archäologische Fundorte. Diese prägen das Bild von vielen Städten, Gemeinden und Landschaften sowie deren Identität. Dieses wertvolle Erbe muss durch gemeinsames Engagement erhalten und geschützt werden.

 

Staatssekretärin Katrin Schütz wird sich während einer viertägigen Denkmalreise vom 2. bis 5. September 2019 in allen vier Regierungsbezirken des Landes über ausgewählte Denkmale und den Denkmalschutz informieren.

 

Einige Stationen der Reise nehmen Bezug auf den Tag des offenen Denkmals am 8. September 2019, der unter dem Motto „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“ steht. Das Motto – anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Bauhauses – lädt dazu ein, den Blick auf revolutionäre Ideen oder technische Fortschritte über die Jahrhunderte zu richten und darauf, wie sich daraus neue Kunst- und Baustile als Zeitzeugnisse der gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Gegebenheiten entwickelten.

 

Sie sind herzlich eingeladen, die gesamte Reise oder einzelne Programmpunkte davon zu begleiten (Tagesprogramme siehe unten). Vor Ort stehen Ihnen neben Staatssekretärin Schütz fachkundige Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner der Landesdenkmalpflege für Fragen zur Verfügung.

 

Aus organisatorischen Gründen bitten wir Sie um eine Anmeldung mit Angabe der jeweiligen Programmpunkte per Mail an pressestelle(at)wm.bwl.de bis zum 1. September 2019.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

gez. Katja Lumpp

 

Programm der Denkmalreise:

 

Montag, 2. September 2019 – Regierungsbezirk Stuttgart

13.00 - 14.00 Uhr

CT-Verfahren Blockbergung,

fem Forschungsinstitut Edelmetalle + Metallchemie,

Katharinenstraße 17,

73525 Schwäbisch Gmünd

 

Treffpunkt:

Haupteingang,

Katharinenstraße 17

Das Forschungsinstitut für Edelmetalle und Metallchemie (fem) in Schwäbisch Gmünd, betreibt industrienahe, angewandte Forschungs- und Entwicklungsarbeit, insbesondere auf dem Gebiet der Edelmetalle und der galvanischen Oberflächenveredelung. Mittels der Röntgencomputertomographie (RCT) konnten internationale Maßstäbe in der Auswertung von Fundgegenständen aus dem Bereich der Archäologie und Restaurierung gesetzt werden.

15.30 - 16.30 Uhr

Siedlung Ziegelklinge,

Sperlingstraße 2-18,

70199 Stuttgart

 

Treffpunkt:

Ecke Sandweg / Sperlingstraße

Die 1928 durch die Stadt Stuttgart nach Entwürfen des Architekten Albert Schieber erbaute Siedlung für Tuberkulosekranke entstand ein Jahr nach Errichtung der Weißenhofsiedlung. Die Ziegelklinge stellt daher ein anschauliches Beispiel für den Einfluss des Neuen Bauens auf den Wohnungsbau der Stadt Stuttgart dar.

17.00 - 18.00 Uhr

Gärten der Weißenhofsiedlung,

Rathenaustraße 1,

70191 Stuttgart

 

Treffpunkt:

Weißenhofmuseum,

Rathenaustraße 1

Die Werkbundausstellung „Die Wohnung“ fand 1927 am Weißenhof in Stuttgart mit dem Ziel statt, dauer-hafte Wohnhäuser zu errichten. Zwischen der Einladung der Architekten Ende Oktober 1926 und der Ausstellungseröffnung lagen nur acht Monate. In dieser kurzen Zeit mussten Entwurf, Planung, Genehmigung, Bau und Einrichtung der Häuser erfolgen. Anstelle des ursprünglich angestrebten Gesamtkonzepts für die Gärten der Siedlung legten wohl nur Le Corbusier, Scharoun, Taut und Oud Entwürfe für die Gartengestaltung vor.

Dienstag, 3. September 2019 – Regierungsbezirk Tübingen

9.30 - 10.30 Uhr

Siedlungswüstung Sülchen mit

Sülchenkirche Rottenburg,

Sülchen 1,

72108 Rottenburg am Neckar

 

Treffpunkt:

Parkplatz Sülchenfriedhof/-kirche

In Rottenburg werden die restaurierte Sülchenkirche und das Museum mit seiner multimedialen Ausstellung besichtigt. Gezeigt werden die bei den Grabungsarbeiten 2011 bis 2017 gefundenen archäologischen Kunstschätze, eingebettet in die Inszenierung „Die Baugeschichte der drei Sülchen-Kirchen“ in die europäische Kunstgeschichte.

11.15 - 12.15 Uhr

Ehemaliges Konzentrationslager Bisingen,

Hinter Stöck 20,

72406 Bisingen

 

Treffpunkt:

Gebäude Hinter Stöck 20/11

Mit der Forschungsgrabung in Bisingen beschäftigt sich die Landesarchäologie erstmals mit der „NS-Lagerarchäologie“. Im Rahmen der Grabung und ihrer Auswertung sollen Erhaltung und Aussagekraft der lagerzeitlichen Relikte ermittelt werden, die 2018 geophysikalisch nachgewiesen werden konnten.

Der Gedenkstättenverein KZ Bisingen e. V. gehört zu den Institutionen, denen im vergangenen Jahr für ihre deutsch-französische Vermittlungsarbeit an den Standorten des ehemaligen Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof das Europäische Kulturerbe-Siegel verliehen wurde.

14.55 - 15.55 Uhr

Katholische Kirche St. Vinzenz in Untermarchtal + Ausstellung ZWÖLF-Kirchenbauten der Nachkriegsmoderne,

Margarita-Lindner-Straße 12,

89617 Untermarchtal

 

Treffpunkt:

Vorplatz vor der Kirche

Nicht aus der, sondern in die Zeit gefallen wirkt die über dem Donautal und über der Klosteranlage trutzende Kirche St. Vinzenz.

Vom „Betonbunker“ bis zur „Vater unser-Garage“ reichen die Umschreibungen der Kirchenbauten der Nachkriegsmoderne. Das soll die Ausstellung ZWÖLF ändern. Sie will den verbreiteten Vorbehalten begegnen und für Bauwerke von erstaunlicher Qualität und Vielfalt werben.

17.10 - 18.30 Uhr

Kloster und Schloss Salem,

Schloss Salem,

88682 Salem

 

Treffpunkt:

Am Unteren Tor

Schloss Salem, ehemals Zisterzienser-Reichsabtei und später Residenz der Markgrafen des Hauses Baden, ist aufgrund seiner herausragenden Architektur, seiner äußerst wertvollen Ausstattung und seiner außergewöhnlich hohen geschichtlichen und kulturgeschichtlichen Bedeutung ein Monument von nationalem Rang und zählt zu den bedeutendsten Kulturdenkmalen des Landes.

 

 

Mittwoch, 4. September 2019 – Regierungsbezirk Freiburg

9.15 - 10.15 Uhr

Wohnhaus eines ehem. Gehöftes Öhningen-Wangen,

Hauptstraße 19,

78337 Öhningen-Wangen

 

Treffpunkt:

Hauptstraße 9,

Parkplatz am Seeufer

Das Projekt wird aus dem sogenannten Leerstandsprogramm des Landes gefördert. Dieses leistet nicht nur einen wesentlichen Beitrag, um dem Strukturwandel im ländlichen Raum entgegenzuwirken, sondern dient ebenso der Wirtschaftsförderung, da qualifizierte Handwerker und Restauratoren an der Ausführung beteiligt waren.

11.30 - 13.00 Uhr

Archäologische Fundstelle Magdalenenberg Villingen,

Rietgasse 2,

78050 Villingen-Schwenningen

 

Treffpunkt:

Franziskanermuseum,

Rietgasse 2

Mit einem Durchmesser von etwa 100 m und einer Höhe von 8 m prägt der als Grabhügel im 7. Jh. v. Chr. errichtete Magdalenenberg die Landschaft und war bis in die Neuzeit hinein im Bewusstsein der lokalen Bevölkerung präsent. Er stellt einen der größten, bekannten Grabhügel der jüngeren Hallstattzeit dar. Zudem handelt es sich um die größte Nachbestattungsnekropole des westlichen Hallstattkreises.

15.00 - 16.00 Uhr

Alter Friedhof Freiburg,

Karlstraße 39,

79104 Freiburg

 

Treffpunkt:

Alter Friedhof,

vor der Michaelskapelle

Der „Alte Friedhof“ war von 1683 bis 1872 in Benutzung. Er wird geprägt durch die Ensemblewirkung, die sich aus dem Kontext von Friedhofskapelle und Nebengebäuden, von Grabmalen und Gedenkstätten verschiedener Art, Friedhofsmauer mit Nischengräbern und parkartigem alten Baumbestand ergibt.

16.30 - 17.30 Uhr

Gutshof und „Pferdestall“, heutiger Bürgertreff Gutach,

Elzstraße 8,

79261 Gutach

 

Treffpunkt:

Im Innenhof des Gutshofs

Der gesamte Gutshof wurde für Wohnzwecke um- und ausgebaut. Der Pferdestall bleibt dank der Funktion als Bürgertreff raumtechnisch nahezu unverändert und steht der Bevölkerung offen und stellt damit eine gelungene Umnutzung unter Erhalt der historischen Ausstattung dar.

Donnerstag, 5. September 2019 – Regierungsbezirk Karlsruhe

9.20 - 10.20 Uhr

 

 

Fachwerkhaus Maulbronn,

Brettener Straße 20,

75433 Maulbronn-

Zaisersweiher

 

Treffpunkt:

Johanneskirche,

Kirchgasse 20

Rettung in letzter Minute und gelungene Fachwerkinstandsetzung, zeichnen dieses Projekt aus. Bis zur Denkmalreise und dem Tag des offenen Denkmals sind die Arbeiten weit vorangeschritten und man sieht die sehr guten Ergebnisse.

11.50 - 12.50 Uhr

Archäologische Funde und 3D-Scanning Heidelberg,

Heiligenberg 1,

69121 Heidelberg

 

Treffpunkt:

Großer Parkplatz auf dem Heiligenberg

Informationen über neueste Forschungen (gemeinsames Projekt von LAD/Stadt Heidelberg/Schutzgemeinschaft Heiligenberg e. V.), die Bürgerbeteiligung (Schutzgemeinschaft Heiligenberg e. V.) und Prospektionsmethoden (LIDAR Scans/Fernerkundung/3D-Laserscan) werden hier vor dem Hintergrund der zu erarbeitenden Keltenkonzeption des Landes Baden-Württemberg gezeigt. Der Heiligenberg stellt mit seinen beiden Ringwällen die größte und bedeutendste frühkeltische Siedlung im Regierungsbezirk Karls-ruhe dar.

15.00 - 16.00 Uhr

Taharahalle auf dem jüdischen Friedhof Bruchsal,

Friedhofstraße 33,

76646 Bruchsal

 

Treffpunkt:

Friedhofseingang an den Parkplätzen

Die Bruchsaler Taharahalle, wurde 1890 als Stiftung des Gemeindemitglieds Leopold Nöther auf dem jüdi-schen Friedhof bei St. Peter errichtet. Sie diente der rituellen Leichenwaschung verstorbener Juden vor der Bestattung.

Die Bruchsaler Taharahalle ist nicht nur als Zeugnis der ehemals starken jüdischen Gemeinde von Bruchsal von lokaler Bedeutung, sondern als Dokument jüdischer Bestattungskultur auf den gemeinsam genutzten Verbandsfriedhöfen auch von überregionaler Bedeutung.

16.40 - 17.40 Uhr

Werkbundsiedlung „Dörfle“ Karlsruhe,

Am Künstlerhaus 32,

76131 Karlsruhe

 

Treffpunkt:

Waldhornplatz

Das Arbeiterquartier „Dörfle“ ging noch auf die Gründerjahre des 18. Jahrhundert zurück und war von Bombardierungen weitgehend verschont geblieben, jedoch in einem baulich und sozial prekären Zustand.

Aus heutiger Sicht bildet das Werkbundprojekt „Dörfle“ ein bemerkenswertes architektonisches Zeugnis stadtplanerischer Neubesinnung in den 1970er Jahren.