Publikationen und Service

Einladung zur Denkmalreise mit Wirtschaftsstaatssekretärin Katrin Schütz vom 8. bis 11. September 2020

Presseeinladung Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

Baden-Württemberg verfügt über eine sehr reiche Kulturlandschaft. Zahlreiche Bau- und Kunstdenkmale sowie archäologische Fundorte prägen das Bild von vielen Städten, Gemeinden und Landschaften sowie deren Identität. Dieses wertvolle Erbe muss durch gemeinsames Engagement erhalten und geschützt werden.

 

Staatssekretärin Katrin Schütz wird sich bei ihrer viertägigen Denkmalreise vom 8. bis 11. September 2020 in allen vier Regierungsbezirken des Landes über ausgewählte Denkmale und den Denkmalschutz informieren.

 

Auf der Reise zeigen wir Spuren der Eiszeitjäger im Breisgau-Hochschwarzwald, ehemalige Werkräume einer Zigarrenfabrik sowie filigrane Architektur inmitten des wohltuenden Kurgartens der schönen Gesundheitsstadt Bad Mergentheim. Erfahren Sie mehr über herausragendes bürgerschaftliches Engagement beim archäologischen Wunnenstein-Projekt und über den „Viergötterstein“ aus Nagold. Lernen Sie ein Hufengehöft kennen, das mit Herzblut und in alter Bautradition entsprechend modernen Standards saniert wird. Vom Heiligen Berg Oberschwabens, dem „Bussen“, bis zum bemerkenswerten Triumphbogenkruzifix als seltenen Vertreter des stilistischen Übergangs von der Romanik zur Gotik gibt es auch bei der diesjährigen Reise wieder viel zu entdecken.

 

 

Die Denkmalwoche, die mit dem Tag des offenen Denkmals am 13. September 2020 ihren würdigen Abschluss findet, kann anhand von Filmen und Aktionen auf unserer Webseite und in den sozialen Medien in diesem Jahr besonders aktiv verfolgt werden. Viele Stationen werden digital von Staatssekretärin Katrin Schütz persönlich gezeigt und die Denkmaleigentümer sowie die jeweils zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landesamts für Denkmalpflege werden zu Wort kommen.

 

Die Filme der Denkmalreise werden am Folgetag des jeweiligen Reistages unter folgendem Link bereitgestellt:

www.wm.baden-wuerttemberg.de/Tag-des-offenen-Denkmals

So können auch Bürgerinnen und Bürger die Denkmalreise verfolgen und erleben, wie vielfältig unsere Kulturdenkmale im Land sind, die wir als unser kulturelles Erbe durch gemeinsames Engagement schützen und erhalten.

 

Sie sind herzlich eingeladen, die gesamte Reise oder einzelne Programmpunkte davon zu begleiten (Tagesprogramme siehe unten). Vor Ort stehen Ihnen neben Staatssekretärin Schütz fachkundige Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner der Landesdenkmalpflege für Fragen zur Verfügung.

 

Aus organisatorischen Gründen bitten wir Sie um eine Anmeldung mit Angabe der jeweiligen Programmpunkte per Mail an pressestelle(at)wm.bwl.de bis zum 4. September 2020. Bitte achten Sie bei den Terminen auf den gebotenen Sicherheitsabstand und tragen Sie bitte eine Mund-Nasen-Bedeckung. Es wird hierzu auf die jeweils geltende Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg verwiesen.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

gez. Katja Lumpp

 

Programm der Denkmalreise:

Dienstag, 8. September 2020 – Regierungsbezirk Karlsruhe

09.30 - 10.45 Uhr

Evangelische St. Remigius Kirche

Friedhofstraße 25

72202 Nagold

 

Treffpunkt:

Bahnhofstraße 16
72202 Nagold

Die romanische St. Remigius Kirche wurde unter Verwendung römischer Bauteile auf den Ruinen einer römischen villa rustica errichtet. Der bedeutendste Fund bei Nagolds ältester Kirche ist sicherlich der einst in der südlichen Kirchenwand vermauerte „Viergötterstein“ mit Darstellungen der römischen Gottheiten Merkur, Minerva, Juno und Herkules. In der Kirche sind ebenso römische Säulen verbaut, die den Triumphbogen tragen. Im Chor können durch Anheben einer Platte die Reste der Ausgrabung angesehen werden.

 

11.30 - 12.45 Uhr

Theurershof

Theurersweg 4

75365 Calw Speßhardt

 

Treffpunkt:

Vor dem Gebäude

Einzellage

Das Hufengehöft „Theurershof“ wurde nach Holzfälldaten wohl um 1620 errichtet. Das Projekt ist geprägt vom Engagement des Denkmaleigentümers, der sich zur Aufgabe gemacht hat, das Gebäude denkmalgerecht zu sanieren und mit bauzeitlichen Baumaterialien und in bauzeitlicher Bautradition zu restaurieren. Nach Fertigstellung soll er der Öffentlichkeit als Seminar-Bauernhof mit Restaurant und Tagungsstätte sowie Kleintierhaltung zugänglich gemacht werden.

 

Mittwoch, 9. September 2020 – Regierungsbezirk Tübingen

10.00 - 11.00 Uhr

Katholische Pfarrkirche St. Michael

Kirchgasse 15

72519 Veringenstadt – Veringendorf

 

Treffpunkt:

Haupteingang zur Kirche

Die Pfarrkirche St. Michael geht in ihrem Kern auf das späte 11. Jahrhundert zurück. Bereits um 800 entstand hier erstmals eine Steinkirche, von der noch Mauerreste erhalten sind und gehört damit zu den ältesten Kirchen des Landes. Als ältester Teil der Ausstattung muss der annähernd tausend Jahre alte Taufstein im Chor gelten. Beachtenswert ist außerdem das große Triumphbogenkruzifix im Chor, das wohl um die Mitte des 13. Jahrhunderts geschnitzt wurde und ein seltener Vertreter des stilistischen Übergangs von der Romanik zur Gotik ist.

 

11.45 - 12.45 Uhr

Bussen – Heiliger Berg

Oberschwabens

Zum Bussen 49

88524 Uttenweiler-Offingen

 

Treffpunkt:

Parkplatz am Bussen

Zum Bussen 43

88524 Uttenweiler-Offingen

Nördlich von Uttenweiler-Offingen befindet sich der landschaftsprägende, freistehende Kegel des Berges Bussen. Volkstümlich trägt er die Bezeichnung „Heiliger Berg Oberschwabens“. Neben mittelalterlichen und bronzezeitlichen Funden sind auch hall-stattzeitliche Keramikscherben bekannt, die auf eine wichtige Bedeutung in frühkeltischer Zeit schließen lassen. Dies zeigen auch Neufunde aus Unlingen, die am Bergfuß zutage kamen. In den Jahren 2019 und 2020 wurden archäologische Ausgrabungen durchgeführt, die für die Entschlüsselung der gesamten Besiedlungsgeschichte des Berges von wesentlicher Bedeutung sind.

Donnerstag, 10. September 2020 – Regierungsbezirk Freiburg

11.30 - 13.00 Uhr

„Steinacker“ Müllheim Feldberg

47°46'22.40"N, 7°37'1.80"E

79379 Müllheim-Feldberg

 

Treffpunkt:

Weingut Waldkirch

Niedermattweg

79379 Müllheim-Feldberg

Die überregional bedeutsame Siedlung am Steinacker befindet sich in der als Markgräfler Hügelland bezeichneten Kandern-Müllheimer Vorbergzone des Steinackers. Von hier konnten die Eiszeitjäger die Tiere in der Mauchener Talmulde beobachten und zur Strecke bringen. Zudem konnten sie für die Herstellung der Steingeräte auf die lokalen Hornstein-Vorkommen zugreifen. Die Funde vom Steinacker repräsentieren den bislang einzigen Nachweis einer gravettienzeitlicher Besiedlung (ca. 30.000 Jahre alt) in Baden-Württemberg außerhalb der Welterbestätten im Ach- und Lonetal. Durch die jüngsten Forschungen gelang zudem erstmals der Nachweis von Aktivitäten des Neandertalers in einer Freilandstation im Südwesten (ca. 50.000-70.000 Jahre alt).

 

15.00 - 16.00 Uhr

Palais Wunderlich

Kaiserstraße 62

77933 Lahr

 

Treffpunkt:

Haupteingang

Das um 1800 errichtete Stadtpalais mit den ehemaligen Werkräumen der Zigarrenfabrik Bader in den Seitenflügeln wurde im Zuge der abgeschlossenen Gesamtsanierung 2019 in ein attraktives Gästehaus mit Ferienwohnungen verwandelt. Dank dieser privaten Initiative konnte hier der Öffentlichkeit ein bemerkenswerter Teil der Lahrer Wirtschafts- und Sozialgeschichte erhalten werden.

 

Freitag, 11. September 2020 – Regierungsbezirk Stuttgart

09.15 - 10.15 Uhr

 

 

Höhensiedlung Wunnenstein

Wunnensteinberg,

71723 Großbottwar

 

Treffpunkt:

Wanderparkplatz Wunnenstein

Parkplatz Wunnenstein-Ost

Wunnensteinberg,

71723 Großbottwar

(Hinweis: nicht zu verwechseln mit Raststätte Wunnenstein an der A 81!)

Der Wunnenstein gehört zu den geschichtsträchtigsten Orten des Kreises Ludwigsburg. Bereits in der Mittleren Steinzeit, vor 8 000 bis 10 000 Jahren, wurde sein Gipfel von nacheiszeitlichen Jäger- und Sammlergruppen als Lagerplatz genutzt; auch Funde der Urnenfelderzeit (1200-800 v. Chr.) sind vom Berggipfel bekannt. Römische Dachziegel und Gefäßscherben, die seit dem 19. Jahrhundert zutage traten, zeugen von einem römischen Bauwerk auf dem Wunnenstein, bei dem es sich um einen Tempel gehandelt haben dürfte. Spätestens im 13. Jahrhundert entstand die Burg der Herren von Wunnenstein, deren wichtigster Repräsentant, der „gleißende Wolf“, mit der romantischen Lyrik Ludwig Uhlands Eingang ins geistige Allgemeingut Württembergs gefunden hat. Die genaue Gestalt der Burg, die zu Anfang des 15. Jahrhunderts bereits wieder verfiel, ist heute unbekannt und könnte durch archäologische Ausgrabungen ermittelt werden.

 

11.30 - 13.00 Uhr

Kurgarten Bad Mergentheim

Lothar-Daiker-Straße

97980 Bad Mergentheim

 

Treffpunkt:

Kurverwaltung

Lothar-Daiker-Straße 4

97980 Bad Mergentheim

Der Kurgarten liegt nördlich des Tauberkanals im Anschluss an den Schlossgarten. Er wurde als Landschaftsgarten mit Alleenanlage angelegt. Das Haus des Gastes - ein dreigeschossiger, verputzter Massivbau unter Walmdach, erbaut 1921, geht auf die Planung des Stuttgarter Architekten Paul Bonatz zurück. 1928 kamen ein Musik- und ein Cafépavillon sowie die Wandelhalle mit zwei Trinkpavillons dazu. Diese wurden 1934 durch Kurkolonnaden mit Läden ergänzt. Geplant von Eduard Krüger, einem Schüler von Paul Bonatz, zeigen sich diese flachgedeckten, lichtdurchfluteten Stahlbetonbauten mit ihrer filigranen Architektur im Stil der Neuen Sachlichkeit.