Publikationen und Service

Historische Ortsanalyse Waldenburg, Hohenlohekreis

Offizielle Übergabe durch das Landesamt für Denkmalpflege am 04. Juli um 19:30 Uhr in Waldenburg

PRESSEEINLADUNG                                                                     27. Juni 2018

Nr.: 229/2018

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

die Ortsanalyse für Waldenburg ist fertiggestellt. Das Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart wird die Ausarbeitung an die Stadt Waldenburg übergeben und im Rahmen eines „historischen Gesprächsabends“ erläutern.

 

Hierzu sind Sie herzlich eingeladen.

 

Bitte kommen Sie am

Mittwoch, den 04. Juli 2018,

um 19:30 Uhr in das Rathaus, Großer Sitzungssaal,

in der Hauptstraße 13 in 74638 Waldenburg.

 

 

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

 

Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Saskia Becker

Pressestelle Regierungspräsidium Stuttgart, 0711/904-10002

 

Hintergrundinformationen:

Zu den vorbereitenden Untersuchungen für das Sanierungsgebiet Altstadt Waldenburg wurde eine historische Ortsanalyse erstellt, in der die städtebaulichen und denkmalpflegerischen Werte aufgezeigt werden. Im Mittelpunkt stehen Eckdaten der Waldenburger Stadtgeschichte, alte Pläne und ein denkmalpflegerischer Wertekatalog.

Die Stadt Waldenburg liegt im Hohenlohekreis. Die Stadt auf Spornlage ist durch ihre charakteristische Stadtsilhouette mit Schloss und Ummauerung bereits aus weiter Ferne erkennbar. Der so genannte „Balkon Hohenlohes“ ermöglicht einen weiten Blick über die Hohenloher Ebene und die Waldenburger Berge. Der Beginn der Siedlungsgeschichte wird bereits zur Stauferzeit im 12. Jh. angenommen. Spätestens mit dem Burgenbau im 13. Jahrhundert beginnt eine Besiedlung des Bergsporns. Die Aufrüstung der Stadtmauern und Verteidigungsanlagen im 15. Jahrhundert ist bis heute im Stadtbild Waldenburgs präsent. Besonders prägend, sowohl ortsgeschichtlich, als auch stadtbaugeschichtlich, sind die Folgen des Zweiten Weltkrieges. In den letzten Kriegstagen 1945 besetzten deutsche Soldaten die Stadt und nutzen sie als Gefechtsstation. Waldenburg wurde so fast in Gänze in seinem baulichen Bestand zerstört. Die Folge war ein fast vollständiger Wiederaufbau in den 1950er Jahren, der den Baubestand und den Stadtgrundriss bis heute prägt.

Die Kulturdenkmale setzen sich zusammen aus noch erhaltenen älteren Gebäuden wie Kirche oder Schloss, zeigen aber auch die Wertigkeiten der Wiederaufbauzeit, zum Beispiel in den verwaltungsgeschichtlichen Gebäuden wie dem neuen Rathaus. Um diese Einzeldenkmale in einem Kontext zu verbinden, sind so genannte erhaltenswerte Gebäude von hoher Wichtigkeit, da sie den größeren Kontext des historischen Verständnisses bis heute mitprägen. So sind zum Beispiel die Wettgasse und ihre Mauerbebauung bis heute charakteristisch für die Stadt im 18. Jahrhundert aber auch der Inbegriff der Interpretation und des Rückgriffes auf Historisches in den 1950er Jahren. Waldenburg zeigt in seinem heutigen Bestand aus Kulturdenkmalen und erhaltenswerten Gebäuden den Umgang der 1950er Jahren mit historischem Baubestand. So vollzieht sich hier der städtebauliche Wiederaufbau in einem die Historie unterstreichenden und traditionellen Baukonzept.

 

Die Intention der historischen Ortsanalyse ist eine ganzheitliche und zugleich knappe Darstellung des kulturellen Erbes: Hier werden nicht nur die Kulturdenkmale, sondern auch deren wesentlicher Kontext mit erhaltenswerten Gebäuden, Straßenzügen, Plätzen und Grünflächen dokumentiert. In Texten, Karten und Fotos werden alle Elemente, die den historischen Stadtkern prägen, beschrieben und bewertet. Als städtebaulich-historischer Fachbeitrag des Landesamts für Denkmalpflege ermöglicht er für die tägliche Praxis einen unkomplizierten und schnellen Datenzugriff und steht damit allen am Planen und Bauen beteiligten Behörden und Personen zur Verfügung.