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Einblicke in die Zeit vor 2500 Jahren - Das Geheimnis der Keltenfürstin Buchvorstellung auf der Heuneburg

Der Landkreis Sigmaringen, die Gemeinde Herbertingen und die Gesellschaft für Archäologie in Württemberg und Hohenzollern laden am kommenden Donnerstag, 13. September 2018, 19 Uhr, zur Vorstellung des Buches „Das Geheimnis der Keltenfürstin. Der sensationelle Fund von der Heuneburg“ in das Herrenhaus des Freilichtmuseums Heuneburg ein. Nach Grußworten von Landrätin Stefanie Bürkle und Bürgermeister Magnus Hoppe stellen die Autoren des Bandes, Landesarchäologe Prof. Dr. Dirk Krausse und die Chefrestauratorin des Landesamts für Denkmalpflege, Nicole Ebinger-Rist, in einer Bilderschau den Band vor und eröffnen in einem Vortrag spannende Einblicke in die faszinierende Welt der keltischen Fürstin auf der Heuneburg vor rund 2500 Jahren. Nachdem Landesarchäologe Dirk Krausse nicht nur der zurzeit beste Kenner der Geschichte des frühkeltischen Fürstensitzes Heuneburg, sondern zugleich ein begnadeter und begeisternder Geschichtsvermittler ist, verspricht die Veranstaltung zu einem besonderen Erlebnis für alle Geschichtsinteressierten zu werden. Nicole Ebinger-Rist wird zudem Einblicke in die hohe Kunst der archäologischen Objektrestaurierung geben, deren Methoden und Techniken während der diffizilen Arbeiten am Fürstinnengrab auf ein neues Niveau gehoben wurden. Im Anschluss an Vortrag und Buchvorstellung lädt die Gemeinde Herbertingen zu einem Stehempfang ein und kann das Buch erworben werden.

 

Die Heuneburg an der oberen Donau gehört zu den bedeutendsten prähistorischen Fundstätten Deutschlands und Mitteleuropas. Aus archäologischer Sicht handelt es sich bei ihr um die derzeit älteste bekannte Stadt nördlich der Alpen. Vieles spricht dafür, dass die Heuneburg identisch mit der von Herodot im 5. Jahrhundert v. Chr. erwähnten Keltenstadt Pyrene ist. 2010 rückte die Heuneburg erneut in den Fokus der archäologischen Forschung: Die Entdeckung eines überraschend gut erhaltenen und unberaubten Holzkammergrabes einer privilegierten Frau, die 583 v. Chr. in der Donauebene bestattet wurde, war eine Sensation. Die sich anschließende Bergung des Grabes in einem riesigen, 80 Tonnen schweren Block gehörte zu den spektakulärsten archäologischen Unternehmungen der letzten Jahre und hat auch international großes Aufsehen erregt. In jahrelanger Feinarbeit wurden die Grabkammer und ihr kostbarer Inhalt unter Laborbedingungen Millimeter für Millimeter freigelegt, analysiert, restauriert und ausgewertet. Bei der Leitung dieses „Keltenblock-Projekts“ arbeitete der Archäologe Dirk Krausse mit der Restauratorin Nicole Ebinger-Rist Hand in Hand. Unterstützt wurden sie von einem interdisziplinären Team von Grabungstechnikern, Restauratoren und Naturwissenschaftlern des Landesamts für Denkmalpflege. Die Ergebnisse dieses aufsehenerregenden Forschungsprojektes werden nun in einem opulenten und reich bebilderten Buch von Dirk Krausse und Nicole Ebinger-Rist einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

 

 

Bildlegende:

Goldkugeln aus dem Grab der Keltenfürstin von der Heuneburg (Vorlage: Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg). Foto: Y. Mühleis, LAD