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Ausgrabungen in Wyhl am Kaiserstuhl im Baugebiet „Etterpfad“

01.09.17

 

PRESSEEINLADUNG                                                                  1. September 2017

Nr.: 286/2017

 

Ausgrabungen in Wyhl am Kaiserstuhl im Baugebiet „Etterpfad“ (Landkreis Emmendingen)

 

Pressetermin am 6. September 2017

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

im Namen der Archäologischen Denkmalpflege laden wir Sie herzlich zu einem Pressetermin ein. Kommen Sie am

 

6. September 2017 um 11

nach Wyhl am Kaiserstuhl, Baugebiet „Etterpfad“

Treffpunkt Parkplatz Friedhof, Etterstraße

 

Wir freuen uns über Ihr Kommen!

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Katja Lumpp

 

Pressestelle Regierungspräsidium Stuttgart

Tel. 0711/904-10002, E-Mail pressestelle(at)rps.bwl.de  

 

 

Weitere Informationen:

Seit dem 24. Juli 2017 führt die archäologische Fachfirma Archäograph GbR aus Friedberg in Bayern mit ihrem achtköpfigen Team im Vorfeld der Erschließungsarbeiten für das Neubaugebiet „Etterpfad“ in Wyhl a. K. eine archäologische Rettungsgrabung durch. Auftraggeberin ist die Erschließungsgemeinschaft „Etterpfad“.

 

Die Ausgrabungen auf der rund 21.000m² großen Fläche bestätigen die Ergebnisse der Sondageuntersuchungen des Landesamtes für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, Dienststelle Freiburg i.Br., dass sich auf dem Baugelände unterhalb des humosen Oberbodens die Reste einer eisenzeitlichen Siedlung befinden. Diese zeichnen sich als dunkle Verfärbungen im hellen Löss ab. Bisher wurden mehrere  Grubenhäuser, Silogruben, ein ebenerdiger Hausgrundriss und einige Siedlungsgruben, u.a. mit Tierdeponierungen freigelegt.

 

Diese Befunde sind z.T. noch über einen Meter tief erhalten. Aus ihnen konnte bisher reichhaltiges Fundmaterial wie Webgewichte, Spinnwirtel oder auch fast vollständige Keramikgefäße geborgen werden.

 

Durch die Größe des Untersuchungsareals wird ein für diese Region bisher einmaliger Einblick in die Entwicklung, Struktur und Organisation einer vermutlich frühkeltischen (5. Bis 4. Jh. v. Chr.), ländlichen Siedlung gewährt.

 

Auch neuzeitliche Grabenstrukturen, die mit Aktivitäten während des Zweiten Weltkrieges in Zusammenhang stehen, haben sich im Boden erhalten. Die betroffenen Flächen waren bereits im Vorfeld der archäologischen Sondierungen durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst Baden-Württemberg untersucht und freigegeben worden.

 

Bei den weiteren Arbeiten in den verbleibenden Monaten sind weitere spannende Erkenntnisse zur vorgeschichtlichen Besiedlung der Gemarkung Wyhl  zu erwarten.