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Eröffnungsveranstaltung "Am Limes grenzenlos" in Dalkingen begeistert Besucher

PRESSEMITTEILUNG                                                                   07. Juni 2017

Nr.: 153/2017

 

Denkmalpflege Baden-Württemberg

 

Aktionstag „Am Limes grenzenlos“ mit zentraler Eröffnungsveranstaltung in Dalkingen begeistert Besucher

 

Neue Bannerausstellung „Tor oder Tempel - Neue Forschungen am Limestor Dalkingen“ eingeweiht

 

Ausstellung ist bis zum 04. November 2017 im Schutzhaus Limestor Dalkingen zu sehen

 

 

Am vergangenen Sonntag, 04. Juni 2017 wurde das Limestor bei Dalkingen Schauplatz der Eröffnungsveranstaltung zum Aktionstag „Am Limes grenzenlos“. An diesem Tag, der zeitgleich mit dem UNESCO-Welterbetag begangen wird, wurden ganztägig wird in vielen Gemeinden und Städten entlang des Limes Programme und Veranstaltungen angeboten. Ausrichter waren dabei Kommunen, Vereine, Privatpersonen und Museen.

 

Prominente Festgäste, die sich zur Zentralen Eröffnungsveranstaltung des Aktionstages „Am Limes grenzenlos“ im Schutzhaus Limestor Dalkingen in Rainau (Ostalbkreis) eingefunden hatten, waren neben Regierungspräsident Wolfgang Reimer und Prof. Dr. Claus Wolf, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege beim Regierungspräsidium Stuttgart, auch der Landrat des Ostalbkreises Klaus Pavel, der Aalener Oberbürgermeister Thilo Rentschler, die Bürgermeister der Gemeinden Neuler und Westhausen, Manfred Fischer und Herbert Witzany sowie Dr. Stephan Bender (Limeskoordinator Baden-Württemberg) und Prof. Dr. Dieter Planck, der Ausgräber des Limestores Dalkingen.

 

Regierungspräsident Wolfgang Reimer sagte bei der Eröffnungsveranstaltung:

„Das Welterbeprojekt ,Grenzen des Römischen Reiches‘ und der Aktionstag ,Am Limes grenzenlos‘ können das Bewusstsein für eine gemeinsame Vergangenheit fördern, welches angesichts kultureller und religiöser Gegensätze ein Fundament für Verständnis und Miteinander sein kann. Der Limes ist ein idealer Ort, über Grenzen nachzudenken, über ihre Notwendigkeit und gegebenenfalls über ihren Widersinn.“

 

Die Idee für den Aktionstag mit dem richtungsweisenden Motto entstand bald nach der Ernennung des Limes zum UNESCO-Weltkulturerbe 2005 im Rems-Murr-Kreis und im Ostalbkreis. 2017 wurde der Aktionstag „Am Limes grenzenlos“ zum sechsten Mal durchgeführt. Mit der Organisation ist das Limes-Informationszentrum Baden-Württemberg, eine Einrichtung des Landesamtes für Denkmalpflege, betraut.

 

Prof. Dr. Claus Wolf betonte in seinen Grußworten: „Das Konzept der Veranstaltung ,Am Limes grenzenlos‘, als eine interkommunale Veranstaltung mit vielen Veranstaltungen zum Welterbe Limes und die Platzierung am UNESCO-Welterbetag sind geeignet, einem ganz unterschiedlichen Publikum das Thema nahe zu bringen. Der Welterbestatus ist eine Auszeichnung, auf der man sich nicht ausruht, sondern die im Sinne eines Auftrags verpflichtet. Denn es geht bei Schutz und Vermittlung der Denkmäler um einen Beitrag zur Schaffung und Erhaltung einer lebenswerten und menschlichen Gegenwart und Zukunft.“

 

Zugleich wurde am vergangenen Sonntag auch die Bannerausstellung „Tor oder Tempel – Neue Forschungen am Limestor Dalkingen“ eingeweiht. Sie ist bis zum 4. November 2017 im Schutzhaus Limestor Dalkingen zu sehen.

 

Prof. Dr. Claus Wolf hierzu: „Ich kann Ihnen versichern, das Limestor Dalkingen wird die Forschung in den nächsten Jahren weiter beschäftigen. Die bereits erzielten Resultate gehören zu den herausragenden Ergebnissen der römischen Archäologie in unserem Land. Außerdem ist noch einmal klar geworden, dass der Ruinenkomplex Dalkingen zu den Denkmälern von außerordentlicher landesweiter Bedeutung gehört.“

 

Im Anschluss an die Grußworte und der Eröffnung der Bannerausstellung sowie einem gemeinsamen Mittagessen wurden mehrere Führungen durch die Ausstellung und ein freies Programm angeboten. Gleichzeitig gab es für die rund 160 Gäste die Gelegenheit in die römische Zeit einzutauchen, etwa an der Station „Düfte und Salben“ oder bei den authentischen römischen Soldaten der Römergruppe “Numerus Brittonnum“ aus Welzheim.

Anlage: 5 Abbildungen

(Quelle: Limes-Informationszentrum Baden-Württemberg; Fotografin: Olga Hörner)

 

Dalkingen 1: Schutzhaus Limestor Dalkingen in Rainau (Ostalbkreis)

Dalkingen 2: Der Landrat des Ostalbkreises, Klaus Pavel, und Dr. Stephan Bender, Landesamt für Denkmalpflege im RP Stuttgart, präsentieren den neuen Plan der römischen Bauten bei Dalkingen

Dalkingen 3: (von links): Prof. Dr. Claus Wolf (Präsident Landesamt für Denkmalpflege im RP Stuttgart), Manfred Fischer (Bürgermeister Neuler), Klaus Pavel (Landrat Ostalbkreis), Dr. Stephan Bender (Limeskoordinator Baden-Württemberg), Thilo Rentschler (Oberbürgermeister Aalen), Wolfgang Reimer (Regierungspräsident RP Stuttgart), Prof. Dr. Dieter Planck (Ausgräber des Limestores Dalkingen), Herbert Witzany (Bürgermeister Westhausen)

Dalkingen 4: Dr. Stephan Bender, Landesamt für Denkmalpflege im RP Stuttgart, erläutert seine Forschungsergebnisse

Dalkingen 5: Kopie eines römischen Maskenhelmes, der beim Limestor Dalkingen vor über 40 Jahren gefunden wurde

Hinweise für die Pressevertreter:

Für Rückfragen steht Ihnen als Ansprechpartner Matthias Kreuzinger  Pressereferent im Regierungspräsidium Stuttgart, unter der Telefonnummer 0711/904-10002 gerne zur Verfügung.

 

 

 

 


 

Hintergrundinformationen zur Bannerausstellung:

„Tor oder Tempel – Neue Forschungen am Limestor Dalkingen“

 

Vor über 40 Jahren wurde am Limes bei Rainau-Dalkingen (Ostalbkreis) ein rätselhafter Baukomplex ausgegraben. Spuren von Türmen, Sperranlagen und Gebäuden mehrerer Bauphasen wurden gefunden, sogar die Ruine eines monumentalen Bogens, dessen Entstehung mit dem Germanenfeldzug des Kaisers Caracalla (213 n. Chr.) in Verbindung gebracht wird. Seit diesen Forschungen ist der Fundplatz als „Limestor Dalkingen“ bekannt. Das 2010 errichtete Schutzhaus aus Glas und Stahl hat dem Ort zusätzlich Attraktivität beschert.

Wie aktuelle Forschungen zeigen, steckt aber vor Ort noch mehr im Boden. Geophysikalische Prospektionen führten zum Nachweis eines 20 m x 20 m großen Kleinkastells südöstlich des Schutzhauses. Außerdem erhärtet sich der Verdacht, dass im 3. Jahrhundert kein Limestor, sondern ein Heiligtum die Höhe zwischen Röhlinger Sechta und Auerbach beherrschte. Außerdem scheint es Hinweise darauf zu geben, dass sich ein Eremit im frühen Mittelalter in die Ruinenstätte zurückgezogen haben könnte. Auf drei Bannern werden die neuen Erkenntnisse und Überlegungen präsentiert.

 

Ihr Ansprechpartner bei weiteren Fragen: Limes-Informationszentrum Baden-Württemberg, St.-Johann-Str. 10, 73430 Aalen, info(at)liz-bw.de