Publikationen und Service

Fundpräsentation und Abschluss der Grabungen in Balingen

11.04.17

 

PRESSEEINLADUNG

                                                                                                                           11. April 2017

Nr.: 94/2017

 

 

 

 

Archäologische Denkmalpflege

 

Abschluss der Grabungen im Bereich Wilhelmstraße 35 in Balingen. Fundpräsentation durch das Landesamt für Denkmalpflege am Donnerstag, 13. April 2017, 16 Uhr

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

Im Bereich Wilhelmstraße 35 in Balingen, also im Bereich der abgebrochenen Stadtmauer, plant die KBF Mössingen den Neubau eines Wohnhauses für Menschen mit Behinderung. Daher wurde in Balingen eine archäologische Ausgrabung erforderlich.

 

Zum Abschluss der Grabung lädt das Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart Sie herzlich

 

am 13. April 2017 um 16.00 Uhr

zu einem Abschlusstermin für Pressevertreter,

      Wilhelmstraße 35, 72336 Balingen,

 

ein. Vor Ort stellen Frau Dr. Dorothee Ade und Herr Andreas Willmy M.A. (Archäo/IKU Rottenburg) die archäologischen Befunde und einige herausragende Funde vor. Frau Dr. Beate Schmid als zuständige Referentin im Landesamt für Denkmalpflege steht ebenfalls für Fragen zur Verfügung.

 

Die neuen Grabungsergebnisse tragen als weitere Bausteine zur Erforschung der Balinger Stadtgeschichte bei und liefern überraschende neue Erkenntnisse zur regionalen Sachkultur. Der Termin findet bei jedem Wetter statt.

 

Zur besseren Planung des Termins bitten wir um eine kurze Rückmeldung (desiree.bodesheim(at)rps.bwl.de oder 0711/904-10002). Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Désirée Bodesheim

Regierungspräsidium Stuttgart                                                                                              

                                                                                                                                                     

Hintergrundinformationen:

Nachdem im Sommer 2016 mit Baggerschnitten überprüft worden war, ob und in welcher Qualität hier noch archäologische Befunde zu erwarten seien, wurde nach der Winterpause am  20.03.2017 mit der Rettungsgrabung durch das Büro Archaeo/IKU aus Rottenburg begonnen. Die Grabung vor Ort wird nun fristgerecht am 13.04.2017 abgeschlossen. Dank der hervorragenden Zusammenarbeit mit Herrn Architekt Morciszek kommt es zu keiner grabungsbedingten Bauverzögerung.

 

Neben dem erwarteten Fundament der Stadtmauer wurden Gebäudereste und Keller sowie Brunnen, die sekundär als Latrinen genutzt wurden, aus der Zeit vor dem Stadtbrand 1809 erfasst, die in das Mittelalter zurückreichen. Unter dem reichhaltigen Fundmaterial besonders hervorzuheben sind mehrere (fast) vollständige Töpfe der Zeit um 1400 aus einer Latrinenverfüllung. In ihrer Bedeutung werden sie jedoch von Ofenkacheln des späten 15. Jahrhunderts aus einer Kellerverfüllung noch übertroffen, deren hervorragende Qualität auf einen hohen sozialen Status der Hausbewohner schließen lässt.