Denkmale

Besiedlungsphasen

Die „Lehmziegelphase“ der Heuneburg

Um 620 v. Chr. beginnt die eisenzeitliche Besiedlung auf der Heuneburg. Umgeben war die Anlage durch eine Kastenmauer in Blockbautechnik, die mehrere Gehöftgruppen schützte. In ihrer Blütezeit in der ersten Hälfte des 6. Jahrhunderts v. Chr. bestand die Heuneburg aus dem Burgberg, einer durch Wälle und Gräben geschützten Vorburg und einer etwa 100 Hektar große Außensiedlung. Hochrechnungen zufolge dürften in dieser Zeit insgesamt etwa 5.000 Menschen auf und an der Heuneburg gelebt haben. Auf dem Burgberg herrschte eine uniforme, enge, stadtartige Bebauung vor. Geschützt wurde die Siedlung durch eine auf einem Steinsockel errichtete Lehmziegelmauer nach mediterranem Vorbild, die teils durch Bastionen verstärkt war. Bei der Außensiedlung handelte es sich nicht um ein dicht bebautes Siedlungsareal, sondern vielmehr um ein riesiges, locker überbautes Gebiet, das stellenweise von Wall- und Grabensystemen begrenzt wurde. Die Wall-Graben-Anlagen unterteilten die Außensiedlung in kleinere Siedlungsquartiere, in denen sich mehrere etwa 1-1,5 Hektar große umzäunte Gehöfte aneinander reihten.

Die „Herrenhausphase“ der Heuneburg

Ab 530 v. Chr. änderte sich das Erscheinungsbild der Heuneburg. Statt einer Lehmziegelmauer wurden in den folgenden Phasen Holz-Stein-Erde-Mauern errichtet. Die Besiedlung auf dem Plateau zeichnete sich nun durch eine lose Streuung einzelner Hofstellen aus. Außerdem wurden erstmals Repräsentationsbauten von gewaltigen Ausmaßen auf dem Burgberg errichtet. Die riesige Außensiedlung wurde aufgegeben und stattdessen im Vorfeld des Fürstensitzes vier monumentale Grabhügel errichtet. Um 450 v. Chr. endet die frühkeltische Besiedlung auf der Heuneburg durch ein Brandereignis. Früh- und mittellatènezeitliche Funde aus der Umgebung des Fürstensitzes belegen jedoch, dass das Umfeld der Heuneburg nach der Hallstattzeit keineswegs siedlungsleer gewesen sein kann.