Geschichte, Auftrag, Struktur

Was ist bei Bodendenkmalen zu beachten?

Archäologische Denkmale im Boden:

Was mache ich, wenn ich auf einem solchen Grundstück bauen will?

In einem Neubaugebiet in Herbrechtingen (Landkreis Heilbronn) wurden 2006 Reste eines römischen Gutshofes entdeckt.
In einem Neubaugebiet in Herbrechtingen (Landkreis Heilbronn) wurden 2006 Reste eines römischen Gutshofes entdeckt.

Es kann passieren, dass beim Ausbaggern der Baugrube frühgeschichtliche Zeugnisse gefunden werden. Sollte es sich um bisher unbekannte Fundstellen handeln, muss möglichst rasch das Bürgermeisteramt oder die Archäologische Landesdenkmalpflege informiert werden, damit man entsprechend handeln kann. Es besteht Meldepflicht! Eventuell müssen die Bauarbeiten unterbrochen werden. Die untere Denkmalschutzbehörde, die über eine Baueinstellung entscheidet, wägt ab, welcher Zeitraum dem Bauherren zuzumuten ist. Die Archäologen werden die Fundstelle zügig untersuchen und dokumentieren, denn durch Baumaßnahmen werden Bodenfunde, die ja historische Zeugnisse sind, unwiederbringlich zerstört. 

 

 

Um Bauverzögerungen zu vermeiden, wird die Archäologische Denkmalpflege in der Regel schon frühzeitig bei der Aufstellung von Flächennutzungs- und Bebauungsplänen beteiligt. Auf diese Weise können dann alle Partner rechtzeitig agieren. Aber auch bei Rettungsgrabungen nach Baubeginn wird versucht, den Belangen des Bauherrn gerecht zu werden. In den meisten Fällen gelingt dies auch. Verzögerungen ergeben sich dann, wenn sich nicht alle Beteiligten an die Spielregeln halten.

Wie erkennt man eine archäologische Fundstelle?

Die archäologische Fundstelle ist oft unscheinbar – eine dunkle Verfärbung als Rest einer Siedlungsgrube, Mauerreste, deren Alter zunächst unklar ist, Knochen ob von Mensch oder Tier? In jedem Fall ist es besser, möglichst umgehend Klarheit zu bekommen und einen Experten zuzuziehen. Zahlreiche ehrenamtliche Beauftragte der Denkmalpflege stehen hierfür bereit. Sie haben schon vieles entdeckt, was dann später von großer Bedeutung war und Eigentümer und Gemeinde mit Stolz erfüllte.

 

Vor der geplanten Bebauung des Gebietes Steinäcker in Güglingen führte die archäologische Denkmalpflege eine Rettungsgrabung durch.
Rettungsgrabung vor Beginn der Baumaßnahmen im Gebiet Steinäcker in Güglingen.
Während der Rettungsgrabung wurde 2002 das spektakuläre Mithräum II - ein Tempel des Mithras-Kultes - entdeckt.
Entdeckung während der Rettungsgrabung 2002: Spektakuläre Mithräum II - ein Tempel des Mithras-Kultes.
Die Funde aus dem Mithräum sind seit Frühjahr 2008 im neuen Römermuseum in Güglingen (Landkreis Heilbronn) ausgestellt.
Die Funde aus dem Mithräum sind seit Frühjahr 2008 im neuen Römermuseum in Güglingen ausgestellt.