Geschichte, Auftrag, Struktur

Projektbericht Mössingen

Rahmenbedingungen

Die Gottlieb-Rühle-Schule (Bauzeit 1954-1957) steht zusammen mit der Friedrich-List-Realschule (Bauzeit 1965-1967) als Sachgesamtheit unter Denkmalschutz. Architekt war in beiden Fällen Manfred Lehmbruck. Dieser baute unter anderem das Textilfabrikgebäude „PAUSA“ in Mössingen. Nach einem umfangreichen Umbau konnte die Tonnenhalle der Fabrik Anfang 2011 einer neuen Nutzung mit Bücherei, Büro- und Tagungsräumen zugeführt werden. Die Außenstelle der Gottlieb-Rühle-Schule, die ebenfalls denkmalgeschützte Langgaßschule, wurde 1881 errichtet.

Ablauf

An insgesamt acht Projekttagen zwischen dem 3. und 18. Mai 2011 arbeiteten die beiden Klassen am Thema Denkmalpflege und präsentierten auf dem Schulfest ihre Ergebnisse.

3. und 4. Mai 2011

Begonnen wurde mit Hilfe der vom Landesamt für Denkmalpflege bereit gestellten Materialien. Dabei wurde grundlegend geklärt, was alles ein Denkmal sein kann und was Denkmalschutz bedeutet. Vertiefend wirkte die Hausaufgabe der Kinder, in Kleingruppen durch Mössingen zu gehen und für sie schützenswerte Gebäude zu fotografieren. Die mitgebrachten Fotos wurden am nächsten Tag besprochen. Nach dem Herausarbeiten der besonderen Merkmale bekamen die Schüler jeweils einen Bildausschnitt, mithilfe dessen sie das Denkmal zeichnerisch ergänzen sollten.

9. Mai 2011

Architekt Helmut Goldbach gab den Schülern eine Einführung in das Thema „Unsere Gottlieb-Rühle-Schule - ein denkmalgeschütztes Gebäude“. Dabei war der anschließende Besuch der Außenstelle Langgaßschule besonders beeindruckend, da die Kinder die Merkmale der beiden Schulen miteinander vergleichen konnten. Wieder zurückgekehrt, maßen die Schüler mithilfe von Meterstäben das eigene Klassenzimmer aus und lernten den Umgang mit Maßstab-Linealen. Ein aufgezeichnetes Klassenzimmer-Modell wurde nach ihren Vorstellungen gestaltet und dann zu einem dreidimensionalen Klassenzimmer zusammengebaut.

10. und 11. Mai 2011

Am darauf folgenden Tag bekamen die Schüler die Aufgabe, die Fassade der Gottlieb-Rühle-Schule möglichst genau zeichnerisch aufzunehmen. Mithilfe dieser Modelle und Zeichnungen und anhand der Inneneinrichtung eines Klassenzimmers erläuterte Herr Goldbach das Vorgehen bei den Umbaumaßnahmen im vergangenen Jahr.

13. Mai 2011

An diesem Tag stand das Mosaik „Lebensbaum“ von HAP Grieshaber (1909-1981) im Mittelpunkt. Dieses erstreckt sich über vier Stockwerke im Inneren der Schule. Neben dem Lebenslauf des Künstlers lernten die Schüler von einem Stuckateur, wie so ein Mosaik aus Majolika Kacheln hergestellt wird. Außerdem erstellte ein Fotograf drei Puzzle des Kunstwerks, welche die Schüler mit Begeisterung zusammenlegten.

16. und 18. Mai 2011

Durch Herrn Goldbach erfuhren die Schüler, wie die Schule und das umliegende Gelände vor 54 Jahren ausgesehen hatte. Das archivierte Bildmaterial wurde sofort mit dem heutigen Aussehen verglichen. Außerdem stellte Herr Goldbach den Architekten Manfred Lehmbruck (1913- 1992) vor. Dies war die Überleitung zum letzten Ausflug der Kinder: sie besichtigten das PAUSA-Gebäude und -Gelände. Der Leiter des Umbaus, Herr Oßwald, erzählte dabei viele Einzelheiten über das ehemalige Fabrikgelände und seine neue Funktion.

Projektabschluss

Den Abschluss und Höhepunkt unseres Projekts bildete das Schulfest. Die Besucher bekamen einen Einblick zum Thema „Was ist ein Denkmal?“. Die Schülerarbeiten wurden dokumentiert und ausgestellt. Anhand von Fotos wurden die verschiedenen Aktionen dargestellt und die Besucher hatten die Möglichkeit, das Puzzle des Lebensbaumes von HAP Grieshaber zu legen.

Projektbeteiligte

  • Klassen 4d und 4e der Gottlieb-Rühle-Schule in Mössingen
  • Marita Fellner, Klassenlehrerin 4d
  • Marion Merk, Klassenlehrerin 4e
  • Dipl.-Ing. Helmut Goldbach, Architekt und Leiter des Umbaus/Restaurierung der Schule