Geschichte, Auftrag, Struktur

Projektbericht Klosterschule Lichtental

Projektziel

Ziel des Projektes ist es, bei den Kindern das Bewusstsein zu wecken, dass „alt“ durchaus auch eine Qualität sein kann und die Bedeutung des Baudenkmals zu vermitteln. Ein Bauwerk, welches Wissen aus der Vergangenheit in unsere Zeit beispielhaft transportiert, soll als lebendiger Geschichtsunterricht zum Anfassen erlebt werden: Erlernen, wie etwas früher gebaut wurde. Erfahren, wie vor hunderten von Jahren gelebt und gearbeitet wurde. Baden-Baden ist geprägt durch seine Baudenkmale. Je früher das Bewusstsein für dieses reiche Erbe geweckt wird, umso selbstverständlicher wird der Umgang mit diesen Gebäuden.

 

Oliver Ehlers, Architekt:

„Das Tollste, was einem Haus passieren kann, ist, wenn es unter Denkmalschutz gestellt wird, [...] denn dann sagt der Bürgermeister, dass dieses Haus ein einzigartiges gebautes Beispiel seiner Zeit ist. Und er sichert zu, dass dieses Haus niemals abgerissen wird. Und er achtet darauf, dass die kaputten Bauteile, zum Beispiel die Fenster, genauso wieder repariert oder erneuert werden, wie sie ursprünglich ausgesehen haben. Damit das Haus auch so schön und einzigartig bleibt, wie es früher mal gebaut war, darum kümmert sich der Architekt. Er plant die Arbeiten und überwacht sie. Und ebenso kümmert sich darum der Handwerksmeister, der das alte Handwerk noch beherrscht.“

Frau Terranova und Frau Lesch, Lehrerinnen:

„Die Sensibilisierung für die Thematik der Denkmalpflege erreichten wir zu Beginn der Projektwoche am Freitag, den 21.05.2011. Ein provokanter aber fiktiver Zeitungsartikel berichtete den Kindern, dass das Kloster Lichtental abgerissen werden solle. Die Schüler zeigten große persönliche Betroffenheit. Nach einer regen Diskussion über die Bedeutung des Klosters waren erste Argumente für den Erhalt und zahlreiche Ideen gefunden worden. Diese sollten am Ende der Projektwoche wieder aufgegriffen werden.“

Der Montag...

...stand dann ganz im Zeichen des Projektes: Ein Expertengespräch mit Herrn Ehlers als Architekten und ein erster Rundgang mit ihm durch das Kloster brachten derart viele Informationen zutage, dass die Kinder daraufhin ihr eigenes Denkmal-Lexikon mit seiner Hilfe verfassten. Damit gerüstet, starteten sie zur „professionellen Begehung“ als Gutachter. Nicht nur die Außenanlagen und die Fassaden, auch das Gebäudeinnere und die Einrichtung des Klosters wurden genauestens erfasst. Am Nachmittag stand der Besuch der Steinbacher Kunstglaserei an. Hier wurden Andreas und Mechthild Linnenschmidt, Glasrestauratoren, zu Ihrer Arbeit rege befragt.

 

Der Dienstag...

...galt der Festigung: ein Rollenspiel, eine Mind-Map und ein Erlebnisbericht sicherten das Erlernte vom Vortag. Aber auch die Handwerkskunst der tags zuvor besuchten Restauratoren konnte nun in ein besonderes Licht gerückt werden. So fertigten die Schüler aus originalem Material ihr eigenes Glasmosaik. Dass dies nicht ganz so einfach ist, zeigte der Bedarf an Pflastern. In Gruppen wurden abschließend Plakate zu den bisher durchgeführten Stunden erstellt.

 

Am Mittwoch...

...half ein gemeinsamer Rückblick zur Anfangsproblematik vom Freitag zurück zu finden. Mit den Erfahrungen der letzten Tage ließ es sich nun einfacher argumentieren und diskutieren. All dies wurde auf Plakaten, Flyern und in Briefen festgehalten und zudem die Präsentation vor großer Runde geübt.

Denn am Freitag, den 27.05.2011 galt es Mitschülern, Lehrern, Schulleitung, Eltern, Denkmalschützern und der Presse deutlich zu machen, dass sie sich im Falle eines Falles für den Erhalt des Klosters Lichtental stark machen würden. Daran ließen sie dann auch keinen Zweifel aufkommen.

 

Projektbeteiligte

  • Die Schüler der Klasse 3a der Klosterschule Lichtental
  • Frau Alexandra Scheffner, Schulleitung
  • Frau A. K. Terranova, Klassenlehrerin
  • Frau Martina Lesch, Referendarin
  • Herr Dipl.-Ing. Oliver Ehlers, Architekt
  • Andreas und Mechthild Linnenschmidt, Glasrestaurierung