Geschichte, Auftrag, Struktur

Projektbericht Tübingen

Im Frühsommer 2010 beteiligten sich die beiden dritten Klassen der Grundschule im Aischbach, Tübingen, angeleitet durch ihre Klassenlehrerinnen Anita Merk und Mechthild Sommer an der Aktion „Denkmalschutz und Schule – Grundschüler erleben Denkmale“. Fachliche Unterstützung fanden sie in Tilman Riegler vom Büro Strebewerk in Stuttgart. Im Mittelpunkt des Projekts stand das nahe gelegene Zisterzienserkloster Bebenhausen.

Was ist denn ein Denkmal überhaupt?

Als Einstieg in das Thema definierten die Schüler zunächst, was denn überhaupt alles ein Denkmal sein kann. Dazu brachten sie, teilweise auch selbst gemalte oder fotografierte Bilder von Gebäuden mit. Auszuwählen galt es Gebäude, die die Schüler interessant und schützenswert finden. So reichte die Spanne der mitgebrachten Gebäudebilder von Burgen über gotische Kathedralen bis zum Eiffelturm sowie Museen und Hochhäusern des 20. und 21. Jahrhunderts. In zwei folgenden Schulstunden wurden in den Klassen gemeinsam Merkmale für die Ausweisung eines Gebäudes oder Gegenstandes als Denkmal anhand der mitgebrachten Bilder überlegt. Diese Kriterien wurden dann anhand verschiedener Gebäude der Bebenhausener Klosteranlage und von Gebäuden im Umfeld der Schule im Tübinger Westen überprüft. Anschließend gestalteten die Schüler Plakate, auf denen die Gebäude verschiedenen Gebäudetypologien wie zum Beispiel „Wohnen“, „Kirche“ oder „Arbeiten“ zugeordnet wurden. Eine weitere Unterrichtseinheit stimmte die Schüler mit Filmen über das Leben der Mönche im Mittelalter auf den Besuch im Kloster Bebenhausen ein.

 

Besuch im Kloster Bebenhausen

Eine Woche später fand die Exkursion nach Bebenhausen statt, wo die Schüler ein vielfältiges Angebot erwartete. Nach einer Einführung in die Entstehungsgeschichte des Klosters erhielten die Schüler während eines Rundgangs durch Anne-Kathrin Späth und Christiane Kisling-Schwan (Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg) einen Einblick in den „Tag eines Mönchs“. Bei der Führung erfuhren die in Mönchs- und Laienbrüderkutten gekleideten Schüler, u.a. wie oft in der Kirche gebetet wurde, wann die Mönche aufgestanden sind und was sie zum Essen bekamen. Darauf folgte ein spannendes Klosterquiz, bei dem es Fragen über das Klostergebäude zu beantworten galt. Dazu begaben sich die Schüler u.a. auf die Suche nach den Spuren der Steinmetze und nach den in Stein verewigten Namenszügen ehemaliger Klosterschüler. Als Höhepunkt stand die Vermessung der Klosterkirche auf dem Programm. Dabei ermittelten die Schüler Länge und Breite der Kirche mit der Anzahl ihrer Schritte und der Bestimmung der jeweiligen Schrittlänge. Als Preis für die erfolgreiche Beantwortung der Fragen und der engagierten Detektiv-Arbeit vor Ort erhielten die Schüler als „Bebenhausen-Denkmalpfleger-Ausweis“ Ansteckbuttons, die die Klosterkirche und einen davor stehenden Mönch als Motiv haben.

Nachbearbeitung im Unterricht

In der Nachbesprechung im Schulunterricht wurde deutlich, dass die Schüler vom einstigen Leben der Mönche im Kloster mit all seinen Einschränkungen und Regeln sehr beeindruckt waren und viele Details wiedergeben konnten. Diese Ergebnisse und Erlebnisse wurden auf Plakaten zusammengestellt und in den Klassenzimmern aufgehängt.

 

Ergänzung Fachwerkbauweise

Während des Besuchs in der Bebenhausener Klosteranlage fielen den Schülern mehrere Fachwerk-Gebäude auf. Daraufhin nahmen die Lehrerinnen das Thema Fachwerkbauweise ergänzend auf und beschäftigten sich mit den Klassen bei einem Rundgang durch die Tübinger Altstadt intensiv mit dieser Bauweise. So lernten die Kinder die unterschiedlichen Fachwerk-Konstruktionen und Verbindungsarten der einzelnen Hölzer kennen. Im Anschluss entwarfen sie eigene Fachwerkkonstruktionen. Der Jahresausflug der Klassen ins Freilichtmuseum Beuren konnte dann das theoretische Wissen zum Thema „Fachwerk" beim Erstellen einer Lehmflechtwand auch praktisch umgesetzt werden.

Projektbeteiligte

Während des Besuchs in der Bebenhausener Klosteranlage fielen den Schülern mehrere Fachwerk-Gebäude auf. Daraufhin nahmen die Lehrerinnen das Thema Fachwerkbauweise ergänzend auf und beschäftigten sich mit den Klassen bei einem Rundgang durch die Tübinger Altstadt intensiv mit dieser Bauweise. So lernten die Kinder die unterschiedlichen Fachwerk-Konstruktionen und Verbindungsarten der einzelnen Hölzer kennen. Im Anschluss entwarfen sie eigene Fachwerkkonstruktionen. Der Jahresausflug der Klassen ins Freilichtmuseum Beuren konnte dann das theoretische Wissen zum Thema „Fachwerk" beim Erstellen einer Lehmflechtwand auch praktisch umgesetzt werden.

Resümee

Die Schüler haben mit großer Begeisterung und starkem Interesse am Projekt „Denkmalschutz und Schule“ teilgenommen. Mit dem Besuch in Bebenhausen haben die Schüler erfahren, wie man zum Beispiel unterschiedliche Bauabschnitte erkennen kann und warum die ehemalige Klosterkirche heute so aussieht, als wäre sie abgeschnitten. Außerdem konnten sie die wechselvolle Geschichte des Klosters aktiv und spürbar erleben.

Der Dank der Lehrerinnen gilt Tilman Riegler und seinem Team, sowie den Mitarbeiterinnen der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg und der Kloster- und Schlossverwaltung Bebenhausen, die alle mit großem Engagement in das Thema eingeführt, das Projekt begleitet und unterstützt haben.

Projektbeteiligte

  • Die Kinder der zwei dritten Klassen der Grundschule im Aischbach in Tübingen
  • Tilman Riegler, Büro Strebewerk, Stuttgart
  • Anita Merk, Lehrerin
  • Mechthild Sommer, Lehrerin
  • Anne-Kathrin Späth und Christiane Kisling-Schwan, Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg