Geschichte, Auftrag, Struktur

Bau- und Kunstdenkmalpflege

Möglichst original erhalten

Mit rund 90.000 Bau- und Kunstdenkmalen besitzt Baden-Württemberg eine überaus reiche Kulturlandschaft. Ziel der Bau- und Kunstdenkmalpflege ist es, diese Denkmale als Geschichtszeugnisse in ihrem historischen Bestand und in ihrer Erscheinungsweise für zukünftige Generationen zu erhalten. Die Authentizität eines Denkmals ist Voraussetzung für seine aktuelle und künftige Deutungsmöglichkeit. Nur wenn das Denkmal in seiner historischen Substanz erhalten bleibt, kann es als Quelle historischer Umstände heute und in Zukunft immer wieder direkt neu befragt und interpretiert werden.

Bergbahn Heidelberg fährt in die Halle der Haltestation
Die Bergbahn Heidelberg.
Blick in den Schlossgarten Schwetzingen
Schlossgarten Schwetzingen.
Wandrelief im Stuttgarter Tagblattturm
Kunst am Bau im Stuttgarter Tagblattturm.

Denkmal- und Methodenkenntnis

Grundlage für eine gute und nachhaltige Betreuung ist neben der Denkmalkenntnis als elementare Voraussetzung auch das Wissen über den aktuellen Zustand sowie über denkmalgerechte Methoden zur Erhaltung. Dies wird besonders in der täglichen Praxis der Bau- und Kunstdenkmalpflege deutlich, wenn es um die fachliche Beratung von Eigentümern und Besitzern bei Vorhaben an ihren Gebäuden oder im Umgang mit historischer Ausstattung geht.

Drei Aufgabenbereiche

Denkmalpflege ist eine gesellschaftliche Aufgabe, zu der viele ihren Beitrag leisten. Die Bau- und Kunstdenkmalpflege im Landesamt für Denkmalpflege widmet sich als Fachbehörde vor allem drei Bereichen: der Denkmalkunde, dem Denkmalumgang und der Denkmalförderung. Die einzelnen Bereiche sind auf drei verschiedene Referate verteilt: Referat 83.1 Denkmalförderung, 83.2 Denkmalkunde und 83.3 Denkmalumgang.

Denkmalkunde

Zum Aufgabengebiet der Denkmalkunde zählen insbesondere die Inventarisation, die Städtebauliche Denkmalpflege und die Bauforschung. Die Inventarisation erfasst und erforscht die Kulturdenkmale als Einzelobjekte in der Fläche, während die Städtebauliche Denkmalpflege flächenhafte historische Zusammenhänge erfasst und erforscht. Vertiefte und detailorientierte Beobachtungen und Untersuchungen an Einzelobjekten sind die Aufgaben der historischen Bauforschung und Baudokumentation. Die Restaurierung innerhalb der Bau- und Kunstdenkmalpflege ist inhaltlich und methodisch sowohl in der Denkmalkunde als auch im Denkmalumgang beheimatet.

Streiflicht-Scan einer Figur am Ulmer Münster
Streiflicht-Scan einer Figur am Ulmer Münster.
Gespräch von Fachleuten im Turmhelm des Freiburger Münsters
Gespräch von Fachleuten im Turmhelm des Freiburger Münsters.
Kran mit Arbeitsplattform am Kirchturm in Neckartailfingen
Turmbefahrung in Neckartailfingen.

Denkmalumgang

Dreh- und Angelpunkt des Denkmalumgangs ist die Praktische Denkmalpflege. Sie berät und unterstützt alle, die sich mit Planungen und Maßnahmen zur Pflege und zur Erhaltung des gebauten kulturellen Erbes in Baden-Württemberg befassen. Dort werden auch die fachlichen Stellungnahmen zu Maßnahmen und Vorhaben an Kulturdenkmalen verfasst und zu finanziellen Fördermöglichkeiten beraten. Neben den in der Fläche zuständigen Gebietsreferentinnen und Gebietsreferenten in den regionalen Fachgebieten sind Spezialisten vor allem für Gartendenkmale, technische Kulturdenkmale und Bautechnik unterstützend oder eigenständig tätig. In dem Fachgebiet Spezialgebiete und Schwerpunkte werden außerdem die UNESCO-Welterbestätten Kloster Maulbronn, Klosterinsel Reichenau und Le Corbusier-Bauten betreut.

Denkmalförderung

Die Denkmalförderung unterstützt das konservatorische Handeln durch die vorbereitende Aufstellung und Abwicklung von Denkmalförderprogrammen. Hier werden nach der „Verwaltungsvorschrift Denkmalförderung“ Zuschussanträge verwaltungsmäßig und rechnerisch bearbeitet und zudem Vorschläge und Stellungnahmen für Zuwendungen Dritter (z.B. durch Stiftungen oder den Bund) vorbereitet und erarbeitet.