Denkmale

Landesausstellung 2016 „4.000 Jahre Pfahlbauten“

4.000 Jahre Pfahlbauten

Die von 5000 bis 850 v. Chr. in Mooren oder an Seeufern errichteten Siedlungen der Stein- und Bronzezeit – die Pfahlbauten – gehören weltweit zu den faszinierendsten und aussagekräftigsten Phänomenen der Archäologie. Spektakuläre neue Forschungsergebnisse und Ausgrabungsfunde vom Bodensee und aus Oberschwaben, bereichert durch hochkarätige Exponate internationaler Museen, erlauben spannende und facettenreiche Einblicke in 4000 Jahre Pfahlbaukulturen, technische Innovationen und gesellschaftlichen Wandel.

Im Wasser bewahrt

Die sensationellen Erhaltungsbedingungen für organische Materialien machen die Pfahlbauten so einzigartig: Architekturteile, Holzwerkzeuge, Fischernetze, Musikinstrumente, Textilien, Hüte und Schuhe, Nahrungsmittel und sogar Kaugummis blieben über Jahrtausende wie frisch konserviert und stehen in ihrer Bedeutung und Aussagekraft dem Gletschermann „Ötzi“ in nichts nach. Moderne Naturwissenschaften lassen die Umwelt und ihre Veränderungen durch die Landnutzung des Menschen in bislang unbekannter Präzision entstehen.

Von Getreidebrei bis Froschschenkel

Wie und wovon lebten die Pfahlbaubewohner? Getreide war das wichtigste Grundnahrungsmittel der sesshaften Bauern. Rothirsch, Rinderbraten, Felchenfilet und Froschschenkel kamen ebenfalls auf den Tisch. Sogar Trüffelsporen wurden entdeckt. Wassernüsse waren am Federsee eine Spezialität. Die nahrhaften Samen der Wasserpflanze konnten vom Boot aus gesammelt werden.

Kult am Bau

Highlight ist ein europaweit einmaliges Pfahlbauhaus aus Ludwigshafen am Bodensee. Sein Innenraum ist ausgemalt und zeigt weibliche Gestalten mit erhobenen Händen und aus Lehm modellierten Brüsten. Sind sie Ausdruck von Ahnenverehrung und bäuerlichen Fruchtbarkeitsriten?

Rucksack und Rad

Die Menschen lebten in kleinen, sehr mobilen Gemeinschaften, deren Kontakte von der Ostsee bis nach Oberitalien, nach Frankreich und in die ungarische Tiefebene reichten. Eines der ältesten Räder aus der Zeit um 3000 v. Chr. wurde in einer Moorsiedlung bei Bad Schussenried entdeckt.