Denkmale

Sipplingen-Osthafen: Welterbestätte DE-BW-09

Gemeinde Sipplingen, Bodenseekreis

Fundstelle Sipplingen-Osthafen.
Fundstelle Sipplingen-Osthafen.

Die Fundstelle

Entdeckt 1864/65, erkannte man die Station Sipplingen Osthafen bereits damals als eine der größten Ufersiedlungen am Bodensee. Eine erste Forschungsgrabung führte H. Reinerth, Urgeschichtliches Forschungsinstitut Tübingen, in den Jahren 1929/30 in einem Caisson durch. In den späten 1970er Jahren unternahmen Taucher der Stadtarchäologie Zürich erste taucharchäologische Erforschungen. Seit 1982 werden vom Landesamt für Denkmalpflege kontinuierlich archäologische Untersuchungen durchgeführt. Ein Teil der Projekte erfolgte mit namhafter Unterstützung der Fritz-Thyssen-Stiftung und der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Einbringung von Erosionsschutz in der Fundstelle Sipplingen-Osthafen.
Einbringung von Erosionsschutz in der Fundstelle Sipplingen-Osthafen.

Sipplingen-Osthafen liegt in einer einzigartigen, vom Hinterland abgeschirmten Siedlungskammer, dem Sipplinger Dreieck. Die Station ist der am besten erhaltene prähistorische Siedlungskomplex des Bodensees. Bis zu zwei Meter mächtige Kulturschichtabfolgen weisen hervorragend erhaltene Hausbefunde, Textilien, Nahrungsreste und Knochen auf. Besonders wichtig ist die Station aufgrund der spätneolithischen Schichtfolge. Dank der Fundstelle konnten wichtige wissenschaftliche Einblicke in die Entwicklung von Umwelt und Wirtschaft im Neolithikum gewonnen werden - das Forschungspotential ist weiterhin groß.

 

Schutz der Welterbestätte

Großflächige Abdeckungen mit Geotextil und Kies schützen bereits Teile der Station. Teile der Fundstelle liegen in Gewässerschutzzone 2 und im FFH-Gebiet. Durch das Landesamt für Denkmalpflege erfolgt ein Monitoring.

Zeitstellung Neolithikum, Bronzezeit
Daten Dendrodaten: 3919-3904 v. Chr., 3857-3817 v. Chr., 3660 v. Chr., 3712-3689 v. Chr., 3316-3303 v. Chr., 2149 v. Chr., 3101-3060 v. Chr., 3033-3022 v. Chr., 2912-2864 v. Chr., um 2900-2860 v. Chr., 2666-2665 v. Chr., 2420-2417 v. Chr., um 934-933 v. Chr.
Fläche Kernzone 4,6 ha
mit Pufferzone: 10,8 ha
Taucher beim Freilegen von Gebäuderesten
Rettungsgrabung unter Wasser am Rande der Hafenbaggerung: die Fundschichten werden mit einer Dredge freigelegt, der Messrahmen dient der Dokumentation. Die hellen und dunklen Schichten im Profil zeigen den Wechsel zwischen Kulturschichten (dunkel) und natürlichen Ablagerungen (hell).
Aufgefundene Keramik.
Aufgefundene Keramik.
Pfahlschuh in Fundlage
Pfahlschuh in Fundlage. Pfahlschuhe verhinderten das Absinken von Baukonstruktionen.