Denkmale

Projekte zur praxisorientierten Vertiefung des Denkmalwissens: Teilprojekt Schlösser und Parks

Schlossanlagen in Baden-Württemberg

Schlösser gehören zu den bedeutendsten Kulturdenkmalen in Baden-Württemberg. Die markanten Bauwerke prägen je nach Lage das Ortsbild und die umgebende Landschaft und sind wichtige Zeugnisse der regionalen Geschichte und der Landesgeschichte. Die bestehenden Informationen besonders zu Schlössern in privatem und kommunalem Besitz sind hinsichtlich des Umfangs des Schutzgutes oftmals noch nicht optimal und genügen nicht dem Bedarf des täglichen konservatorischen Umgangs.

Projekt zur Vertiefung der Kenntnisse über Schlossanlagen

Seit September 2014 werden in einem dreijährigen Projekt die Kenntnisse zu nichtstaatlichen Schlossanlagen an ausgewählten Beispielen vertieft. Die Auswahl der Objekte spiegelt die bestehende Vielfalt der Schlösserlandschaft in Baden-Württemberg im Hinblick auf Zeit, Funktion und Bautyp wieder. Dabei werden hauptsächlich Schlösser des Landadels berücksichtigt, also der Schicht der zahlreichen Freiherren und Reichsgrafen. Betrachtet werden Bauten vom Spätmittelalter bis zum Ende der Monarchie (ca. 1450-1918). Darunter sind stilistisch einheitliche Bauten z. B. der Barockzeit oder des Historismus, aber auch über Jahrhunderte kontinuierlich gewachsene Anlagen.

Zu den Schlossanlagen gehören oft auch Wirtschafts- und Verwaltungsgebäude, Kapellen, Grablegen, Lust- und Nutzgärten, Kleinarchitekturen im Gartenbereich, Hof- und Gartenmauern sowie Wälder und Teiche. Diese Vielzahl an möglichen denkmalkonstituierenden Bestandteilen wird ebenso erfasst und bewertet wie die wandfeste Ausstattung des jeweiligen Schlossgebäudes und sein Zubehör. Damit entsteht eine umfassende, differenzierte Bewertung und Begründung des Denkmalwertes, die als Grundlage für den denkmalgerechten Umgang mit den Objekten dient.

Umsetzung

Drei wissenschaftliche Mitarbeiter/-innen in Esslingen und Freiburg, zwei Kunsthistoriker und eine Landschaftsarchitektin, sowie zwei Assistenzkräfte führen diese Erfassung und Dokumentation durch. Sie werten sowohl die hausinternen Akten als auch die Literatur und bei Bedarf Archivunterlagen aus, dokumentieren den vorhandenen Bestand fotografisch und erstellen zu den ausgewählten Objekten neue Begründungstexte, die die wissenschaftliche, künstlerische und heimatgeschichtliche Bedeutung der Schlossanlagen hervorheben. Die im Rahmen des Projekts arbeitende Landschaftsarchitektin untersucht ausgewählte Schlossgärten mit all ihren Ausstattungselementen, der vorhandenen Vegetation sowie der Wegeführung und verwendeten Materialien, hält sie in Bestandsplänen fest und ordnet sie gartenhistorisch ein. Die Pläne werden anhand von Luftbildern, historischen Plänen und vor allem der Gegebenheiten vor Ort erstellt.

Diese aktualisierte und praxisorientierte Erfassung der Gebäude und der Außenanlagen wird durch eine übersichtliche Dokumentation allen vorhandenen Materials in der Denkmaldatenbank ADABweb ergänzt. Darüber hinaus soll aus den Erfahrungen des Projekts ein Leitfaden für zukünftige Bewertungen von Schlossanlagen durch die Inventarisation entwickelt werden.

 

Das Projekt ist ein Baustein des Gesamtprojekts Praxisorientierte Vertiefung des Denkmalwissens:

Zur Projektseite des Gesamtprojekts Praxisorientierte Vertiefung des Denkmalwissens

Projektverantwortliche

Wolfgang Kaiser
Landesamt für Denkmalpflege
Fuchsstraße 18
Freiburg, 1, 79102 83.2
+49 (0761) 20 83 53 1
Petra Martin
Landesamt für Denkmalpflege
Berliner Straße 12
Esslingen am Neckar, 1, 73728 83.3
+49 (0711) 90 44 52 25

Projektbearbeiter/innen

Claudia Mann
Landesamt für Denkmalpflege
Sternwaldstraße 14
Freiburg, 1, 79012 83.2
+49 (0761) 20 83 51 1