Denkmale

Kulturdenkmale der 1960er und 1970er Jahre

Die Bauten der Nachkriegsmoderne der 1960er und 1970er Jahre haben es bis heute schwer: Oft als spröde „Bausünden“ verkannt, fehlt den jungen Bauwerken noch vielfach die gesellschaftliche Akzeptanz. Bei aller belangloser Masse hat diese Epoche der Baugeschichte aber auch viel Interessantes, Innovatives und Individuelles hervorgebracht. Spannende neue Formen, futuristische Konstruktionen und innovative Materialien sind wertvolle Zeugnisse einer kreativen Boomzeit.

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Erforschen und erkennen, um zu erhalten

Zu den grundlegenden Aufgaben des Landesamts für Denkmalpflege gehört es, Kulturdenkmale zu erkennen und zu benennen. Das Denkmalschutzgesetz kennt hierfür keine Zeitgrenze. In der Praxis hat sich ein zeitlicher Abstand von einer Generation zur Entstehungszeit eines Objektes bewährt. Fast zwangsläufig liegt daher heute ein Schwerpunkt der Erfassung auf den Zeitzeugnissen der Nachkriegszeit, unter anderem der 1960er und 1970er Jahre. Das Landesamt für Denkmalpflege untersucht in verschiedenen Projekten mit der Unterstützung von externen Partnern und Hochschulen zahlreiche Objekte aus dieser Zeit.

 

 

Ein vielfältiges und variantenreiches bauliches Erbe und ein wichtiger kultureller Wert für unsere Gesellschaft

Die Referenten/-innen der Inventarisation benennen anschauliche und gut erhaltene Gebäude der Nachkriegsmoderne als Kulturdenkmale. Sie begründen ihren Denkmalwert und stellen vielfach die Ergebnisse öffentlichkeitswirksam vor. Zahlreiche Siedlungen und Wohnhäuser, Verwaltungsbauten, Kirchen, Schulen, Theaterbauten, Ausstellungshallen, Universitäts- und Hochschulbauten sowie technische Kulturdenkmale als Vertreter dieser das Land prägenden Architekturepoche wurden bereits als Kulturdenkmale erfasst. Weitere Objekte und Bauaufgaben sind in Bearbeitung.

 

 

 

Linkliste mit weiteren Informationen

Verdichtete Siedlungen der 1960er und 1970er Jahre. Ein Inventarisationsprojekt im Regierungsbezirk Stuttgart.

Harvard am Bodensee. Die Universität Konstanz als gebaute Utopie.

Gottesdienst im Baukasten. Kirchen aus Fertigteilen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

„Ich wollte kein Wohnhaus mehr bauen“. Die Villenbauten Egon Eiermanns in Baden-Baden.

Karlsruhes Nancy-Halle. Der Gartenschau ein Haus aus Zelten.

Was ist moderne Baukunst? – Eine Siedlung vor Gericht. Der Verwaltungsgerichtshof Mannheim bestätigte die Kulturdenkmaleigenschaft der Karlsruher Wohnsiedlung „Im Eichbäumle”.

„Zweckmäßigkeit und Ruhe“. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe.

Auch die Moderne kann in Würde altern. Das Landtagsgebäude in Stuttgart und seine Metallfassade.

„Die nicht laut genug zu preisende Wiederentdeckung eines unverständlicherweise vergessenen Bautyps“. Zur Calwer Passage in Stuttgart.

Sichtbeton, Faserzement und Glas. Kulturdenkmale der 1960er und 1970er Jahre

„Wo aber Gefahr ist, da wächst das Rettende auch“. Egon Eiermanns Verwaltungsgebäude der MiRO in Karlsruhe.

Karlsruhes „Central Park“. Der Stadtgarten als Bürgerpark und Zoo.

Farbspiele in der Flussaue. Das Gewerbliche Bildungszentrum in Bruchsal von Günter Behnisch.

„Von einer Welt in eine vollkommen andere“. 50 Jahre Reuchlinhaus in Pforzheim.

Vollmontage-Schulen im Dienste der offenen Gesellschaft. Die Schulbauten des Büros Günter Behnisch aus den 1960er Jahren.

Publikationen

  • Karin Hopfner, Christina Simon-Philipp, Claus Wolf (Hrsg.):

Größer, höher, dichter. Wohnen in Siedlungen der 1960er und 1970er Jahre in der Region Stuttgart,

Stuttgart 2012.

  • Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg:

Beton, Glas und Büffelleder. Verwalten in Denkmalen der 1960er und 1970er Jahre im Regierungsbezirk Stuttgart.

Stuttgart 2014.

  • Vereinigung der Landesdenkmalpfleger in der Bundesrepublik Deutschland (Hrsg.):

Zwischen Scheibe und Wabe. Verwaltungsbauten der Sechzigerjahre als Denkmale.

Wiesbaden 2012.

Projektverantwortliche

Referentinnen und Referenten des Fachgebiets Inventarisation im Referat Denkmalkunde

Stellvertretender Ansprechpartner

Dr. Martin Hahn
Landesamt für Denkmalpflege
Berliner Straße 12
73728 Esslingen am Neckar
martin.hahn(at)rps.bwl.de
+49 (0711) 90 44 51 83