Denkmale

Inventarisation und Konservierung der Sammlungen der Textildruckfirma Pausa in Mössingen

Die Pausa – eine Textildruckfirma von Weltrang

Das Firmengebäude der Pausa in Mössingen vor 1960.
Das Gebäude der Pausa in Mössingen vor 1960.

Im Jahre 2004 stellte mit der Mössinger Textildruckfirma Pausa eines der traditionsreichsten Unternehmen der südwestdeutschen Textilindustrie die Produktion ein. Die 1911 in Pausa im Vogtland gegründete und kurze Zeit später nach Württemberg verlegte Firma hatte sich seit den 1920er Jahren auf die Herstellung von hochwertigen Dekorationsstoffen spezialisiert, zunächst im Handmodeldruck und späten im neuen Verfahren des Filmhanddrucks mit Siebdruckschablonen. Nach dem Zweiten Weltkrieg avancierte die Pausa rasch zu einer Firma von weltweitem Renommee, das gleichermaßen auf der überragenden drucktechnischen wie künstlerischen Qualität ihrer Produkte fußte. Ihre bis heute bekanntesten Erzeugnisse sind die „Künstlerstoffe“ nach Entwürfen von Willi Baumeister, HAP Grieshaber und anderen, mit denen die Pausa in den frühen 1950er Jahren als erste deutsche Textildruckfirma auf den Markt kam.

Blick in das Stoffarchiv der Pausa.
Blick in das Stoffarchiv der Pausa.

Die Firmensammlungen der Pausa

Neben den denkmalgeschützten Firmengebäuden zeugen vor allem die Firmensammlungen von der gestalterischen Kompetenz und nicht zuletzt auch vom Selbstverständnis der Pausa. Seit den 1930er Jahren hat die Firma sämtliche Erzeugnisse in allen Produktionsschritten archiviert. So entstand mit der Zeit ein umfangreiches Firmenarchiv mit etwa 60.000 Stoffmustern, etwa ebenso vielen grafischen Entwürfen für Stoffe, mehreren Hundert Musterbüchern, ungezählten Filmfolien für die Herstellung der Druckschablonen, tausenden fotografischen Abzügen und Glasplattennegativen sowie ein Papierarchiv mit Werbematerialien, Korrespondenzen und dergleichen.

Das Pausa-Projekt

Durch den Niedergang der Firma und den jahrelangen Leerstand sind die in den Gebäuden verbliebenen Sammlungen in einen bedenklichen Zustand geraten. Dank einer namhaften Förderung durch die Kulturstiftung des Bundes im Rahmen des KUR-Programmes zur Konservierung und Restaurierung von mobilem Kulturgut konnte eine Arbeitsgruppe aus Textil- und Papierrestauratoren und mehreren Hilfskräften im Mai 2009 mit der auf zwei Jahre angelegten Sicherung und Konservierung der Firmensammlungen beginnen.  Parallel dazu erfolgt die Inventarisation der Firmensammlungen mittels einer Datenbank, in der sämtliche Objekte erfasst werden sollen. Diese Maßnahme wird von einem Textildesigner durchgeführt und für den Zeitraum von zweieinhalb Jahren vollständig von der Wüstenrot-Stiftung finanziert.

Dessin Montabaur nach Entwurf von Willi Baumeister, 1952.
Dessin Montabaur nach Entwurf von Willi Baumeister, 1952.
Dessin Montabaur nach Entwurf von Willi Baumeister, 1952.
Dessin Montabaur nach Entwurf von Willi Baumeister, 1952.
Stoff nach Entwurf von Elsbeth Kupferoth.
Stoff nach Entwurf von Elsbeth Kupferoth.

Die Ziele der Maßnahmen

Das Ziel des Projektes ist die Erhaltung, Erschließung und Nutzbarmachung der Sammlungen für die Forschung und die interessierte Öffentlichkeit. Die umfangreiche Datenbank der Firmenbestände soll nach Abschluss des Projekts ins Internet gestellt werden und so nicht nur der internationalen Forschung zur Geschichte des Textildesigns zur Verfügung stehen, sondern sicherlich auch dem künftigen Textildesign Anregungen bieten. Langfristig plant die Stadt Mössingen, die 2006 das Eigentum am Pausa-Areal erwarb, außerdem die Einrichtung eines Firmenmuseums in einem der Fabrikgebäude.

Musterbuch aus dem Jahr 1931.
Musterbuch aus dem Jahr 1931.

    Ansprechpartner

    Dr. Dieter Büchner
    Landesamt für Denkmalpflege
    Berliner Straße 12
    73728 Esslingen am Neckar
    dieter.buechner(at)rps.bwl.de
    +49 (0711) 90 44 52 31
    Andreas Menrad
    Landesamt für Denkmalpflege
    Berliner Straße 12
    73728 Esslingen am Neckar
    andreas.menrad(at)rps.bwl.de
    +49 (0711) 90 44 54 23