Denkmale

Die Erforschung des „Fürstensitzes“ Heuneburg und seines Umlandes

Eine der bedeutendsten Fundstätten der Eisenzeit

Die Heuneburg an der oberen Donau (Gemeinde Herbertingen-Hundersingen, Landkreis Sigmaringen) stellt eine der wichtigsten und zugleich am besten erforschten archäologischen Fundstätten der gesamten europäischen Eisenzeit dar. Erste archäologische Untersuchungen fanden in den 1870er Jahren im Bereich der nahe gelegenen Großgrabhügel von Giesübel-Talhau statt, 1937/1938 folgte dann die Ausgrabung des imposanten Hohmicheles, eines der größten Grabhügel Mitteleuropas.

Geschichte der Erforschung

Die systematische Erforschung des ca. 3 Hektar großen Burgberges begann nach kleineren Sondagen 1921 erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Von 1950 bis 1979 wurde mittels Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) etwa ein Drittel der Innenfläche des Heuneburgplateaus untersucht. Die umfangreiche Stratigraphie mit vierzehn Baustadien und zehn dazugehörigen Befestigungsmauern der Späthallstattzeit (ca. 620 - 450 v. Chr.) sowie das vielfältige Fundmaterial mit lokalen und mediterranen Produkten zogen schon früh die Aufmerksamkeit der internationalen Forschungsgemeinde auf sich.

Heuneburg nur die „Spitze des Eisbergs“

Neuere Untersuchungen, die seit den 1990er Jahren und verstärkt zwischen 2004 und 2008 im Rahmen des DFG-Schwerpunktprogramms „Frühkeltische Fürstensitze“ durchgeführt wurden, konzentrierten sich auf das direkte Umfeld des Burgbergs und erbrachten den Beleg dafür, dass die Heuneburg nur die „Spitze des Eisbergs“ darstellte und der späthallstattzeitliche Fürstensitz zumindest zeitweise viel größere Dimensionen besaß, als jahrzehntelang angenommen wurde. Es kamen unter anderem solch aufsehenerregende Befunde wie Steinfundamente eines Kammertores oder Überreste einer Holzbrücke zutage. Seit 2008 wird auch wieder auf dem Plateau und auf der Ostterrasse der Heuneburg im Rahmen von Forschungs- und Lehrgrabungen gearbeitet. 2010 gelang mit der Blockbergung eines unberaubten Kammergrabes einer keltischen Fürstin der Bettelbühlnekropole eine Sensation. Aufgrund naturwissenschaftlicher Datierungen kann es chronologisch exakt in das Jahr 583 v. Chr. eingeordnet werden. Anfang 2014 wurde ein Langfristprojekt durch die DFG eingerichtet, in dem das weitere Umland der Heuneburg erforscht werden soll.

 

 

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