Denkmale

Die Befunde

Viereckschanze Nordheim 1, Gewann „Kupferschmied“

Die Viereckschanze besteht aus einer Grabenanlage mit Seitenlängen von 107 bis 120 m. Die Gräben besitzen einen V-förmigen Querschnitt und eine erhaltene Grabentiefe von 1,1 bis 2,6 m. Der zugehörige Erdwall ist vollständig der Erosion zum Opfer gefallen. Eine Toranlage, von der nur einzelne Pfostengruben erhalten sind, liegt in der Mitte der Südseite, ein weiterer Zugang mit einem Steg über den Graben befindet sich auf der Westseite.

 

Innerhalb des Grabenwerks wurden Pfostengruben von drei großen Holzgebäuden (16 x 14 m; 12 x 12 m; 10 x 5 m) mit mehreren Bauphasen aufgedeckt. Zwei Grubenhäuser und zwei Gruppen von Vorratsgruben ergänzen das spätlatènezeitliche Befundensemble. Ein weiteres Gebäude mit 6 x 7 m Grundfläche lag außerhalb der Schanze nahe der Südostecke.

 

 

Viereckschanze Nordheim 2, Gewann Bruchhöhe"

Bei Nordheim 2 handelt es sich um eine Doppel-Viereckschanze mit einer Grundfläche von ca. 1,4 ha. Bis zu 3 m tiefe Gräben umgeben die Hauptanlage, die sich in der Größe kaum von der Viereckschanze Nordheim 1 unterscheidet. Jedoch schließt an die Nordseite eine zweite, kleinere Schanze an. In beiden Bereichen fanden sich Spuren von Pfostenbauten. Innerhalb der Hauptschanze konnte ein Gebäudegrundriss entlang der nördlichen Grabenflanke dokumentiert werden, der eine beachtliche Größe von 9,8 m x 34 m und damit 333 m² aufweist. Er überschneidet sich mit dem eines Vorgänger- oder Nachfolgebaus.

Östlich dieser Befundsituation, in der Nordostecke der Hauptanlage, kamen in einer Grube acht bandförmige Schildbuckel zu Tage.

Zwischen dem Schildbuckeldepot und dem großen Gebäudegrundriss lag der ca. 23 m tiefe Brunnenschacht 1, auf dessen Sohle sich noch eine 1,20 m x 1,20 m messende Holzverschalung erhalten hat, die dendrochronologisch um 160+/-10 v. Chr. datiert werden kann. Ein zweiter Schacht war mit ca. 15 m weniger tief und befand sich am südlichen Ende der Schanze. Auch eine zweite Deponierung konnte dokumentiert werden. Sie kam in der Verfüllung des westlichen Annex-Grabens zu Tage und setzte sich aus mehreren Eisengeräten zusammen.