Denkmale

Auftakt der Mittelalterarchäologie - Die Stadtkirche St. Dionys zu Esslingen

Auftakt der Mittelalterarchäologie

Die Ausgrabungen in der Stadtkirche St. Dionys in Esslingen waren der Auftakt zur Mittelarchäologie im ehemaligen Landesdenkmalamt Baden-Württemberg. Von 1960 bis 1963 wurden die gesamte Innenfläche und ausgewählte Umgebungsbereiche der Kirche archäologisch untersucht, bevor man eine Kirchenheizung einbaute. Der Mittelalterarchäologe G. P. Fehring leitete die Ausgrabungen und stieß dabei auf eine über Jahrhunderte dauernde Bauabfolge, die anschließend wissenschaftlich erforscht wurde. Die Abfolge der Kirchenbauten spiegelt nicht nur die kirchliche Entwicklung Esslingens, sondern ist gleichsam ein Abbild der politischen und sozialen Entwicklung der Siedlung vom Dorf zum regionalen städtischen Zentrum.

St. Dionys, von der Burg aus gesehen.
St. Dionys, von der Burg aus gesehen.
Der Chorbereich nach Abschluss der Ausgrabungen.
Der Chorbereich nach Abschluss der Ausgrabungen.

Einrichtung eines Ausgrabungsmuseums

Nach Abschluss der Untersuchungen wurden die freigelegten Befunde nicht wieder verfüllt, sondern mit einer Decke überspannt. Heute können sie im Ausgrabungsmuseum unter der Kirche besichtigt werden. In den zurückliegenden Jahren wurden die archäologischen Befunde konservatorischen Maßnahmen unterzogen sowie die didaktische und museale Ausstattung auf einen zeitgemäßen Stand gebracht. Die nicht unerheblichen Kosten übernahmen die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Esslingen, die Stadt Esslingen, die Denkmalstiftung Baden-Württemberg sowie das Land Baden-Württemberg. Außerdem wurden zahlreiche Spenden aufgebracht.