Denkmale

Die keltische Stele von Holzgerlingen

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Infos zum 3D-Modell

  • Objekt: originalgetreue Replik der Stele von Holzgerlingen (mit Sockel anstatt der zapfenartigen Verankerung des Originals), aufgestellt in Leinfelden-Echterdingen
  • Dreidimensionale Vermessung: Surphaser Laserscanner
  • Geometrie des 3D-Modells: ca. 500.000 Dreiecke und ca. 250.000 Punkte
  • Downloadgröße des 3D-Modells: ca. 60 MB

Das Objekt

Der genaue Fundort sowie der Fundkontext der im 19. Jahrhundert geborgenen keltischen Stele von Holzgerlingen sind unbekannt. Dennoch kann aus stilistischen Gründen eine Datierung in die Latènezeit als gesichert gelten. Allein die genaue Einordnung innerhalb dieser Epoche bleibt unklar.

Die aus Stubensandstein hergestellte Figur ist bei einer Höhe von 2,30 m nur etwa 30 cm breit und 20 cm tief. Ihr auffälligstes Merkmal ist die doppelseitig-gleichartige, sogenannte „janusartige“ Darstellung von Körper und Kopf. Die Stele zeigt einen Menschen (oder eine menschenartige Gottheit) mit einem abgewinkelten rechten Arm. Die Hand greift waagerecht über den Körper. Direkt unterhalb des Arms ist ein breiter Gürtel dargestellt. Unterleib und Beine sind als zusammenhängender Block gearbeitet. Hervorzuheben ist die „Blattkrone“, die beidseitig des Gesichts (bzw. der beiden Gesichter) aus dem Nacken erwächst. Die Blattkrone ist vergleichbar mit der bekannten Stele vom Glauberg in Hessen, auch wenn sich die Blattkrone der Glauberger Figur in ihrer Formgebung unterscheidet.

Aufgrund der nicht bekannten Fundumstände ist eine Bestimmung der Funktion der Holzgerlinger Stele kaum möglich. Ursprünglich war sie aber offensichtlich wie ein im Boden eingelasser Pfeiler aufgestellt. Trotz ihrer unbekannten Funktion ist die Figur ein bedeutendes Denkmal und im Zusammenhang mit anderen hallstatt- und latènezeitlichen Stelen zu sehen, z.B. aus Hirschlanden oder Steinenbronn. Auch wenn die unterschiedlichen Statuen in ihrer Gestaltung recht verschieden sind, aus unterschiedlichen Zeithorizonten stammen und unterschiedliche Funktionen gehabt haben können (Grabstelen, Verehrung besonderer Persönlichkeiten, Darstellung von Gottheiten), so deuten sie auf eine gemeinsame keltische Tradition der Großplastik hin.

Kopien von einigen dieser keltischen Stelen sind heute entlang des geschichtlichen Lehrpfades in Leinfelden-Echterdingen aufgestellt.

Weiterführende Literatur

  • K. Bittel / W. Kimmig / S. Schiek 1981 (Hrsg.), Die Kelten in Baden-Württemberg (Theiss, Stuttgart), S. 400 f.
  • F. Fischer 2012, Holzgerlingen, Deutschland. Landkreis Böblingen, Baden Württemberg. Latènezeitliche Steinstatue. In: S. Sievers / P.C. Ramsl / O. Urban (Hrsg.) Lexikon zur keltischen Archäologie.

  • O.H. Frey 2002, Menschen oder Heroen? Die Statuen vom Glauberg und die frühe keltische Großplastik. In: Das Rätsel der Kelten vom Glauberg. Glaube - Mythos - Wirklichkeit. Eine Ausstellung des Landes Hessen in der Schirn Kunsthalle Frankfurt 24. Mai bis 1. September 2002 (Theiss, Stuttgart), 208-218.
  • S. Rieckhoff / J. Biel 2001, Die Kelten in Deutschland (Theiss, Stuttgart), S. 189 ff.