Denkmale

Der späthallstattzeitliche Bestattungsplatz von Hirschlanden

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Infos zum 3D-Modell

  • Objekt: originalgetreue Replik der Stele, aufgestellt neben dem rekonstruierten Grabhügel bei Hirschlanden
  • Dreidimensionale Vermessung: SfM
  • Geometrie des 3D-Modells: ca. 100.000 Dreiecke und 300.000 Punkte
  • Downloadgröße des 3D-Modells: ca. 20 MB

Das Objekt

Die späthallstattzeitliche Fundstelle von Hirschlanden gehört mit der bei Ausgrabungen in den 1960er Jahren neben dem Grabhügel gefundenen Stele zu den herausragenden Zeugen frühkeltischer Kunst in Mitteleuropa. Der Fundplatz liegt ca. 4 km westlich des Ortes Hirschlanden bei Ditzingen im Landkreis Ludwigsburg.

 

 

Zwei Hügel, zahlreiche Gräber

Zwei nebeneinander liegende Grabhügel wurden zwischen 1963 und 1966 im Rahmen einer Flurbereinigung archäologisch untersucht. Während einer der Hügel restlos zerstört war und kaum archäologische Befunde erkennbar waren, lieferte der andere einen besonderen Befund.Dieser kreisrunde Hügel maß etwa 20 m im Durchmesser und war von einem Steinkranz eingefasst. Der Steinkranz bestand aus übereinander geschichteten, ca. 40 bis 50 cm über die Oberfläche ragenden Steinplatten mit im Abstand von jeweils 1 m gesetzten Steinpfeilern. Innerhalb des Hügels konnten 16 Körpergräber freigelegt werden, wobei bei den meisten eine Holzkammer nachgewiesen werden konnte. Bei zwei Gräbern handelt es sich um Doppelbestattungen von Mann und Frau. Die Beigaben umfassen Waffen wie Lanzen und Messer, Schmuck- und Trachtbestandteile sowie Keramik.

 

 

Die Stele

Der bedeutendste Fund, der bei der Untersuchung des Grabhügels von Hirschlanden zu Tage gefördert wurde, ist die steinerne Stele. Sie lag außerhalb des Steinkranzes am Nordrand des Hügels. Ursprünglich stand sie wahrscheinlich auf der Spitze des Hügels. Die Statue hat - ohne die heute fehlenden Füße - eine Höhe von 1,50 m und ist aus örtlichem Stubensandstein gefertigt. Ihre originale Größe dürfte ca. 1,70 m betragen haben. Dargestellt ist ein ithyphallischer Krieger mit spitzem Helm, Halsring und einem Gürtel mit Dolch. Die Hirschlandener Stele gehört in den Kontext eines weit verbreiteten hallstatt- bis frühlatènezeitlichen Grabkultes mit am Bestattungsplatz aufgestellten Menschenstatuen. Vergleichbare Figuren fanden sich z. B. in Holzgerlingen in Baden-Württemberg,  am Glauberg in Hessen und in Südeuropa.

 

Heute ist der Grabhügel von Hirschlanden an seinem originalen Standort wieder aufgeschüttet und mit einer Steineinfassung rekonstruiert worden. Neben dem Grabhügel wurden zudem eine Kopie der Stele und Hinweisschilder aufgestellt. Mittels des SfM-Verfahrens (Structure from Motion) wurde ein fotorealistisches 3D-Computermodell der Stele erstellt.

 

 

Weiterführende Literatur

  • O.H. Frey 2002, Menschen oder Heroen? Die Statuen vom Glauberg und die frühe keltische Großplastik. In: Das Rätsel der Kelten vom Glauberg. Glaube - Mythos - Wirklichkeit. Eine Ausstellung des Landes Hessen in der Schirn Kunsthalle Frankfurt 24. Mai bis 1. September 2002 (Theiss, Stuttgart), 208.-218.
  • H. Zürn 1970, Hallstattforschungen in Nordwürttemberg. Die Grabhügel von Asperg (Kr. Ludwigsburg), Hirschlanden (Kr. Leonberg) und Mühlacker (Kr. Vaihingen). Veröffentlichungen des Staatlichen Amtes für Denkmalpflege Stuttgart, Reihe A Vor- und Frühgeschichte, Heft 16 (Verlag Müller & Gräff, Stuttgart).