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Neue Informationstafel am Demmler-Denkmal
Renovierung eines der ältesten Kleindenkmale Stuttgarts abgeschlossen
19.10.10 Von: Regierungspräsidium Stuttgart, Pressestelle
Am heutigen Dienstag, den 19. Oktober 2010, weihten Regierungspräsident Johannes Schmalzl und Steffen Ringwald, Leiter des EnBW-Regionalzentrums Stuttgart als Vertreter des Eigentümers, eine Informationstafel zur Geschichte und Bedeutung des Demmler-Denkmals ein. Anlass war die jüngste Restaurierung des 4,5m hohen Sandsteindenkmals, das zu den ältesten und wertvollsten Kleindenkmalen auf der Gemarkung der Stadt Stuttgart zählt. Sein Standort oberhalb der Magstadter Straße liegt unweit der alten Landstraße von Stuttgart nach Calw.
„Es ist uns ein großes Anliegen, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Kleindenkmale zur richten, die oft unbemerkt am Wegesrand stehen. Sie dokumentieren Geschichte und Geschichten ganz unmittelbar, so wie in diesem Fall, in dem uns die Inschrift von einem tragischen Schicksalsschlag berichtet“, sagte Regierungspräsident Schmalzl, in dessen Haus das landesweite Erfassungsprojekt zu Kleindenkmalen gesteuert und aus Denkmalmitteln finanziert wird.
1621 war an der Stelle des Denkmals der erst 13 jährige Veit Demmler zu Tode gekommen – vermutlich durch einen Unfall. Mit seinem Vater, einem Tuchmacher, befand er sich auf der Heimfahrt von der Nördlinger Messe zurück nach Calw. Für die Familie war der plötzliche Tod des ältesten Sohnes ein schwerer Verlust, in persönlicher wie auch in geschäftlicher Hinsicht. 200 Gulden stifteten die Eltern dem Stuttgarter Armenkasten allein für die Erlaubnis, das Denkmal aufstellen zu dürfen. Der Künstler des im Stile der Spätrenaissance verzierten Denkmals ist nicht bekannt.
Bereits vor 100 Jahren musste der weiche Sandstein restauriert werden, drei der vier Inschrifttafeln wurden in Marmor nachgeschlagen. Damals finanzierte dies noch das Calwer Färberstift. 2005 wies der ehrenamtliche Kleindenkmalforscher Winfried Schweikart auf den erneut schlechten Erhaltungszustand des Denkmals hin.
Heute befindet sich das Denkmal im Eigentum der EnBW, die hier eine Versorgungsleitung unterhält. „Uns war nicht bewusst, ein so wertvolles Denkmal zu besitzen, doch war es uns eine selbstverständliche Pflicht und Freude, zum Erhalt des Kulturdenkmals die notwendigen Maßnahmen zu finanzieren“, betonte Steffen Ringwald von der EnBW.
Um die Geschichte und Bedeutung des Denkmals den Spaziergängern und Interessierten offen zu legen, hat die EnBW nun eine Informationstafel aufstellen lassen.
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