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Sitzung des Denkmalrats am 6.9.2011 in Neuenstadt am Kocher
Denkmalrat besichtigt die Ausgrabungen der römischen Siedlung Bürg in Neuenstadt/Kocher.
06.09.11 Von: Regierungspräsidium Stuttgart, Pressestelle
Heute hat im Sitzungssaal des Rathauses Neuenstadt die diesjährige Sitzung des Denkmalrats beim Regierungspräsidium Stuttgart stattgefunden. Unter Vorsitz von Regierungspräsident Johannes Schmalzl wurden aktuelle zentrale Themen der Denkmalpflege besprochen. Der fachliche Austausch der mit der Denkmalpflege betrauten Experten und Institutionen ist für das Land von zentraler Bedeutung. „Baden-Württemberg besitzt mit rund 90.000 Bau- und Kunstdenkmalen und über 60.000 bekannten archäologischen Denkmalen eine nachhaltige Kulturlandschaft, die ihresgleichen sucht. Diese für kommende Generationen zu erhalten und gleichwohl Entwicklungs- und Erhaltungsmöglichkeiten für die Zukunft zu gewährleisten, ist unsere gemeinsame Aufgabe“, sagte Regierungspräsident Schmalzl.
Dem Denkmalrat gehören neben den Vertretern der Denkmalschutzbehörden weitere Vertreter aus den kommunalen Landesverbänden und den Kirchen, aus dem Kreis der Denkmaleigentümer sowie die staatliche Hochbauverwaltung und weitere Experten an, die mit den Fragen des Denkmalschutzes vertraut sind. Einmal im Jahr tritt der Denkmalrat im Regierungsbezirk zusammen und berät über Fragen von grundsätzlicher Bedeutung.
Die Mitglieder des Denkmalrates trafen sich zunächst auf dem Ausgrabungsgelände zwischen den Ortsteilen Bürg und Kocherthürn und wurden vom Grabungsleiter über den Stand der Ausgrabungen der römischen Siedlung Bürg und aktuelle Grabungsergebnisse informiert. Seit 2003 gräbt die Archäologische Denkmalpflege in der römischen Siedlung, die weit über die Landesgrenzen hinaus Bedeutung hat. Das besondere an der Ausgrabung in Neuenstadt ist, dass hier eine komplette römische Stadt unüberbaut auf freier Feldflur liegt. Zurzeit wird dort eine ausgezeichnet gut erhaltene, monumentale Tempelanlage freigelegt, die aufgrund der ungewöhnlichen Überlieferungsbedingungen und der komplexen Befundlage exemplarische Bedeutung für die Erforschung der römischen Kultanlagen in Südwestdeutschland besitzt.
Inhaltlich hat sich der Denkmalrat im Rahmen einer anschließenden Sitzung u.a. mit dem Spannungsfeld von Archäologie und Landwirtschaft beschäftigt. So wurden die Schwierigkeiten beim Schutz archäologischer Kulturdenkmale in landwirtschaftlich bewirtschafteten Gebieten erörtert. Bodenerosionen führen aufgrund intensiver Bewirtschaftungsmethoden in der Forst- und Landwirtschaft zu einem fortschreitenden Verlust archäologischer Substanz. Anhand konkreter Fallbeispiele wurden Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt. In den aufgezeigten Fällen konnte durch flächigen Geländeauftrag, Flächenerwerb, der Ausweisung der Fläche als Naturschutzgebiet oder der Umwandlung in Grünland das archäologische Erbe im ländlichen Raum erhalten werden.
Hinweis für die Pressevertreter
Für Rückfragen steht Ihnen als Ansprechpartner Dr. Peter Zaar, Pressesprecher, unter der Telefonnummer 0711/904-10002 gerne zur Verfügung.
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