Präsentation der Bauforschung zum Kloster Maulbronn am Welterbetag 2009

„Denkmalschutz und Schule – Grundschüler erleben Denkmale“

Hintergrund

Kinder bei der Besichtigung des Kulturdenkmals Schelztorgymnasium.
Kinder bei der Besichtigung des Kulturdenkmals Schelztorgymnasium.

Für Schüler der Sekundarstufe I und II gibt es bereits zahlreiche Unterstützungssysteme zu denkmal- und denkmalschutzorientierten Projekten. Es fehlte bislang ein vergleichbares Angebot für die Primarstufe. Eine Anregung wurde in einem äußerst erfolgreichen Projekt des Deutschen Architekten- und Ingenieurvereins (DAI) in Bayern gefunden. Dieses möchte Grundschulen für das Thema Denkmalpflege sensibilisieren. Mittlerweile haben sich in Bayern bis zu 70 Schulen daran beteiligt. Im Frühjahr 2009 beschloss das Landesamt für Denkmalpflege zusammen mit seinen Kooperationspartnern, diese Denkmalaktion auf Baden-Württemberg zu übertragen.

Ziel der Aktion

Die Schüler erhalten durch die Beschäftigung mit dem Denkmal einen emotionalen Zugang zur Landesgeschichte. Sie kommen in Kontakt zum Berufsleben und trainieren ganzheitliches Sehen und Umsetzen Sie entschleunigen und machen sich mit alten Gewohnheiten vertraut. Es wird ihnen bewusst, was ein Denkmal ist und dass dieses ein schützenswertes Gut ist. Sie finden heraus, wie man es schützen und bewahren kann. So finden die Schüler einen Zugang zu ihrer Umgebung, zu dem Begriff „Heimat“.

Lehrplanbezug

Die genannten Ziele stehen im Einklang mit dem Bildungsplan Grundschule 2004. Im Fächerverbund MeNuK (Mensch, Natur und Kultur) kann man sie unter Punkt 5 „Heimatliche Spuren“ den Klassen 3 und 4 zuordnen.

Spurensuche am Tag des offenen Denkmals in Schwäbisch Hall
Spurensuche am Tag des offenen Denkmals in Schwäbisch Hall
Schüler basteln Häuser für ein Stadtmodell
Schüler basteln Häuser für ein Stadtmodell
Das fertige Modell des historischen Ortskerns von Schützingen
Das fertige Modell des historischen Ortskerns von Schützingen

„Bausteine“

Die staatlichen Schulämter vermitteln den Kontakt zwischen denkmalerfahrenen Architekten und Restauratoren sowie Schulen. Die Denkmalfachleute bieten folgende Bausteine an:

  • ca. 1 Schulstunde Information der Kinder über Denkmale im Nahbereich der Schule. Es wird deutlich, dass diese Baudenkmale zur Heimat gehören. Sie sind Identifikationsobjekte. Die Vielfalt der Denkmallandschaft wird veranschaulicht.
  • Eine ca. 2 Schulstunden umfassende Führung durch ein Denkmal. Die Kinder erkennen, dass alte Gebäude spannende Untersuchungsobjekte für Spurensicherer und Denkmaldetektive sein können.
  • 1 bis 2 Schulstunden praktische Beispiele aus dem Erhaltungsalltag eines Denkmals. Auch Fragen zum Beruf des Denkmalpflegers, des Architekten und/oder Handwerkers werden beantwortet.

Die einzelnen Projekte an den teilnehmenden Schulen werden von den Denkmalfachleuten und den Lehrern gemeinsam entwickelt. Die Umsetzung erfolgt weitgehend eigenständig durch Lehrer und Schüler.

Pilotphase 2009/2010

Schülerinnen und Schüler einer Grundschule malen Bilder von den Häusern, in denen sie wohnen.
SchülerInnen präsentieren ihre „Denkmalpflege“-Hausaufgaben

Mit zwei Auftaktveranstaltungen in Esslingen und Freiburg startete im November 2009 die Pilotphase der Aktion. Sie findet zunächst in den Regierungspräsidien Stuttgart und Freiburg statt.

  • Teilnehmer: 7 Grundschulen im Großraum Stuttgart, 5 Grundschulen im Freiburger Raum sowie 2 in Bebenhausen und Maulbronn
  • März bis Mai 2010: Durchführung der Projekte in den Grundschulen
  • Juni/ Juli 2010: Präsentation der Ergebnisse in den Grundschulen
  • Juli 2010: Abschlussveranstaltung mit Evaluation der Aktion
  • ab Juli 2010: Veröffentlichung der Projektergebnisse auf dieser Seite


Kooperationspartner

Das Landesamt für Denkmalpflege arbeitet in dieser Aktion eng zusammen mit

  • dem Kompetenzzentrum für Geschichtliche Landeskunde im Unterricht (KM)
  • dem Architekten- und Ingenieurverein Stuttgart (AIV)
  • dem Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg (WM)

sowie rund 20 denkmalerfahrenen Architekten und Restauratoren, die sich bereit erklärt haben, die Aktion zu unterstützen. Für dieses ehrenamtliche Engagement bedanken wir uns ganz herzlich!

Ausblick

Ausgehend von einer erfolgreichen Durchführung der Aktion in der derzeitigen Pilotphase wird das Projekt im nächsten Schuljahr 2010/11 landesweit durchgeführt.

Ansprechpartner:

Jürgen Topper, AIV Stuttgart, Tel. 0711-2369432, jtopper(at)freenet.de