Präsentation der Bauforschung zum Kloster Maulbronn am Welterbetag 2009

Bildung und Denkmalpflege

Für den Erhalt des kulturellen Erbes sensibilisieren

Die Zukunft unseres kulturellen Erbes hängt wesentlich von den Entscheidungen und dem Verhalten der breiten Öffentlichkeit ab. Daher ist es der Landesdenkmalpflege ein wichtiges Anliegen, möglichst viele Menschen zur bewussten Wahrnehmung unserer Kulturgüter anzuleiten und für die Notwendigkeit von Denkmalschutz zu sensibilisieren. Während Museen ähnliche Ziele mithilfe der Museumspädagogik umsetzen, fehlte eine institutionalisierte Denkmalschutzerziehung in der staatlichen Denkmalpflege bislang. Mit der Einrichtung einer halben Stelle für Denkmalpflegepädagogik im Februar 2010 möchte Baden-Württemberg nun neue Wege beschreiten. Bereits heute gibt es eine ganze Reihe attraktiver Angebote, die dazu einladen, sich mit Denkmalpflege zu befassen.

Lebendige Vermittlung am historischen Lernort

Historische Lernorte sind in besonderem Maße geeignet, Gefühle, Empfindungen und ein Vorstellungsvermögen gegenüber der Geschichte zu entwickeln. Sie fördern das Begreifen durch kreativ spielerisches bzw. praktisches Handeln und durch entdeckendes Lernen. Der Dienstsitz des Landesamtes für Denkmalpflege, das ehemalige Schelztorgymnasium in Esslingen, steht unter Denkmalschutz. Bei Führungen durchs Haus erfährt man, wie das abrissbedrohte Gebäude gerettet und umgenutzt werden konnte. Auch ein Einblick in die Restaurierungswerkstätten ist möglich. Archäologische Ausgrabungen der Landesdenkmalpflege können spannende Ausflugsziele sein. Besichtigungen sind am Tag des offenen Denkmals sowie auf Anfrage möglich. Historische Lernorte sind nicht zuletzt die Burgen und Schlösser, die von Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg vermarktet werden. Die Angebote von Schlösser und Gärten werden in Veranstaltungsprogrammen und in der Broschüre „Lehrreich“ für Schulklassen zusammengefasst.

Dienstsitz des Landesamtes für Denkmalpflege: das ehemalige Schelztorgymnasium.
Dienstsitz des Landesamtes für Denkmalpflege: das ehemalige Schelztorgymnasium.
Führung in den Werkstätten der Landesdenkmalpflege am Tag des offenen Denkmals.
Führung in den Werkstätten der Landesdenkmalpflege am Tag des offenen Denkmals.
Besichtigung einer archäologischen Ausgrabung in Bärenthal am Tag des offenen Denkmals.
Besichtigung einer archäologischen Ausgrabung in Bärenthal am Tag des offenen Denkmals.

Grundschule und Denkmalpflege

Die erfolgreiche Ansprache von Kindern und Jugendlichen stellt die Landesdenkmalpflege vor besondere Herausforderungen. Gemeinsam mit mehreren Kooperationspartnern unterstützt sie die Aktion „Denkmalschutz und Schule – Grundschüler erleben Denkmale“, bei der Drittklässler unter Anleitung von ehrenamtlich tätigen Architekten Denkmale in ihrer Umgebung erkunden. Die Aktion startet in der ersten Jahreshälfte 2010, Auftakt und Abschlussveranstaltung werden vom Landesamt für Denkmalpflege koordiniert.

„denkmal aktiv – Kulturerbe macht Schule“

Aktivster Partner in der Denkmalpflegepädagogik ist derzeit die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Mit „denkmal aktiv – Kulturerbe macht Schule“ hat sie 2002 ein Programm ins Leben gerufen, bei dem sich Schulen ein Schuljahr lang mit Denkmalen oder Kulturlandschaften in ihrer Region beschäftigen. Die Teilnehmer formulieren einen Projektantrag und können nach dessen Bewilligung Fördergelder in Anspruch nehmen. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz vermittelt fachliche Partner, stellt Methodenkompetenz und didaktisches Material bereit, unterstützt die Öffentlichkeitsarbeit und organisiert Erfahrungsaustausch.

Im Rahmen der Aktion „denkmal aktiv“ untersuchen Schülerinnen eine verwitterte Mauer.
Im Rahmen der Aktion „denkmal aktiv“ untersuchen Schülerinnen eine verwitterte Mauer.
Schüler aus Schützingen stellen Biberschwanzziegel her.
Schüler aus Schützingen stellen Biberschwanzziegel her.
Drittklässler bei der Erkundung des Fußbodenaufbaus im Gregorianum in Ingolstadt.
Drittklässler bei der Erkundung des Fußbodenaufbaus im Gregorianum in Ingolstadt.

Unterrichtsmaterialien

Noch zu wenig bekannt sind die Unterrichtsmaterialien zum Thema Denkmalschutz. Einen wichtigen Einstieg bildet die noch relativ junge Zusammenstellung auf dem Landesbildungsserver Baden-Württemberg. 2003 haben das ehemalige Landesdenkmalamt Baden-Württemberg und das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport des Landes das Buch „Projekt Denkmalpflege – Handreichung für die Zusammenarbeit von Denkmalpflege und Schule“ herausgegeben. Das Buch richtet sich vor allem an allgemein- und berufsbildende Schulen, während der 2009 von den Referaten Denkmalpflege sowie Naturschutz und Landschaftspflege im Regierungspräsidium Freiburg beauftragte „Erlebniskoffer historische Weinberge“ für Grundschüler konzipiert wurde. Die Präsentation „Was ist ein Kulturdenkmal?“ kann auf dieser Seite herunter geladen werden. Arbeitsblätter zum Einstieg in die Archäologie sowie die Bau- und Kunstdenkmalpflege für die Sekundarstufe I und II hält die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bereit. DVDs und Kinderbücher zur Denkmalpflege ergänzen das Angebot.

Ansprechpartnerin für Denkmalpflege-Pädagogik:

Christiane Schick, Tel. 0711-90445-208, christiane.schick(at)rps.bwl.de (vormittags)

Schulbuch „Projekt Denkmalpflege“
Schulbuch „Projekt Denkmalpflege“
Arbeitsblätter der Deutschen Stiftung Denkmalschutz
Arbeitsblätter der Deutschen Stiftung Denkmalschutz
DVD „Der Limes - Römer in Germanien“
DVD „Der Limes - Römer in Germanien“
Erlebniskoffer „Historische Weinberge“
Erlebniskoffer „Historische Weinberge“
Kinderbuch Reichenau „Drei Kirchen im Gemüsebeet“
Kinderbuch Reichenau „Drei Kirchen im Gemüsebeet“
Broschüre „Lehrreich“ der Schlösserverwaltung
Broschüre „Lehrreich“ der Schlösserverwaltung
„Entdeckungsbuch für Kinder - Eiszeit. Kunst und Kultur.“
„Entdeckungsbuch für Kinder - Eiszeit. Kunst und Kultur.“
„Vorsicht Ausgrabung“ des Verbandes der Landesarchäologen
„Vorsicht Ausgrabung“ des Verbandes der Landesarchäologen