Pressekonferenz im Landesamt für Denkmalpflege zum Tag des offenen Denkmals.

Pressemitteilung

Sensationelles Ergebnis: Rekonstruierte Wandmalereien aus der Jungsteinzeit als Schwerpunkt der Ausstellung 4.000 Jahre Pfahlbauten

Fotos und erklärendes Textmaterial auch am Stand des Landesamts für Denkmalpflege auf der CMT in Stuttgart

20.01.16 Von: Regierungspräsidium Stuttgart, Pressestelle

 

Die Archäologen und Restauratorinnen des Landesamtes für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart präsentierten heute im Dienstsitz Hemmenhofen ein sensationelles Ergebnis ihrer Arbeit: Sie haben ein großes Wandbild, das vor nahezu 6.000 Jahren im Bodensee untergegangen war, aus zahlreichen Fragmenten wieder zusammengebracht. Ab Donnerstag, 21. Januar 2016, können sich auch Besucher der CMT in Stuttgart am Stand des Landesamts für Denkmalpflege anhand von Fotos und erklärendem Textmaterial über die Wandmalereien, ihre Geschichte und die Rekonstruktionsarbeiten informieren.

 

Die spektakulären Funde, die auch plastisch geformte, fast lebensgroße weibliche Brüste umfassen, waren bereits 1990-1994 von den Taucharchäologen des Landesamtes in einer Pfahlbausiedlung bei Bodman-Ludwigshafen geborgen worden. Es handelt sich um die ältesten figuralen Wandmalereien nördlich der Alpen und - mit Ausnahme einiger weiterer Funde aus Sipplingen - um die einzigen bekannten Wandmalereien aus den zirkumalpinen Pfahlbauten.

 

Hierzu der Archäologe Dr. Helmut Schlichtherle, Landesamt für Denkmalpflege: „Wir wussten von Anfang an, dass wir es mit ganz außergewöhnlichen Funden zu tun haben, aber wir konnten sie lange nicht zusammenbringen und plausibel erklären. Nun wird klar: Wir haben ein monumentales Bild wieder gewonnen, das für die Religions- und Sozialgeschichte der mitteleuropäischen Jungsteinzeit von großer Bedeutung ist.“

 

Zu steinernen Stelen und Felsbildern des Alpenraumes, die allerdings mehr als 1000 Jahre jünger sind, können Verbindungen aufgezeigt werden. Der Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege, Prof. Dr. Claus Wolf, betonte: „Es handelt sich um einen Fund von epochaler Bedeutung, der schlaglichtartig einen tiefen Einblick in die bislang kaum bekannte rituelle Sphäre der Pfahlbauten gibt.“

 

Die Auswertung der mehr als 2000 Einzelfragmente war schwierig, doch im Zuge der Vorbereitungsarbeiten für die Große Landesausstellung „4.000 Jahre Pfahlbauten“ gelang nun der Durchbruch. Es kann die Innenwand eines Pfahlbauhauses rekonstruiert werden, auf der mindestens sieben weibliche Gestalten mit erhobenen Händen dargestellt waren. Sie gehörten zu einem Gebäude besonderer ritueller Funktion.

 

Die Malereifragmente wurden in der Dienststelle Hemmenhofen des Landesamtes für Denkmalpflege zu einem 7 Meter langen Bilderfries ergänzt. Regierungspräsident Johannes Schmalzl kündigt schon heute an: „Auf der Großen Landesausstellung Baden-Württemberg ,4.000 Jahre Pfahlbauten‘ können die Funde 2016 erstmals in vollem Umfang der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Ihre Ergänzung im Zuge einer Lichtschau wird einen Höhepunkt der Ausstellung bilden.“

 

Fotos der Wandmalereien stehen im Anschluss an diese Mitteilung zum Download bereit. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um die folgende Quellenangabe: „Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart“. Vielen Dank.

 

Weiterführende Informationen zu den jungsteinzeitlichen Wandbildern entnehmen Sie bitte dem unten zum Download bereit gestellten PDF-Dokument.

 

Hinweise für die Pressevertreter
Für Rückfragen steht Ihnen als Ansprechpartnerin Nadine Schneider, Pressereferentin des Regierungspräsidiums Stuttgart, unter der Telefonnummer +49 (0711) 90 41 00 02 gerne zur Verfügung.