Pressekonferenz im Landesamt für Denkmalpflege zum Tag des offenen Denkmals.

Pressemitteilung

Presseeinladung: Entdeckung des Grabes eines frühmittelalterlichen Kriegers mit Goldblattkreuz

Experten des Regierungspräsidiums Stuttgart entdeckten überraschend das Grab des Kriegers bei der Siedlungsgrabung in Bissingen an der Teck. Präsentiert werden die Funde und die daraus resultierenden spannenden Einblicke in die Frühzeit der Christianisierung am Dienstag, 2. Februar 2016, um 10 Uhr im Landesamt für Denkmalpflege in Esslingen

25.01.16 Von: Regierungspräsidium Stuttgart, Pressestelle

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

Experten des Regierungspräsidiums Stuttgart entdeckten überraschend ein Grab eines frühmittelalterlichen Kriegers mit Goldblattkreuz bei der Siedlungsgrabung in Bissingen an der Teck. Präsentiert werden die Funde des reichausgestatteten Kriegergrabes und die daraus resultierenden spannenden Einblicke in die Frühzeit der Christianisierung

 

am Dienstag, 2. Februar 2016, um 10 Uhr
im Medienraum des Landesamts für Denkmalpflege,
Berliner Straße 12, in 73728 Esslingen

 

Im Namen von Regierungspräsident Johannes Schmalzl laden wir Sie herzlich dazu ein.

 

Prof. Dr. Dirk Krausse, Landesarchäologe des Landesamtes für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart (LAD) wird Sie begrüßen und danach informieren Sie Dr. Dorothee Brenner (LAD) und Dr. Jonathan Scheschkewitz (LAD) über das Kriegergrab und die dazugehörige Siedlung. Anschließend erläutert Ihnen Nicole Ebinger-Rist (LAD) in der Restaurierungswerkstatt die CT-Messungen der im Block geborgenen Beigaben. Dort werden die freigelegten Funde präsentiert und es besteht die Möglichkeit für Fotos der Restauratoren bei der Arbeit.

 

Hintergrundinformationen:

Im Frühjahr und Sommer 2015 wurde in Bissingen an der Teck eine Rettungsgrabung vom Landesamt für Denkmalpflege durchgeführt. Diese von den Plänen zur Verdichtung der Ortsbebauung ausgelöste Grabung konnte Ende September vereinbarungsgemäß erfolgreich abgeschlossen werden.

 

Nach einer ersten archäologischen Sondierung im ca. 2.000 Quadratmeter  messenden Baugebiet inmitten von Bissingen konnte im März eine große mittelalterliche Siedlung nachgewiesen werden, die anschließend bei einer großflächen Rettungsgrabung untersucht wurde.

 

Unerwartet kam inmitten der Siedlung Ende Juni eine große Grabgrube zum Vorschein, die sich als unberaubte Bestattung eines hochgestellten Mannes herausstellte. Die Bestattung konnte anhand der Ausstattung mit hervorragenden Beigaben ins 7. Jahrhundert nach Christus datiert werden. Der Mann war in einer großen Grabkammer mit seiner vollständigen Waffenausstattung und einigen persönlichen Gegenständen beigesetzt worden, die seinen gesellschaftlichen Rang unterstreichen. Darunter befand sich auch ein seltenes aus Goldblech gefertigtes Kreuz, das wahrscheinlich auf einem Tuch aufgenäht war, mit dem das Gesicht des Toten bei der Bestattung abgedeckt wurde. Die Funde wurden in mehreren Gipsblöcken geborgen, um sie unter Laborbedingungen in der Restaurierungswerkstatt des LAD freizulegen. Die Blöcke wurden inzwischen im Computertomographen geröntgt, so dass ein Eindruck der zahlreichen Funde gewonnen werden kann.

 

 

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

 

Mit freundlichen Grüßen

Nadine Schneider, Pressereferentin im Regierungspräsidium Stuttgart