Fernsehinterview an einem archäologischen Ausgrabungsort

Pressemitteilung

Sonderausstellung „80 Tonnen Keltengrab “ endet am 22. Mai 2011

Hohe Besucherzahlen belegen großes Interesse an den keltischen Grabfunden von der Heuneburg (Kreis Sigmaringen)

20.05.11 Von: Regierungspräsidium Stuttgart, Pressestelle und Keltenmuseum Heuneburg

 

 

Seit ihrer Eröffnung am 15. April 2011 hat die vom Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart konzipierte Sonderausstellung im Keltenmuseum Heuneburg über die jüngsten frühkeltischen Grabfunde dort zu vergleichsweise hohen Besucherzahlen geführt. „Damit ist das Konzept, die Originalfunde der interessierten Öffentlichkeit zuerst am Fundort zu präsentieren, vollumfänglich aufgegangen“, betonte Dr. Claus Wolf, Leiter des Landesamts für Denkmalpflege. Das Keltenmuseum Heuneburg in Herbertingen-Hundersingen habe dafür den geeigneten Rahmen geboten. Bürgermeister Michael Schrenk gab bekannt, dass die nur noch bis zum 22. Mai 2011 gezeigte Ausstellung erfreulicherweise konstant hohe Besucherzahlen verzeichnet habe, die um ein Vielfaches über denen der Vorjahre lägen. An Spitzentagen seien es bis zu 1000 Besucher gewesen, die sich für die spektakulär im Rahmen einer Blockbergung Ende 2010 geborgenen Funde, darunter Goldschmuck von herausragender Qualität, interessiert hätten.

Die Ausstellung beinhaltete neben den Grabfunden selbst auch informative Textstelen zu diesen aktuellen archäologischen Neuentdeckungen an der Heuneburg sowie eine Videoinstallation zur Fund- und Bergungsgeschichte. Angesichts der großen Bedeutung dieser neuen Funde für die Erforschung der keltischen Geschichte und Kultur werden sie auch in der großen Keltenausstellung des Landes Baden-Württemberg im Jahr 2012 in Stuttgart gezeigt. Zuvor sind sie auch im Rahmen der neuen Wanderausstellung „Entdeckungen - Höhepunkte der Landesarchäologie“ vom 13. September 2011 bis 23. Oktober 2011 in Esslingen zu sehen.

Bei den letztjährigen Grabungen im Umfeld des frühkeltischen Fürstensitzes „Heuneburg“ bei Herbertingen im Kreis Sigmaringen war den Archäologen des Landesamts für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart der außergewöhnliche und wissenschaftlich herausragende Fund eines Prunkgrabes gelungen. Ende 2010 wurde die gesamte Grabkammer mitsamt Inhalt als gigantischer Block mit Hilfe von Schwerlastkränen gehoben, auf einen Spezialtieflader gesetzt und in ein Speziallabor bei Ludwigsburg transportiert. Der Block hatte eine Größe von 7,5 mal 6 Metern und wog rund 80 Tonnen. Blockbergungen sind in der Archäologie nichts ungewöhnliches, bei dieser Aktion handelte es sich aber bislang um die größte in Deutschland. In dem Labor legen Restauratoren und Archäologen des Landesamtes für Denkmalpflege seither in mühevoller Detailarbeit die Grabkammer Schicht für Schicht frei.

Daneben hatten die Fachleute die Sonderausstellung rund um das Grab, seine Bergung und die bisherigen Funde konzipiert, um der interessierten Öffentlichkeit die Bedeutung der Heuneburg als frühkeltischer Fürstensitz zeitnah näherzubringen. Die Besonderheit der Ausstellung liegt darin, dass die bisher geborgenen Funde schon zu so einem frühen Zeitpunkt am eigentlichen Fundort präsentiert werden, obwohl bisher nur rund 30 Prozent des Grabes freigelegt wurden. Wesentliches Ziel ist es, die interessierte Öffentlichkeit schon während der noch laufenden Arbeiten über den Fortgang der Grabungstätigkeiten im Labor zu informieren.

Unter www.keltenblock.de sind weitere - immer wieder aktualisierte - Informationen rund um das Grab, seine Bergung und Auswertung online zugänglich. Allgemeine Informationen zur Archäologischen Denkmalpflege finden sich unter www.denkmalpflege-bw.de, Informationen zum Keltenmuseum sowie eine Anfahrtsskizze finden Sie unter auf der Internetseite des Keltenmuseums Heuneburg.

Hinweis für die Pressevertreter

Für Rückfragen steht Ihnen als Ansprechpartner Dr. Clemens Homoth-Kuhs, Pressereferent, unter der Telefonnummer 0711/904-10002 gerne zur Verfügung.