Denkmale

Projekte der Bau- und Kunstdenkmalpflege

An dieser Stelle informieren Mitarbeiter der Bau- und Kunstdenkmalpflege über laufende Projekte von besonderer Bedeutung. Ein Teil der Projekte wird durch Drittmittel, wie z.B. von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, finanziert. Andere erwachsen aus der täglichen Arbeit. Zur detaillierten Projektdokumentation bitte auf die Überschrift des jeweiligen Projektes klicken. Sie werden dann entsprechend weitergeleitet.

Bauforschung

3D-Modell Maulbronner Tal

UNESCO-Welterbestätte Kloster Maulbronn: Die Erforschung des Wassersystems

Seit September 2014 wird von der Denkmalpflege das Umfeld des Klosters Maulbronn mit seinem ehemaligen Wassersystem untersucht, das aus etwa 20 Teichen und den mit ihnen verbundenen Wassergräben bestand. In einem zweijährigen Projekt sollen wichtige Fragen nach der Größe, Funktion und Entwicklung des Wassersystems geklärt und das heutige Gefährdungspotenzial für dieses bedeutende Kulturdenkmal ermittelt werden.

Luftbild des Heidelberger Schlosses.

Bauforschung am Heidelberger Schloss

Das Heidelberger Schloss gehört zu den bekanntesten und publikumswirksamsten Kulturdenkmalen in Deutschland. Im Zentrum der bauhistorischen Untersuchungen stehen die folgenden Fragen: Wie ist es möglich, die Ruine des Schlosses langfristig zu erhalten? Wie können Sicherungs- und Neubaumaßnahmen ohne gravierende Änderungen des Erscheinungsbildes und ohne Substanzverlust durchgeführt werden?

Praxisorientierte Vertiefung des Denkmalwissens

Praxisorientierte Vertiefung des Denkmalwissens

Denkmale zu erkennen, zu erforschen und sie in ihrem Wert zu vermitteln ist eine Kernaufgabe der Landesdenkmalpflege in Baden-Württemberg. Über die systematische und flächendeckende Erfassung der Bau- und Kunstdenkmale hinaus laufen derzeit vier Projekte zur praxisorientierten Vertiefung und Vermittlung des Denkmalwissens zu speziellen Themen und in begrenzten Regionen.

Schlösser und Parks

Seit September 2014 werden in einem dreijährigen Projekt die Kenntnisse zu nichtstaatlichen Schlossanlagen an ausgewählten Beispielen vertieft. Die Auswahl der Objekte spiegelt die bestehende Vielfalt der Schlösserlandschaft in Baden-Württemberg im Hinblick auf Zeit, Funktion und Bautyp wieder. Dabei werden hauptsächlich Schlösser des Landadels berücksichtigt, also der Schicht der zahlreichen Freiherren und Reichsgrafen.

Ländliche Gasthöfe in Oberschwaben

Seit Dezember 2014 werden in einem dreijährigen Projekt die Kenntnisse zu den ländlichen Gasthöfen in Oberschwaben an ausgewählten Beispielen vertieft. Eine wissenschaftliche Mitarbeiterin in Tübingen befasst sich als Kunsthistorikern zusammen mit einer Assistenzkraft eingehend mit Architektur und historischer Ausstattung ländlicher Gasthöfe.

Qualifizierung der Denkmallisten im Neckar-Odenwald-Kreis

Seit Juli 2014 werden in einem dreijährigen Projekt die Denkmalverzeichnisse des Kreises schwerpunktmäßig überarbeitet. Ein wissenschaftlicher Mitarbeiter in Karlsruhe befasst sich als Kunst- und Architekturhistoriker zusammen mit einer Assistenzkraft mit der Aktualisierung der Denkmallisten nach heute gültigen Methoden und Kriterien der Inventarisation.

Denkmalpflegerische Wertepläne für die Gesamtanlagen in Baden-Württemberg

In den Denkmalpflegerischen Werteplänen wird die bau- und stadtbaugeschichtliche Überlieferung der Gesamtanlagen anschaulich und im räumlichen Zusammenhang aufgezeigt. Das Landesamt für Denkmalpflege sieht in der Neuerstellung dieser denkmalkundlichen Beschreibungen und Bewertungen der Gesamtanlagen einen dringend notwendigen Baustein in der Qualifizierung dieser Denkmalkategorie.

Inventarisation

Neues Rathaus in Fellbach.

Kulturdenkmale der 1980er Jahre

Bauten der späten 1970er und der 1980er Jahre werden gerne zur „Postmoderne“ gerechnet. Gerade weil die jeweils zurückliegende Ära von Zeitgenossen meist kritisch beäugt und wenig honoriert wird, ist es an der Zeit, die bau- und stadtbaugeschichtlich wertvollen und damit denkmalwerten historischen Zeugnisse dieser Jahre rechtzeitig zu erkennen, zu erfassen und zu erhalten.

Siedlung „Im Schneider“ in Waiblingen-Neustadt.

Kulturdenkmale der 1960er und 1970er Jahre

Die Bauten der Nachkriegsmoderne der 1960er und 1970er Jahre haben es bis heute schwer: Oft als spröde „Bausünden“ verkannt, fehlt den jungen Bauwerken noch vielfach die gesellschaftliche Akzeptanz. Bei aller belangloser Masse hat diese Epoche der Baugeschichte aber auch viel Interessantes, Innovatives und Individuelles hervorgebracht. Spannende neue Formen, futuristische Konstruktionen und innovative Materialien sind wertvolle Zeugnisse einer kreativen Boomzeit.

Der Neckarkanal bei der Staustufe Hessigheim.

Dokumentation des Neckarkanals

Eines der jüngsten und gleichzeitig größten Kulturdenkmale in Baden-Württemberg ist der Neckarkanal. Im Rahmen zahlreicher geplanter Umbaumaßnahmen war es notwendig, detaillierte Informationen zu den einzelnen Bestandteilen des Kulturdenkmals zu erheben. In einem Projekt wurde deshalb die Wertigkeit der einzelnen Bestandteile des Neckarkanals präzise recherchiert und dokumentiert.

Treffen der Projektbeteiligten vor einem instandgesetzten Brunnen in Asperg (Landkreis Ludwigsburg).

Erfassung der Kleindenkmale in Baden-Württemberg

Kleindenkmale sind ortsfeste, freistehende, kleine Gebilde aus Stein, Metall oder Holz, die einem bestimmten Zweck dienen oder an eine Begebenheit oder Person erinnern. Gegründet im Jahr 2001 ist das Ziel des Projektes eine möglichst flächendeckende, systematische Bestandsaufnahme aller Kleindenkmale in Baden-Württemberg, um diese verstärkt ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Jüdischer Friedhof in Heilbronn-Sontheim (Schozachwiesen), 1841 und 1844 angelegt.

Jüdische Friedhöfe

In Baden-Württemberg gibt es 145 jüdische Friedhöfe, auf denen sich rund 55.000 Grabsteine befinden. Mit den persönlichen Angaben zu den Verstorbenen, zu ihren familiären Verbindungen und ihren beruflichen oder gesellschaftlichen Funktionen liefern die Grabsteine wichtige Informationen für genealogische Forschungen und für ortshistorische Fragestellungen.

Dessin Montabaur nach Entwurf von Willi Baumeister, 1952.

Sammlungen der Textildruckfirma Pausa

Im Jahre 2004 stellte mit der Textildruckfirma Pausa eines der traditionsreichsten Unternehmen der Textilindustrie die Produktion ein. Von der gestalterischen Kompetenz der Pausa zeugt vor allem das Firmenarchiv mit unter anderem etwa 60.000 Stoffmustern. Die Erschließung und Nutzbarmachung der Sammlungen für die Forschung und die Öffentlichkeit stehen seit 2009 im Mittelpunkt des Projekts.

Städtebauliche Denkmalpflege

Historische Terrassenweinberge

Das Landesamt für Denkmalpflege erfasst und schützt nicht nur Gebäude als kulturelles Erbe, sondern auch wichtige historische Kulturlandschaften, deren heutiges Erscheinungsbild und Ausstattung wesentlich auf den gestaltenden Einfluss des Menschen zurückgehen. Dazu gehören auch beeindruckende Terrassenweinberge. Sie sind ein fester Bestandteil der reichhaltigen historischen Kulturlandschaft in Baden-Württemberg.

Denkmalpflege und Regionalplanung

Schon im kleinmaßstäblichen Rahmen der Regionalplanung ist es sinnvoll, die Interessen der Denkmalpflege deutlich zu machen. Kulturdenkmale müssen nicht nur selbst geschützt werden, sondern auch ihre bauliche Umgebung. Wertepläne verknüpfen daher zum Beispiel landschaftsprägende Kulturdenkmale mit Informationen zu den sie umgebenden Kulturlandschaften. 

Historische Stadt- und Dorfkerne in Baden-Württemberg.

Historische Ortanalysen

Baden-Württembergs Kulturlandschaft besitzt zahlreiche historische Stadt- und Dorfkerne. In ihnen ist Geschichte für jeden Bewohner und Besucher anschaulich überliefert. Historische Ortsanalysen als Instrument der städtebaulichen Denkmalpflege veranschaulichen die Geschichte einer Siedlung und machen auf ihre schützenswerten Räume, Bauten und Strukturen aufmerksam.