Ehrenamtlich Beauftragte in der archäologischen Denkmalpflege
Die Arbeit der Ehrenamtlichen ist ein nicht wegzudenkendes, unersetzliches Standbein der staatlichen Denkmalpflege. Viele interessierte Laien haben ein großes Interesse, zu Erforschung und Erhalt unserer Bodendenkmale beizutragen. Rund 200 ehrenamtliche Mitarbeiter unterstützen die praktische Denkmalpflege in den vier Regierungspräsidien bei ihren Aufgaben. Sie haben ein »waches Auge« und investieren viele Stunden ihrer Freizeit in die Beobachtung bekannter und das Aufspüren neuer archäologischer Fundstellen.
Hintergründe
Die Denkmalschutzbehörden bauen seit langem auf die Mitarbeit fachkundig geschulter Laien bei der Erforschung der Landesgeschichte, wie es im Denkmalschutzgesetz des Landes ausdrücklich verankert ist. Durch ihre Tätigkeit sind ehrenamtlich Beauftragte ein Bindeglied zu örtlichen Institutionen und unterstützen die Gebietsreferenten der Referate für Denkmalpflege bei
- der Beobachtung archäologischer Verdachtsflächen
- der Überprüfung bekannter archäologischer Denkmale
- dem Kontakt zu den Unteren Denkmalschutzbehörden
- der Überwachung von Baumaßnahmen vor Ort
- der Dokumentation und Bergung archäologischer Funde und Befunde
- an Rettungsgrabungen
Eine verantwortungsvolle Tätigkeit
Ehrenamtlich Beauftragte sind an die Standards der Landesarchäologie gebunden. Sie nehmen im Rahmen ihrer Nachforschungen eigenständig keine Ausgrabungen vor, sondern handeln nur nach Absprache mit den Höheren Denkmalschutzbehörden. Jede Bergung von Funden wird dokumentiert und zeitnah weiter geleitet. Ehrenamtlich Beauftragte sammeln bei ihren Begehungen im Gelände Oberflächenfunde auf und übergeben diese den zuständigen Gebietskonservatoren. Gerade diese zeitraubende und oftmals kriminalistische Arbeit ist die Grundlage für das Erkennen neuer archäologischer Denkmale und damit aller nachfolgenden Bemühungen zu deren Schutz.
Personenkreis
Ehrenamtlich Beauftragte kommen aus allen Bevölkerungsgruppen. Sie verbindet ihre Begeisterung und Leidenschaft bei der Erforschung und Pflege archäologischer Fundstellen einer Region. Verantwortungsbewusstsein, Zuverlässigkeit und Konstanz münden in einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit den Gebietskonservatoren der Höheren Denkmalschutzbehörden.
Ernennung
Ehrenamtlich Beauftragte in der Archäologischen Denkmalpflege werden von den Regierungspräsidien als Höherer Denkmalschutzbehörde im Einvernehmen mit den Unteren Denkmalschutzbehörden der Gemeinden und Kreise für die Dauer von fünf Jahren benannt.Für die Ausübung ihrer Tätigkeit stellt das zuständige Regierungspräsidium einen Lichtbildausweis aus, der seinen Inhaber als Beauftragten in der Archäologischen Denkmalpflege legitimiert und dessen Tätigkeitsfeld nennt.
Ausbildung
Um diesen wichtigen Mitarbeiterstamm zu erhalten, werden die Ehrenamtlichen von Seiten der Archäologischen Denkmalpflege intensiv betreut. Neben den beständigen Kontakten spielt die fachliche Weiterbildung eine wesentliche Rolle. Diese wird zum einen durch jährliche Tagungen gewährleistet, bei denen Fachvorträge und Exkursionen über die neusten Entwicklungen im Bereich der Archäologie informieren. Zum anderen finden Fortbildungen in moderner Grabungstechnik, der Dokumentation von Fundbergungen und Prospektionen sowie in der Fundansprache statt. Hinzu kommen Seminare zu bestimmten archäologischen Themenkomplexen, die neben formenkundlicher Schulung beispielsweise auch Einblick in neue Ergebnisse und Diskussionen innerhalb der Forschung gewähren.
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