Mosaik Liederhalle Stuttgart

Auftrag der Denkmalpflege

Für kommende Generationen bewahren

Im osteologischen Labor des Landesamtes für Denkmalpflege in Konstanz werden Tierknochenfunde untersucht. Foto: Landesamt für Denkmalpflege
Im osteologischen Labor des Landesamtes für Denkmalpflege in Konstanz werden Tierknochenfunde untersucht.

Bis heute ist es ein Grundsatz denkmalpflegerischer Arbeit, Denkmale als Zeugnisse vergangener Zeiten und Kulturen zu erhalten. Sie vermitteln nicht nur Geschichte, sondern sind Teil der Geschichte und ermöglichen es, „Geschichte anzufassen”. Deshalb ist es Aufgabe der Denkmalpflege, diese Dokumente möglichst unverfälscht in ihrer vorhandenen Substanz zu sichern und an nachfolgende Generationen als „echtes” Kulturerbe weiterzugeben.
Erfassung der Denkmale in Inventaren, ihre Bewertung und Beschreibung sowie ihre Erhaltung sind die wesentlichen Aufgaben der Denkmalpflege. Bei der Erfassung gilt es möglichst alles aus den unterschiedlichen Zeiten und Bereichen zu berücksichtigen: aus Ur- und Frühgeschichte, aus Mittelalter und Neuzeit. Es handelt sich um Boden- und Baudenkmale, wie z.B. Grabhügel, Friedhöfe, Burgen, Schlösser, Kirchen, Höhlen, Werkzeuge, Schmuck, Häuser, Pfahlbauten, Gartenanlagen, Wegkreuze oder um ganze Stadt- oder Dorfkerne.
Für die Beschreibung ist die Zusammenarbeit mit Kultur- und Geschichtsforschern, mit Biologen, Anthropologen, Soziologen, Physikern, Chemikern, Architekten etc. unerlässlich. Nur durch interdisziplinäres Zusammenwirken kann ein Denkmal beschrieben, können die Aussagen fundiert begründet werden. Auch die Kriterien für die Bewertung dessen, was ein Denkmal ausmacht, müssen ständig überprüft, ergänzt und verändert werden.

Vermessung eines Mühlrades durch die Fotogrammetrie des Landesamtes für Denkmalpflege, 2007. Foto: Landesamt für Denkmalpflege, Günther Eckstein
Vermessung eines Mühlrades durch die Fotogrammetrie des Landesamtes für Denkmalpflege, 2007.

Erhaltung durch sinnvolle Nutzung

Weitere Aufgaben sind die Erhaltung der Denkmale in ihrer originalen Substanz und ihre Nutzung. Es geht nicht darum, die Denkmale in Museen umzuwandeln. Vielmehr sollen sie möglichst in ihrem Umfeld erhalten und genutzt werden. Das gilt nicht nur für Kirchen, Klöster und Schlösser, sondern vor allem für Wohnhäuser, Bauernhöfe, Handwerksgebäude, Industrieanlagen und militärische Liegenschaften. Kann keine sinnvolle Nutzung erreicht werden, wird es vielfach nicht gelingen, ein Denkmal auf Dauer zu erhalten. Doch findet die Denkmalpflege im Zusammenwirken mit Sponsoren, Architekten und Restauratoren immer wieder Lösungen zum Erhalt und zur Nutzung, und zwar bei vertretbaren Eingriffen in die Denkmalsubstanz.

Kulturdenkmale pflegen – eine Aufgabe für alle

Denkmalpflege braucht das Verständnis breiter Bevölkerungskreise. Deshalb besteht eine wichtige Aufgabe darin, fachliche Entscheidungen und ihre Hintergründe auch den Denkmaleigentümern und der Öffentlichkeit zu vermitteln. Der Verlust von Kulturdenkmalen bzw. ein sorgloser Umgang mit ihnen beruht oft auf Unkenntnis über ihre Bedeutung, aber auch über ihre Gefährdung. Durch Ausstellungen, Tagungen, Fortbildungsveranstaltungen, Führungen und Pressetermine wird auf verschiedensten Ebenen informiert. Eine zentrale Rolle spielt auch der Tag des offenen Denkmals, an dem jedes Jahr viele private Denkmale besichtigt werden können. Daneben liegt ein Schwerpunkt denkmalpflegerischer Öffentlichkeitsarbeit auf dem Publikationswesen. In zahlreichen Buchreihen werden die Ergebnisse aus der Arbeit der Archäologie und der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Wort und Bild dokumentiert. Die vierteljährlich erscheinende Zeitschrift „Denkmalpflege in Baden-Württemberg” kann von jedem Interessenten kostenlos bezogen werden.

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Angesichts der Globalisierung und der damit verbundenen Vereinheitlichung unserer Welt wird zunehmend deutlich, dass Eigenständigkeit und Unverwechselbarkeit der Regionen vom Verlust bedroht sind. Der Denkmalpflege kann helfen, dies zu verhindern.

Das ehemalige Kraftwerk der Pulverfabrik Rottweil wird als Veranstaltungsareal genutzt.
Das ehemalige Kraftwerk der Pulverfabrik Rottweil wird als Veranstaltungsareal genutzt.
Die Begleitausstellung zur Fernsehserie Steinzeit wurde durch die Arbeitsstelle Hemmenhofen des Landesamtes für Denkmalpflege erstellt, 2007.
Die Begleitausstellung zur Fernsehserie Steinzeit wurde durch die Arbeitsstelle Hemmenhofen des Landesamtes für Denkmalpflege erstellt, 2007.