Welterbeanträge in Vorbereitung
Schwetzingen - Kurfürstliche Sommerresidenz
Das Land Baden-Württemberg und die Stadt Schwetzingen beantragen gemeinsam die Aufnahme des Ensembles „Schwetzingen – die kurfürstliche Sommerresidenz – Gartenkunstwerk und freimaurerische Ideen“ in die UNESCO-Welterbeliste. Die Bundesrepublik Deutschland wird den Antrag gemeinsam mit dem bayerischen Antrag „Markgräfisches Opernhaus Bayreuth“ 2011 für die Aufnahme in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes nominieren.
Viele Argumente für den universellen Wert
Der Schlossgarten von Schwetzingen galt wegen der harmonischen Verbindung eines von englischen Landschaftspartien umgebenen Rokokogartens und der großen Zahl hervorragender Parkgebäude und Skulpturen schon bisher als international bedeutende Anlage. Im Zuge der Antragsbearbeitung haben sich das Landesamt für Denkmalpflege, die Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten, die Stadt Schwetzingen sowie das Wirtschafts- und Finanzministerium intensiv mit der ehemaligen Sommerresidenz auseinandergesetzt. Dabei wurde nicht nur die herausragende Bedeutung Schwetzingens als Beispiel einer Sommerresidenz des 18. Jahrhunderts bestätigt. Auch der Kontext des Gesamtkunstwerkes Schlossgarten mit der barocken Stadtanlage und die im Garten umgesetzten freimaurerischen Ideen wurden als Argumente für den außergewöhnlichen universellen Wert der Anlage erkannt.
Weitere Informationen
Schloss Schwetzingen
Welterbeantrag - Schwetzingen [PDF 3,8 MB]
Pressemitteilung Welterbeantrag - Schwetzingen vom 08. 03. 2010
Pressemitteilung Welterbeantrag - Schwetzingen vom 18. 06.2009
Architektonisches und Städtebauliches Werk von Le Corbusier
Gleich sechs Nationen haben sich in einmaliger Weise zusammengeschlossen und für insgesamt 22 architekturgeschichtlich bedeutende Bauten des einflussreichen Architekten Le Corbusier (1887-1965) den UNESCO-Welterbetitel beantragt.
Wohnhäuser auf der Weißenhofsiedlung mit dabei
Für Deutschland ist Stuttgart mit zwei Gebäuden Le Corbusiers auf der Weißenhofsiedlung vertreten. Beide Wohnhäuser entstanden im Rahmen der Werkbundausstellung von 1927 und zeigen sich heute in einem besonders gut erhaltenen Zustand: das privat bewohnte Einfamilienhaus und das öffentlich zugängliche Doppelhaus, in dem heute das Weißenhofmuseum untergebracht ist.Nachbesserung des Antrags
Bei der Welterbe-Tagung im Juni 2009 wies das UNESCO-Welterbekomitee den Antrag in seiner bestehenden Form zurück. Chancen für einen Erfolg bestehen jedoch weiterhin, da die beantragenden Länder den Antrag innerhalb der nächsten drei Jahre nachbessern können.
Weitere Informationen
Pressemitteilung Welterbeantrag - Le Corbusier
Beiträge zum Weißenhofmuseum [PDF 11 MB]
Weißenhofmuseum
Pfahlbauten in den Alpenrandseen
Pfahlbauten und Moorsiedlungen in den Alpenrandseen sind Denkmäler von einzigartiger Bedeutung und wissenschaftlicher Aussagekraft. Rund um die Alpen legten die Menschen ihre Dörfer nicht nur auf trockenem Grund, sondern auch inmitten von Feuchtgebieten an – in der Flachwasserzone kleinerer und größerer Seen, in Mooren und seltener auch in Flußauen. Die optimalen Erhaltungsbedingungen im ständig nassen Milieu erlauben erstaunliche Einblicke in das Leben der Menschen, die hier vor Tausenden von Jahren ihre Dörfer errichteten. So blieben z.B. organische Materialien erhalten. An keinem anderen Ort der Welt lässt sich die Entwicklung jungsteinzeitlicher und metallzeitlicher Siedlungsgemeinschaften so detailliert nachvollziehen.
Gefährdung durch Baumaßnahmen und Erosion
Heute sind diese einmaligen Fundstätten stark gefährdet. Umfangreiche Baumaßnahmen, verstärkte Wellentätigkeit und Erosionsvorgänge in der Flachwasserzone der Seen sowie austrocknende Moorböden haben verheerende Auswirkungen auf die Erhaltung der Pfahlbauten und der Feuchtbodensiedlungen. Das Prädikat UNESCO-Welterbe soll den Schutz der einzigartigen Quellen unterstützen und das Bewusstsein um ihre Einmaligkeit in der Öffentlichkeit schärfen.Internationaler Welterbeantrag in Vorbereitung
Derzeit arbeitet Baden-Württemberg gemeinsam mit Frankreich, Italien, Slowenien und Österreich unter Federführung der Schweiz einen UNESCO-Welterbeantrag aus. Der Antrag wurde im März 2010 eingereicht und wird nun evaluiert. Die Kandidatur der Pfahlbauten als UNESCO-Welterbe deckt sich mit der neuen Strategie einer repräsentativen und ausgewogenen Welterbeliste. Archäologische Fundstellen sind bislang unterrepräsentiert, Fundplätze unter Wasser überhaupt nicht vertreten.
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