Park und Orangerie des Schwetzinger Schlosses

Welterbeanträge in Vorbereitung

Schwetzingen - Kurfürstliche Sommerresidenz

Das Land Baden-Württemberg und die Stadt Schwetzingen haben gemeinsam den Antrag „Schwetzingen – Kurfürstliche Sommerresidenz“ zur Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste erarbeitet. Die Bundesrepublik Deutschland wird den Antrag gemeinsam mit dem bayerischen Antrag „Markgräfliches Opernhaus Bayreuth“ 2011 für die Aufnahme in die Liste des Weltkulturerbes nominieren.

Blick auf Schlossanlage, Garten und Stadt.
Blick auf Schlossanlage, Garten und Stadt.
Gartenmoschee, Südseite.
Gartenmoschee, Südseite.

Viele Argumente für den universellen Wert

Der Schlossgarten von Schwetzingen galt wegen der harmonischen Verbindung eines von englischen Landschaftspartien umgebenen Rokokogartens und der großen Zahl der erhaltenen Gartenarchitekturen und Skulpturen schon bisher als international bedeutende Anlage.

Im Zuge der Antragsbearbeitung haben sich das Landesamt für Denkmalpflege, die Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, die Stadt Schwetzingen sowie das Wirtschafts- und das Finanzministerium intensiv mit der ehemaligen kurfürstlichen Sommerresidenz auseinandergesetzt:

Das Ensemble aus Stadt, Schloss und Garten in Schwetzingen ist das am besten erhaltene, funktional vollständige und mit zahlreichen außergewöhnlichen künstlerischen Leistungen (u.a. letzte erhaltene Gartenmoschee des 18. Jahrhundert und ältestes erhaltenes Rangtheater Europas) ausgezeichnete Beispiel einer fürstlichen Sommerresidenz des 18. Jahrhunderts. Wie in keinem anderen Schlossgarten wurde hier zudem die Verbindung der beiden Gartenstile des 18. Jahrhunderts in vollkommenster Weise verwirklicht. Dank des geringen Überformungsgrades im 19. und 20. Jahrhundert blieb die Authentizität des historischen Schlossgartens bis heute erhalten.

Darüber hinaus stellt die Sommerresidenz ein außergewöhnliches Zeugnis einer untergegangenen Kulturtradition dar. Mit der sogenannten „Mannheimer Schule“ fand der besondere Charakter des höfischen Lebens im Bereich der Musik eine beispiellose Form. Einzigartig in Europa war zum Beispiel die programmatische Bindung des in Schwetzingen aufgeführten Opernrepertoires an die aufklärerische Ausrichtung der Sommerresidenz.

Architektonisches und Städtebauliches Werk von Le Corbusier

Gleich sechs Nationen haben sich in einmaliger Weise zusammengeschlossen und für insgesamt 22 architekturgeschichtlich bedeutende Bauten des einflussreichen Architekten Le Corbusier (1887-1965) den UNESCO-Welterbetitel beantragt.

Doppelhaus (vorne) und Einfamilienhaus (hinten) von Le Corbusier.
Doppelhaus (vorne) und Einfamilienhaus (hinten).
Das heutige Weißenhofmsueum.
Das heutige Weißenhofmsueum.

Wohnhäuser auf der Weißenhofsiedlugn mit dabei

Für Deutschland ist Stuttgart mit zwei Gebäuden Le Corbusiers auf der Weißenhofsiedlung vertreten. Beide Wohnhäuser entstanden im Rahmen der Werkbundausstellung von 1927 und zeigen sich heute in einem besonders gut erhaltenen Zustand: das privat bewohnte Einfamilienhaus und das öffentlich zugängliche Doppelhaus, in dem heute das Weißenhofmuseum untergebracht ist.

Nachbesserung des Antrags

Bei der Welterbe-Tagung im Juni 2009 wies das UNESCO-Welterbekomitee den Antrag in seiner bestehenden Form zurück. Chancen für einen Erfolg bestehen jedoch weiterhin, da die beantragenden Länder den Antrag innerhalb der nächsten drei Jahre nachbessern können.