Landkreis Sigmaringen
Im Landkreis Sigmaringen erfolgte die flächendeckende Erfassung der Kleindenkmale in den Jahren 2001 bis 2004. Um die 50 Mitarbeiter haben in dieser Zeit insgesamt 1.726 Objekte erfasst, darunter 1.081 Feldkreuze, 170 Bildstöcke, 24 Grotten, 77 Gedenksteine und 174 Relikte früherer Wirtschaftsweisen. Zudem wurden 1.476 Grenzsteine aufgenommen.
Eine Übersicht der erfassten Kleindenkmale und Grenzsteine liegt seit in einer Publikation vor:
- Willi Rößler
- Feldkreuze, Bildstöcke, Gedenkstätten und Grenzsteine im Landkreis Sigmaringen
- ISBN: 978-3-865950-43-7
- (2005) 128 S. zahlr. Abb.
Wegkreuze
Oft weithin sichtbare Zeichen der Frömmigkeit in der Landschaft des vorwiegend katholischen Landkreises Sigmaringen sind die zahlreichen Wegkapellen, Bildstöcke und Wegkreuze. Mit einer Dichte von 0,8 Kreuzen je Quadratkilometer steht der Kreis Sigmaringen bezüglich der religiösen Wegzeichen an vorderer Stelle in Baden-Württemberg.
Die meisten Kreuze stehen an Wegen, sie begleiten die Vorübergehenden. Auf den folgenden Abbildungen sind verschiedene Arten von Wegkreuzen zu sehen. Das „Hohkreuz“ steht auf einer Anhöhe. Bei den Arma-Christi-Kreuzen werden neben dem Leib Christi die Leidenswerkzeuge (lat. arma = Waffen) der Passion dargestellt. An manchen Kreuzen wird anstelle der Christusfigur eine Bildtafel gesetzt. Einige Male wird Christus als „Guter Hirte“ dargestellt, häufige Motive der Bilder sind Maria mit dem Jesuskind oder Heilige, wie z.B. der Viehheilige Wendelin.
Sühnekreuze
Im Kreis Sigmaringen findet man heute noch zwölf niedere Steinkreuze oder Sühnekreuze. Diese Steinkreuze gehen auf einen Totschlag zurück, sie sind Teil einer Totschlagsühne. Im Mittelalter war es eine Zeitlang möglich, einen Totschlag privatrechtlich mit einem Sühnevertrag zu regeln. Dieser verpflichtete den Täter nicht nur zur Setzung eines Sühnekreuzes, er hatte zudem durch Spenden von Seelenmessen und für die Bedürftigen, Teilnahme an Wallfahrten und Bußprozessionen vor aller Öffentlichkeit die Schuld der Tat zu büßen und für das Seelenheil des Getöteten Sorge zu tragen.
Brückenheilige
Der bei uns wohl bekannteste Heilige ist der Brückenheilige Johannes Nepomuk, der auf etlichen Brücken im Kreis Sigmaringen in verschiedenen Ausführungen steht. Er wird meist im Habit eines Geistlichen dargestellt, hält ein Kreuz oder die Märtyrerpalme im Arm, legt den Zeigefinger an den Mund und hinter seinem Kopf ragt ein Heiligenschein mit fünf Sternen auf. Er wurde zum Patron der Brücken, weil er als Strafe für die Wahrung des Beichtgeheimnisses von der Karlsbrücke in Prag in die Moldau gestürzt wurde. Die Statue des Heiligen Nepomuk auf der Bahnhofsbrücke über die Donau in Sigmaringen wurde 1902 von Alois Stehle geschaffen.
Ansprechpartner
| Willi Rößler | Am Schönenberg 7 | ✆ +49(7571) 1 34 36 | |
| Schwäbischer Albverein | 72488 Sigmaringen | willi.roessler(at)gmx.de | |
| Dr. Edwin Ernst Weber | Postfach 1462 | ✆ +49(7571) 1 02 11 40 | |
| Kreisarchiv Sigmaringen | 72488 Sigmaringen | edwin.weber(at)lrasig.de |
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