Erforschung der Heuneburg
Forschungsprojekt
Seit 1999 untersucht die Archäologische Denkmalpflege im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projektes das Umfeld des frühkeltischen Fürstensitzes der Heuneburg (Kreis Sigmaringen). Ziel des Projektes ist, Aufschluss über Struktur, Datierung und Besiedlungsmuster der von Außenwällen umschlossenen Areale sowie der Befestigungsanlagen zu erlangen. Längst ist klar, dass die teils noch sehr mächtigen Befestigungsanlagen der „Vorburg”, die bislang als mittelalterlich galten, der früheisenzeitlichen Heuneburg zugerechnet werden müssen.
Eines der bekanntesten archäologischen Denkmale Baden-Württembergs
Der frühkeltische Fürstensitz Heuneburg ist eines der bekanntesten archäologischen Denkmale in Baden-Württemberg. Seit 1950 werden hier von verschiedenen Universitäten und der Landesdenkmalpflege Ausgrabungen sowohl in dem 3 Hektar großen Burgareal als auch in den Fürstengrabhügeln um die Heuneburg durchgeführt. Vor allem durch die intensiven Südbeziehungen, die sich in einer mediterranen Architektur (Lehmziegelmauer mit Bastionen) und auch in zahlreichen Importfunden widerspiegeln, besitzt die Heuneburg internationale Bedeutung. Vor sechs Jahren wurde hier ein Freilichtmuseum mit einer Teilrekonstruktion der Lehmziegelmauer und einigen Häusern errichtet. Das Keltenmuseum Heuneburg befindet sich in der Gemeinde Hundersingen.
Neueste Erkenntnisse
Die Grabungen der letzten Jahre haben ergeben, dass im Vorfeld der Heuneburg eine stadtartige Außensiedlung mit außerordentlich interessanten Siedlungsstrukturen gelegen hat, die derzeit etwa 100 Hektar groß ist. Sie wird eingefasst durch komplizierte Grabensysteme und liegt zum großen Teil in intensiv genutztem Ackerland. Durch die landwirtschaftliche Nutzung und die hiermit verbundene langsame aber stetige Erosion ist diese ungewöhnliche stadtartige Anlage in ihrem Bestand gefährdet. Die Denkmalpflege versucht, hier dagegen zu lenken.
Im Jahr 2005 wurde zudem in der Vorbefestigung der Heuneburg das Fundament eines monumentalen Steintores aufgedeckt, an dessen Erhaltung und Einbeziehung in das bestehende Freilichtmuseum von verschiedenen Seiten großes Interesse besteht. Zur dauerhaften Sicherung des Steintores soll die Errichtung eines Schutzbaus angestrebt werden.
Links
Begeben Sie sich auf eine Flugreise zur Heuneburg (Film)Näheres zum Projekt erfahren Sie bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft
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