Schädel eines archäologischen Skelettfundes in Pattonville

Projekte der archäologischen Denkmalpflege

An dieser Stelle informieren Mitarbeiter der Landesarchäologie über laufende Projekte von besonderer Bedeutung. Ein Teil der Projekte wird durch Drittmittel, wie z.B. von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, finanziert. Andere erwachsen aus der täglichen Arbeit. Zur detaillierten Projektdokumentation bitte auf die Überschrift des jeweiligen Projektes klicken. Sie werden dann entsprechend weitergeleitet.

Steinzeitarchäologie

Eine Brandwalze wird beim Wald-Feldbau zur Rodung der Fläche eingesetzt.

Jungneolithischer Wald-Feldbau - eine experimentelle Rekonstruktion
Seit 1998 wird bei Forchtenberg ein Anbauverfahren durchgeführt, bei dem auf bewaldeten Flächen durch Brand neue Anbauflächen geschaffen werden, sobald die alten unfruchtbar geworden sind. Ziel des Forschungsprojektes ist es, die Praktikabilität des Verfahrens und die zu erzielenden Erträge abschätzen zu können.

Ausgrabungen in den mesolithischen Fundstellen.

Lagerplätze der Mittelsteinzeit in Rottenburg-Siebenlinden
Die Lagerplätze von Rottenburg-Siebenlinden gehören zu den bedeutendsten Fundplätzen der Mittelsteinzeit (ca. 9600 v. Chr. - 5500 v. Chr.)  in Deutschland. Die Entdeckungen erlauben einen Einblick in Struktur und Organisation der Lagerplätze der letzten Jäger und Sammler in Europa.

Untersuchung des Erdwerks Bruchsal-Aue 1988.

Siedlungsstrukturen der Michelsberger Kultur im Kraichgau
Ziel des Projektes ist die Informationssammlung zu den vier Erdwerken im Raum Bruchsal und offene Fragen zur Entstehung der Grabenstrukturen und zu den kulturellen Beziehungen zu klären.

Erosionskante in der Bucht von Sipplingen (Bodensee).

Bedrohte Pfahlbauten im Bodensee und Zürichsee
Am Bodensee und Zürichsee haben sich Archäologen und Seenforscher im Rahmen des grenzüberschreitenden Projekts „Ufererosion und Denkmalschutz am Bodensee und Zürichsee“ zusammengefunden, um geeignete Maßnahmen gegen die Zerstörung der Pfahlbausiedlungen zu entwickeln. 

Archäologie der Eisenzeit

Frühkeltischer Fürstensitz Heuneburg im Winter.

Die Erforschung der Heuneburg
Seit 1999 untersucht die Archäologische Denkmalpflege das Umfeld des frühkeltischen Fürstensitzes der Heuneburg. Ziel des Projektes ist, Aufschluss über Struktur, Datierung und Besiedlungsmuster der von Außenwällen umschlossenen Areale sowie der Befestigungsanlage zu erlangen.

Blick auf den südlichen Teil der Grabung vor dem Münster.

Konstanz von der Antike bis ins Mittelalter
Welche Bedeutung besaß Konstanz zur Zeit der Kelten? Wie, wann und wodurch kam es zur Umgestaltung der spätantiken Festung zum repräsentativen Bischofssitz des 10. Jahrhunderts? Darauf versucht dieses Projekt Antworten zu finden.

Provinzialrömische Archäologie

Gebäude 3 mit drei nach außen umgefallenen Wänden. Die Längswände sind bereits weitgehend entfernt.

Die Villa Rustica von Oberndorf-Bochingen und ihre Rekonstruktion
Wie hoch waren eigentlich römische Gebäude? Schwer zu sagen, denn im Normalfall stoßen Archäologen bei Grabungen nur noch auf deren Fundamente. Als Glücksfall entpuppte sich daher eine Notgrabung nahe Oberndorf, bei der im Mauerverband umgestürzte Wände von Nebengebäden einer Villa Rustica gefunden wurden.

Archäologie des Mittelalters

Computertomographische Aufnahme eines Gürtelgehänges.

Frühmittelalterliche Grabfunde aus Lauchheim
Dokumentation, Auswertung und Publikation der Befunde des bedeutendsten frühmittelalterlichen Gräberfeldes Südwestdeutschlands sowie der zugehörigen Siedlungen.

Stadtkirche St. Dionysius zu Esslingen von der Burg aus gesehen.

Die Stadtkirche St. Dionysius zu Esslingen
Die Ausgrabungen in der Stadtkirche St. Dionysius waren der Auftakt zur Etablierung eines Fachbereiches für Mittelalterarchäologie in der Denkmalpflege Baden-Württembergs. Von 1960 bis 1963 wurde im Vorfeld von baulichen Eingriffen die gesamte Innenfläche der Kirche archäologisch untersucht, wodurch mehrere Vorgängerbauten nachgewiesen werden konnten.

Weinhof. Rekonstruierter Fries mit Löwe- und Greifdarstellung aus staufischer Zeit.

Stadtwerdung und Entwicklung Ulms im Hoch- und Spätmittelalter
Auswertung aller bisherigen archäologischen Grabungen im Stadtgebiet von Ulm mit dem Ziel, die verschiedenen postulierten Hypothesen zur Entwicklung Ulms einer systematischen Analyse zu unterziehen.

Mauerreste der sich zeitlich ablösenden Großbauten Zunfthaus - Salzstadel - Gräth, aufgedeckt im Rahmen der Großgrabung „Neue Straße“ in Ulm.

Großgrabung „Neue Straße“ in Ulm
Hinweise über die Entstehung und Entwicklung Ulm im späten Mittelalter finden sich kaum. Aus diesem Grund ist die Stadt seit über 20 Jahren einer der Schwerpunkte der Mittelalterarchäologie. Ihren Höhepunkt fanden die Untersuchungen mit den Grabungen in der Neuen Straße von 2001 bis 2004.

Interdisziplinäre Projekte

Foto: I. Kretschmer

Landesweites Projekt „Archäologie – Landwirtschaft – Forstwirtschaft“
Mit etwa 60.000 Bodendenkmalen besitzt das Land Baden-Württemberg ein reiches archäologisches Erbe. Viele dieser Kulturdenkmale liegen in land- und forstwirtschaftlich intensiv genutzten Gebieten, die bereits in vor- und frühgeschichtlicher Zeit zu den bevorzugten Siedlungsregionen des Menschen zählten. Ziel des Projekts ist durch die Aufklärung von Land- und Forstwirtschaft die Bodendenkmale in Baden-Württemberg zu erhalten.

3D-Computermodelle archäologischer Denkmale

Virtuelle Archäologie - 3D-Computermodelle archäologischer Denkmale
Die dreidimensionale Dokumentation mit verschiedenen 3D-Scanverfahren ist zu einem regelhaft angewandten Instrument der baden-württembergischen Denkmalpflege geworden. Mittels 3D-Modellen können archäologische Objekte auch nach Abschluss von Ausgrabungen analysiert und visualisiert werden. Auf den Projektseiten der "Virtuellen Archäologie" des Landesamtes für Denkmalpflege werden 3D-Modelle archäologischer Objekte visuell aufbereitet, so dass sie frei drehbar im Internet präsentiert werden können.

Holzartefakte werden nach der Konservierung in säurefreiem Karton gelagert.

ARCHES-Projekt
Die Ergebnisse archäologischer Projekte und Ausgrabungen müssen für die Wissenschaft fachgerecht und vor allem dauerhaft konserviert werden. Die Zielstellung des Projektes ist die Erstellung eines für Europa gültigen Handbuches über die Archivierung archäologischen Fundmaterials und analoger sowie digitaler Dokumente von Ausgrabungen.

Prospektionsteam im Einsatz. Maschineller Abtrag des Humus, Metallfunde werden mittels Sonde geborgen und die Funde eingemessen.

Flexible Prospektionen
Seit September 2013 sind mehrere Prospektionsteams des Landesamtes für Denkmalpflege landesweit im Einsatz. Zweck der Voruntersuchungen ist es festzustellen, ob bzw. in welchem Umfang es im Vorfeld von Bauvorhaben Rettungsgrabungen bedarf.

Eine von vielen Vergleichsstatistiken: Fläche pro Archäologe.

Discovering the Archaeologists of Europe
Um die Mobilität von Archäologen zu verbessern, wurden Daten zur aktuellen beruflichen Situation bzw. zu den Berufsfeldern von Archäologen in Europa gesammelt und ausgewertet. 

Vegetationsrekonstruktionen von Buchensee und Steißlinger See in einigen ausgewählten Zeitfenstern.

Landnutzung am Bodensee in prähistorischer Zeit
Seit Einführung des Ackerbaus in Mitteleuropa ist der Mensch ein ökologischer Faktor, der seinen Lebensraum bewusst verändert. Ziel des Projektes ist es, die Entwicklung der Kulturlandschaft im Bodenseeraum zu erforschen.

Teilnehmer bei einer bauvorgreifenden Prospektionsmaßnahme mit Metallsonden.

Metallsondenprospektion
Um kulturgeschichtlich und engagierten Privatpersonen eine Möglichkeit zur Prospektion mit Metallsonden im Land zu eröffnen, entwickelte die archäologische Denkmalpflege einen Katalog von Maßgaben, unter denen eine Beauftragung von Privatpersonen zur Prospektion mit Metallsonden erfolgen kann. Dabei wurde der Wahrung des öffentlichen Interesses zum Schutz der Denkmalsubstanz höchster Stellenwert eingeräumt.

Sondengänger bei der Suche nach Metallobjekten.

Raubgräber - Sondengänger
Überreste oder Spuren menschlichen Lebens, die sich als Zeugnisse der Vergangenheit verborgen im Boden befinden, sind Kulturdenkmale und durch das Denkmalschutzgesetz des Landes Baden-Württemberg geschützt. Nachforschungen mit dem Ziel, solche archäologischen Kulturdenkmale zu entdecken, sind genehmigungspflichtig. Was tun beim Antreffen von Sondengängern und Raubgräbern? Darüber informiert Sie dieser Bericht.

Bohrung auf dem Schurmsee.

Vegetationsgeschichtliche Untersuchungen im Schwarzwald
Aufgabe des Projekts ist die Ergründung der räumlichen Ausdehnung und des zeitlichen Verlaufs der Landnutzung im Nordschwarzwald von der Jungsteinzeit bis ins Mittelalter. Als Quellen dienen die durch Bohrungen erschlossenen Ablagerungen der Karseen im Nordschwarzwald.